Samstag, August 22, 2009

Bill Mahers "Religulous"

... ist ein sehenswerter Film.
Was zum Nachdenken...

Dienstag, August 18, 2009

Das kleine schwarze Notizbuch

Tips von Ihrem Lieblingskünstler
Ein kleines schwarzes Notizbuch: 1 Euro.
Bleistift und Kugelschreiber: als Werbegeschenk kostenlos.
Ihre Ideen: Verkäuflich!


In dieser Ausgabe Tips zum Schreiben werde ich auf die Problematik der Schriftstellerei als brotlose Kunst eingehen.

Wer kennt nicht die Geschichten von talentierten Menschen, die unerkannt und erfolglos durchs Leben ziehen, obwohl sie mehr als nur einmal von den Musen geküsst wurden und der Welt wahrlich einprägsame Gedichte, bewegende Geschichten, kraftvolle Drehbücher geben würden, ließe man sie nur!
Oft werden solche Menschen belächelt und zurecht gewiesen: Du wirst nie ein Goethe! Du wirst nie ein Picasso! Du wirst nie ein Jimi Hendrix!
Doch wie viele der Spottenden wurden schon ent-täuscht, wenn sich die Belächelten dann doch erhoben und Ihre Stimme erklingen ließen, ihre Geschichten vortrugen, ihre Bilder zeigten!

Es gibt also Hoffnung!

Damit zu Ihnen:

Lesen Sie viel?
Sind sie fasziniert von guten Geschichten?
Haben Sie auch eine Idee für einen spannenden Roman?
Haben Sie sich bisher nicht getraut, Ihre Geschichten zu veröffentlichen?
Fehlt Ihnen oft einfach die Zeit, wichtige Gedanken und interessante Einfälle aufzuschreiben?
Spüren Sie tief in sich, dass Sie der Welt mehr zu sagen haben, als Einkaufslisten und belanglose Berichte zu schreiben?

Dann fangen Sie noch heute an, Ihre wertvollen Ideen aufzuschreiben, um sie anschließend und zu einer passenden Zeit weiterzubearbeiten und zu vollenden!

Wie das geht?

Ganz einfach! Sämtliche Materialien besitzen Sie entweder schon, oder Sie können sie leicht erwerben.


1. Kaufen Sie sich ein kleines schwarzes Notizbuch!

Tip: Kleine schwarze Notizbücher gibt es schon für 1 Euro (Ich hab meine bei Karstadt in der Schreibwarenabteilung gekauft.)

2. Kaufen Sie sich einen Schreibstift, der zu Ihnen passt!

Extratip: Kugelschreiber und Bleistifte gibt es oft als Werbegeschenke! Aufgepasst und mitgenommen! (Bei IKEA gibt's Bleistifte und im Zuge der diesjährigen Bundestagswahl gibt's Kugelschreiber von den meisten Parteien!)

3. Machen Sie Notizen Ihrer Ideen!

Tip: Notieren Sie sich jeweils das Datum zu jedem Eintrag, damit Sie Ihre Ideen chronologisch nachvollziehen können! Das erleichtert weitere Schritte im Schreibprozess und gewährt Ihnen wichtige Einblicke in Ihren individuellen kreativen Arbeitsprozess!

Unterwegs, am Schreibtisch, neben dem Bett: Das kleine schwarzes Notizbuch ist ständiger Begleiter und verlässliche Alternative zu Netbooks mit kleinen Tastaturen oder sperrigen Notebooks! Leere Akkus und Ärger mit dem Betriebsystem gehören der Vergangenheit an!

Einen Kugelschreiber benötigen Sie sowieso immer und das kleine schwarze Notizbuch passt bald in jede Tasche!

Im Handumdrehen haben Sie Ihre neuesten Ideen verewigt, notieren interessante Ereignisse, Telefonnummern, Produktdetails und verknüpfen diese Informationen spielerisch zu komplexen Kontexten, die Ihnen ganze Welten für Geschichten, Gedichte oder philosophische und spirituelle Texte zu Füßen legen!

Mit dem kleinen schwarzen Notizbuch haben Sie alles in der Hand! Sie sind am Zug!

Starten Sie noch heute das selbstbestimmte bewusste Leben eines Autors! Mit dem kleinen schwarzen Notizbuch und einem kostenlosen Kugelschreiber sind sie grundlegend gewappnet, um schwarz auf weiß zu beweisen, dass Ihre Ideen dazugehören!

Extratip: Wenn Ihnen einmal nichts einfällt, dann notieren Sie doch einfach Ihre Einkaufsliste! Auch dazu ist das kleine schwarze Notizbuch bestens geeignet!

Sie wollen mit Ihren Ideen und Geschichten Freude machen? Mit Ihren Kurzgeschichten und Gedichten zusätzlich Geld verdienen?

Fangen Sie damit an, Notizen zu machen! Lesen Sie Ihre Notizen laut vor!

Lernen Sie wichtige Ideen auswendig und tragen Sie sie vor!

Sie werden hören, wie Ihre Ideen in die Welt hinausschallen und hörbar werden!

Sie hätten es vielleicht nicht geglaubt, aber es kommt alles aus Ihnen!

Tip: Wenn Sie sich einmal nicht sicher sind, steht alles in Ihrem kleinen schwarzen Notizbuch notiert!

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb ein kostenloser Kugelschreiber und ein kleines schwarzes Notizbuch die passenden Medien für das Speichern Ihrer Ideen sind?

Ganz einfach! Sie wollen sofort loslegen und verschwenden lieber keine Zeit und kein Geld mit der Suche nach Arbeitsmaterialien, sondern können mit dem kleinen schwarzen Notizbuch schnell, spontan und überall arbeiten! Während andere noch lange grübeln, welche Farbe des Einbands denn am besten für welche Art von Ideen und Notizen geeignet wäre... sind Sie bereits am Ball und nutzen Ihre Chance!

Wenn Sie irgendwann mehr als genug Geld haben, dann können Sie sich auch Notizbücher in edlem Ledereinband mit Goldkante kaufen und mit diamantbesetzten Platinfüllfederhaltern hineinschreiben. Merken Sie sich aber, dass der Inhalt nicht besser wird, wenn die Verpackung was hermacht. Das Paket verkauft sich nur besser.

Früher oder später kommt der ultimative Sell-Out. Authentizität, Originalität werden dann egal, es geht dann um finanziellen Erfolg, um sich endlich eine Karte für eine der nächsten Edelorgien kaufen zu können und in Saus und Braus zu leben. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, denn das gehört dazu! Und deswegen gehen Sie diesen Weg!

Richtig gelesen! Sie SIND schon auf dem WEG! Und weil jeder weiß, dass der Weg das Ziel ist, können Sie sich denken, dass es von hier bergauf geht!

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise und viel Erfolg!




Und wenn Sie einmal angefangen haben, täglich Notizen zu machen, dann kommt mit der Zeit einiges an Textfragmenten zusammen, die es zu lesen, zu sichten, zu ordnen gilt. Dann folgt ein Selektionsprozess und dabei ausgewählte Fragmente werden weiterbearbeitet bis hin zu einem Produkt, das Sie als gut und fertig zumindest aber als verkaufsfertig bezeichnet werden!

Extratip: Zerfledderte Notizbücher wirken geheimnisvoll und authentisch! Aber bitte nicht absichtlich fleddern! Das wirkt gegenteilig, nämlich total unauthentisch! (Wie ge-age-te/ge-relic-te Vintage Re-Issue Gitarren :)

Lassen Sie sich nicht verarschen. Und wenn Sie das eine oder andere an dem Artikel brauchbar fanden, dann nehmen Sie sich vor dem Halo-Effekt in acht oder auch in neun.

Ein kleines schwarzes Notizbuch ist jedenfalls ein nützliches Werkzeug, ein brauchbares Medium. Kaufen Sie nicht zwei oder drei. Kaufen Sie eins - und schreiben Sie Notizen. Falls Sie Hemmungen haben mit einem unsauberen Strich, einem falschen Kommentar das Notizbuch zu versauen oder Angst vor dem leeren Blatt Papier haben, dann befassen Sie sich doch etwas mit meinem AutoWrite-Projekt. Da geht's nämlich um etwas, das Ihnen in der Schule sicher erfolgreich ausgetrieben wurde: hemmungsloses Krikelkrakel, Schreibversuche, sogenannte Fehler und das Ablegen innerer Zensur.

Schreiben Sie! Ein Lektorat gibt es immer. Allerdings erst nach dem Schreiben!

Tip: Viele Werke im Kanon der Weltliteratur sind im Lektorat erst zu dem geworden, was sie heute sind! Nehmen Sie Kritik ernst, aber lassen Sie sich nicht durch eine, zwei oder hundert Absagen verunsichern! Sondern nehmen Sie sich vor, die Spottenden zu ent-täuschen!

Montag, August 17, 2009

on writing - stumble upon

Mein kleines schwarzes Notizbuch. So zerfleddert wie die festgehaltenen Fragmente im Innern.


Stumble Upon machte den Irrsinn des weltweiten Netzes erst richtig zugänglich. Während man bei Verwendung herkömmlicher Methoden die Suchmaschinenmonster mit mühselig gewählten Begriffen füttern musste, bevor man mit etwas Glück auf eine interessante Seite stoßen konnte, bekommt man mit Stumble Upon Internetseiten nach Vorauswahl bestimmter Lieblingsthemen empfohlen.

Zu meinen Präferenzen gehörten bis vor kurzem noch Rezepte. Keine Ahnung warum. Es schien mir das Richtige zu sein, auch über interessante Rezeptseiten informiert zu werden. Mit jeder weiteren Rezeptseite, die mir Huhn, Fisch, Muffins und Nudeln in allen erdenklichen Zubereitungsweisen vor die hungrigen Computeraugen hielt, wuchs meine Ungeduld. Und ich klickte weiter... und erhielt weitere Rezepte für Schokokuchen, Trennkost, Reverse-Engineered Fast Food für Zuhause und Kochen mit Sperma. Kann ja jeder machen wir er will. Jedenfalls wollte ich keine Rezepte mehr sehen.

Die Rezepte wurden aus meinen Präferenzen entfernt.

Seite einiger Zeit droht ein weiteres Interessengebiet aus meiner Liste zu fallen: Writing.

Quasi jeder zweite oder dritte Klick auf den Stumble-Button wirft mich auf eine Seite mit Tips, Anregungen und lustigen Anekdoten zum Schreiben.

Romane schreiben, Bewerbungen schreiben, Gedichte schreiben, Briefe schreiben, Bestseller schreiben, Liebesbriefe schreiben, Grußkarten schreiben, Essays schreiben, Berichte schreiben, Zeitungsartikel schreiben, Kurzgeschichten schreiben, Science-Fiction schreiben, Fantasy schreiben etc. pp undundund usw. usf.

Hinzu kommen die hundert wichtigsten Top-10-Listen der häufigsten Anfängerfehler, Stilblüten, Kunstgriffe, dicht gefolgt von ellenlangen Sammlungen an Zitaten irgendwelcher Schriftsteller, Autoren und Kritiker.

Damit nicht genug tummeln sich unter den wertvollen Empfehlungen auch noch zahlreiche Ratgeber, die ganze Bücher über das Schreiben verfasst haben und nun für unglaubliche 25,99 Euro zum Sonderpreis verkaufen! Die vermeintlichen Verkaufsseiten strotzen nur so von den Versuchen, dem geneigten Leser mittels NLP nen Knopf an die Backe zu labern, während man so gut wie kein Beispiel der exzellenten Texte, die die Ratgeber eigentlich selbst verfasst haben sollten, zu Lesen bekommt.

Es kann ja sein, dass das Universum mir mit diesen Seitenempfehlungen etwas mitteilen möchte. Ich bin bereit Universum - lass mich Deine Stimme sein ;) . Es kommt mir jedoch merkwürdig vor, dass die Ratgeberseiten zum Schreiben eines unterschlagen: die Dokumentation des kreativen Schreibprozesses, Schreibskizzen und die ganzen "Fehler", die beim Schreiben anfallen. Was macht man denn damit, mmh?

Was alle Ratgeber mitteilen, ist der Imperativ der Selektion: Geschriebenes zu vereinfachen, die sog. Lesbarkeit zu erhöhen - was kaum etwas anderes ist, als formale Kriterien zu berücksichtigen. Und bei weitem noch keinen besonderen Text ausmacht. Der ganze Mist an unnötiger Information wird aus den vielen undurchsichtigen Sätzen komplexer grammatikalischer Struktur quasi wie beim Unkrautjäten durchstöbert und alles, was nach Ansicht der Ratgeber nicht glänzt, wird ausgerupft und weggeworfen, bis gegen Ende dieses Wortmassakers nur mehr ein kleiner harmloser Rest übrigbleibt, der sich auch noch leicht ver kaufen lässt!

Nun denn. Die Schreibtips werden gestrichen. Derweil schreibe ich weiter unleserliche Notizen mit kleinen gekritzelten Illustrationen in mein kleines schwarzes Büchlein, bis die gesammelten Fragmente eines Tages gesichtet und zusammengefügt werden und daraus nette kleine Texte entstehen.

Im übrigen habe ich ein wirklich interessantes Rezept ganz nach der guten alten Googlemethode gefunden. Makronentörtchen. Diese kleinen Marzipanleckereien, die es leider kaum noch zu kaufen gibt.

Eine Schande.

AutoWrite 33 - Bröckeleien

Montag, August 10, 2009

Coffee Hack

Wer Kaffee liebt, hat Qualen mit dem Mahlen.


Problem: Keine Kaffeefilter mehr da.

Mögliche Lösungen:

1. Kaffeepresse (French Press) nehmen. Am besten mit frisch gemahlenem Bohnenkaffee.

2. Gemahlenen Kaffee in Tasse kippen, heißes Wasser drüber, ziehen lassen bis sich der Kaffee gesetzt hat, trinken oder mit feinem Küchensieb den Satz filtern. Kaffee trinken. Satz lesen.

3. Teefilter nehmen, gemahlenen Kaffee reinkippen, Filter in die Tasse, heißes Wasser drüber, ziehen lassen. Filter raus. Kaffee trinken.

Ich hab mich für Option 3 entschieden und musste eine Entdeckung machen: Kaffee aus Teefilter schmeckt so ähnlich wie Kaffee aus ner Kaffeepadmaschine (z.B. Senseo). Die kleinen runden Dinger sehen ja auch schon verdächtig nach Teefiltern aus (in England gibt's diese runden Teefilter ohne Fädchen schon länger...) Nur, dass eben Kaffee drin ist.
Wer wohl auf diese glorreiche Idee kam? Wahrscheinlich dachte man sich in Zeiten der anbahnenden Krise, eine Ware wie Kaffee müsste neu vermarktet werden, damit neue Käufer gewonnen werden, oder überhaupt damit das Kaffeekochen und Trinken inklusive leichtem Genussfaktor optimiert in den reibungslosen Alltag passt.
Kaffee auf Knopfdruck wird im Handumdrehen angefordert, was zu höherem Konsum führen kann, mehr Gewinne für die Kaffeeverkäufer etc. Das ist letztlich ganz egal...

Was mich an den Kaffeepadmaschinen etwas stutzig machte, war die Tatsache, dass die intelligenten Designer nicht bei ihren ersten Entwürfen schon auf die Idee kamen, Platz für große Kaffeepötte auf der Maschine zu lassen. Also wriklich! Wer am Arbeitsplatz hat denn noch so kleine 125ml Kaffeetassen? Wo passt denn da nen Spruch oder Bilder drauf?

Vielleicht waren sie garnicht so intelligent (so manche intelligenten Designer werden überschätzt), oder ihre Intelligenz steckte in der Verkaufsstrategie (die Analogie zu anderen intelligenten Designer darf man sich gerne denken)... nämlich für die Problematik, die die Konsumenten mit Kaffeepötten (quasi alle, die so eine Maschine gekauft haben) bald entdecken würden, eine Lösung anzubieten. Und *schwupp* bieten sie eine Kaffeepadmaschine 2.0 (hausintern vielleicht noch 0.6b). Wer die erste schon gut fand, muss die zweite mit diesem intelligenten neuen Feature lieben! Features sind klasse. Aber zurück zum eigentlichen Problem...



Wie Lösungsmöglichkeit 3 zeigt, kann man das Kaffeepadgeschmackserlebnis auch mittels Teefilter emulieren.

Kaffeepad oder Teefilter? Beides schmeckt seicht und langweilig.

unity