Samstag, Oktober 30, 2010

traurig nicht wahr - croon papillon (Crap Art: Album-A-Day)


traurig nicht wahr ist eine sogenannte Album-A-Day (Crap Art) Veröffentlichung, die heute im Rahmen des Improvisationsprojekts croon papillon entstand.

Ich hatte es nicht für heute geplant, aber schon seit längerem beabsichtigt, denn das Konzept, ein komplettes Album an einem Tag einzuspielen und gegebenenfalls zu bearbeiten, passt trefflich zu der Auseinandersetzung mit Improvisations- und Kompositionsprozessen im croon papillon-Projekt.

Wer das Album durchhört, erlebt in etwa das, was innerhalb einer Dreiviertelstunde passiert ist. Kurze Pausen sind nicht drin. Die Albumlänge beträgt ca. 35 Minuten.


AutoLyrics

Besonders freut mich, dass ich das lang angekündigte AutoPoetry-Projekt gleich in einem Abwasch einleiten konnte, da sämtliche Texte gemäß des Projektes improvisiert sind. Neben der Gitarrenschrummelei gibt es diesmal also auch Gesang, der bis auf Wrapped-Up Heart, zeitgleich zur Gitarre aufgenommen wurde.

Die Texte habe ich anschließend transkribiert, damit sie gegebenenfalls mit- oder nachgelesen werden können. Außerdem muss ich ja selbst wissen, was ich da automatisch gesungen habe.

Die Texte handeln von Liebe, Sehnsucht und Verlust und reihen sich passend in die bisherigen AutoWrite-Texte ein.

Track List

Die Aufnahmen sind bis auf das Stück Instrumental Ballad First-Takes. D.h., es handelt sich um die jeweils erste angefertigte Aufnahme.
  1. Instrumental Ballad (2nd Take)
  2. Wrapped-Up Heart*
  3. Tears of Ecstasy
  4. In My Heart (I Was So Afraid)**
  5. Morning Sun
  6. You and I Run Wild
  7. Tiny Interlude
  8. Failing Your Expectations
  9. Short Interlude
  10. The Rest of Her Life
* Gitarrenspur und Gesang wurden nacheinander aufgenommen.
** Die Aufnahme enthält 'nen Knacks, weil irgendein Programm die CPU belastet hat.


Equipment
  • Drachenstrat (EMG SA-Set)
  • Hughes&Kettner Tube 50 (Clean Channel, RedBOX D.I. Out)
  • Steinberg MI 4 und Cubase 3 SL
  • AudioTechnica AT2020

Das Download-Paket enthält die Titel als MP3-Dateien, das Album Cover als PNG sowie Liner Notes und Lyrics als PDF-Dokument. traurig nicht wahr ist auch bei Jamendo unter einer creative commons-Lizenz veröffentlicht und kann dort angehört und heruntergeladen werden. Oder einfach den Jamendo-Player rechts in der Seitenleiste verwenden.

Viel Spaß beim Hören!

Und anschließend selbst Musik spielen!

*
Creative Commons Lizenzvertrag
croon papillon - traurig nicht wahr steht unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported Lizenz.

Montag, Oktober 18, 2010

AutoWrite 38 - weitergehen

Freitag, Oktober 15, 2010

Diskursfestival - Exkurs 2010 werden zwischen sein

Das diesjährige Diskursfestival Gießen findet vom 14. bis zum 17. Oktober statt und wurde gestern im temporären Theaterbau 'Inverted Theatre' auf der Wiese Bismarckstraße Ecke Stephanstraße eröffnet.

Als Auftakt gab es eine Diskussionsrunde über die künstlerische Nutzung öffentlicher und halb-öffentlicher Räume, zu der die Kümmerei Gießen eingeladen wurde, die sich als künstlerisches Projekt zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Gießen u.a. um Leerstandsmanagement, Vernetzung und Beratung kümmert. Der ebenfalls geladene Präsident der Justus-Liebig-Universität Prof. Dr. Joybrato Mukherjee war leider krankheitsbedingt verhindert.

Die Kümmerei Gießen in der Steinstraße 75.
Ein Projekt zur Beratung für Kunst- und Kulturschaffende


Um 21 Uhr stellte das INSTANTatelier, das vom 3. bis 14. Oktober stattfand, die Performance NEUE UFER vor. Anschließend wurde zum Gespräch bei Musik, Cocktails, frischem Minz-Ingwertee und kleinen Happen in gemütlicher Atmosphäre in den Georg-Büchner-Saal in der Alten Universitätsbibliothek, Bismarckstraße, eingeladen.

Die in der Gießener Innenstadt zur Gestaltung durch Gießener
aufgestellten Logen wurden für den Theaterbau verwendet.
Manch ein Gießener hat dabei mitgewirkt
und weiß es noch nicht.

Vor kurzem im Seltersweg: kleine Loge zur Gestaltung.
Zitate, Grüße, Wünsche und Skizzen wurden von
den Gießenern hinterlassen.

Inverted Theatre: Links neben dem Spinnennetz ist der
mobile Wohnzimmerfotoautomat

Im Fotowohnzimmer
Spiegel und Kamera

Glory Hole: Im 'Inverted Theatre' lernt man, was Liebe ist und kann rausschauen.


Im mobilen Wohnzimmerfotoautomaten:
Kitsch, Groschenroman und das Gefühl von falschem Zuhause

Bevor die Diskussionrunde begann, nutzte ich die Zeit, um ein paar Aufnahmen im mobilen Wohnzimmerfotoautomaten zu machen. Das macht Spaß und kostet nur 50 Cent.

Und während manche nach der Veranstaltung über NEUE UFER redeten, setzte ich mich zur Wasserfarbenmalerei auf den Teppich.
Ich kann nur empfehlen, in den verbleibenden Tagen den Theaterbau und die Vorstellungen zu besuchen und nachzufragen, mitzureden. Kaffee, Kuchen, Sitzmöglichkeiten, Fotospaß und Begegnungsraum sind gegeben.

Wasserfarbenmalerei bei Musik, Cocktails und gemütlicher Atmosphäre
im Georg-Büchner-Saal
Bunt, fröhlich, von Liebe und abgründig.

Samstag, Oktober 09, 2010

Star Wars Uncut - Epsiode IV A (very) new Hope

Den offiziellen Termin der Veröffentlichung der Final Selection habe ich wohl verpasst, aber da ich gerade auf The Night of the Living Dead: Re-Animated aufmerksam geworden bin, fiel mir das kultige Star Wars Fan-Projekt wieder ein.
Der gesamte originale erste Teil (Episode IV - A new Hope) wurde in kurze (15s) Segmente aufgeteilt, die Fans, Freunde und Trekkies (die ja immerhin schon zehn oder elf Fan-Filme ins Kino gebracht haben...) mit selbstgewählten Mitteln nachspielen konnten. Die einzelnen Segmente wurden veröffentlicht und von den Zuschauern bewertet.
Die "offizielle" Version von Star Wars Uncut ist eine Aneinanderreihung der am besten bewerteten Segmente.

Watch Star Wars Uncut!

Viel Spaß und gute Unterhaltung!


The Night of the Living Dead: Re-Animated Trailer

Enjoy Gießen - Kritzeleien in der Nacht

Notizen, Skizzen und Selbstportrait
bei einem Mojito Light in der Enjoy Bar, Gießen. (ald)

Durch die Nacht

Ziel- und vorbehaltlos durch die Stadt.
Die Nacht verändert das Bewusstsein, macht aus täglichen Gestalten nächtliche
und manche von ihnen betrunken.
Enjoy Bar. Billard, Kicker, Cocktails. Einer sitzt an der Wand und zeichnet.
Zwei Drivers für den Fußgänger. Notizen.
Dann zurück in die Nacht. Studentenfutter.

Das ist kein Gedicht. Mehr fällt mir grad nicht ein.

Selbstportrait und Selbstfigur
Kugelschreiber im kleinen schwarzen Notizbuch (ald)

Freitag, Oktober 08, 2010

Der Henker ist eingetroffen, Hoheit!

Kaum steht man ein wenig erhöht,
wird man zur Prominenz.

Es war einmal...

Ich stand auf einem Mäuerchen an der Bushaltestelle, als ein Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite zu mir herübertrat und verkündete: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit."
Nur diese Worte. Er hielt dabei seinen Blick gesenkt und bewahrte drei Schritt Abstand. Dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit. D.h., ich sah im noch eine Weile zu, wie er im Licht der Straßenlaternen mit der Hand hinten in der Hose davonschlurfte.

Was wusste der Kerl über meine adeligen Vorfahren? War der Henker in der Nähe? Würde er meinem hoheitlichen Befehl unterstehen - oder war er grausig gar für mich gekommen, sein endgültiges Handwerk zu erledigen?

Ich erinnerte mich an den Seelenhandel, der ja in Ermangelung teuflischer Mittel rechtmäßig nicht zustande gekommen war, auch hatte ich nichts unterschrieben. Er schwirrte ab, der arme Teufel und ich blieb ohne Erfolg. Doch vielleicht war ich auf eine List hereingefallen? Sowas wie eine Seelen-Phishing-Attacke, die satanische One-Click-Policy. Ein falsches Wort und schwupp! Seele weg? War die tägliche Lektüre des großartigen Sinfest-Webcomics ein Stolperstein? Rock'n'Roll, Blues, Jazz und Heavy Metal? Ich schob die Gedanken beiseite und konzentrierte mich auf die seltsame Begegnung.

Zurückgespult

Die Szene lief vor meinem geistigen Auge ab und ich spulte sie immer wieder zurück, als stünde ich vor dem Lebensende auf der Suche nach einem Funken Glückseligkeit in der Erinnerung meines irdischen Wandelns, oder als Literaturkritiker über einem Groschenroman.

Der Mann schlurfte von der gegenüberliegenden Straßenseite zu mir herüber, blieb neben mir stehen und sagte: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit!", ohne mich dabei anzusehen.

Zurückgespult
. Der Mann stieg vermutlich aus einem Bus aus, schlurfte dann herüber - Moment! Wo waren die Autos? Schlurfte er tatsächlich durch den Verkehr oder nutzte er eine ruhige Ampelphase? Ich konnte mich nicht erinnern. Er schlurft herüber in seinen abgetragenen Klamotten, bleibt stehen, sagt seinen Satz.

Zurückgespult. Er tritt an mich heran und ich beobachte ihn. Er sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Er kommt von der Straße auf den Bürgersteig, bleibt neben mir in drei Schritt Entfernung stehen und sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Er blickt mich nicht an. Stopp!

Zurückgespult. Er blickt nicht mich an ... Sondern steht abseits von mir und spricht als stünde er vor einem anderen, zu einem Unsichtbaren: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit." Was für eine Geste, mit der er dabei auf mich deutet? Einbildung! Ich beobachte ihn, wie er im Licht der Straßenlaternen verschwindet. Ein leises Schwirren in den Schatten zu meiner Linken. Einbildung.

Ich sah mich um, doch keiner der anderen Wartenden schien von der Begegnung Notiz genommen zu haben. Ich schrieb mir den merkwürdigen Satz des Fremden in mein neues kleines schwarzes Notizbuch und machte zwei Fotos mit dem Handy. Dann nahm ich den Bus.

Hoheit oder Henker?
Oder nur Statist?

Samstag, Oktober 02, 2010

Gießen Improvisers Pool - Jubiläumskonzertbericht

Alte Universitätsbibliothek, Gießen, 01.10.2010

Der Gießen Improvisers Pool veranstaltete zu seinem zwanzigjährigen Bestehen ein Jubiläumskonzert und präsentierte improvisierte Musik in wechselnden Besetzungen.

Manfred Becker, Peter Geisselbrecht

Zwei Stuhlreihen waren im Georg-Büchner-Saal der Alten Universitätsbibliothek gestellt, dabei hatte ich eine Menge erwartet: Studierende, neugierige Zuhörer, Schulklassen.
Es blieb viel Raum - und der wurde von Musik lebendig.

Nach einer freundlichen Begrüßung und Einführung in den Abend - es werde vorwiegend in Trios improvisiert - begannen die Musiker ihr Spiel.

Georg Wolf, Manfred Becker, Martin Speicher

Es war anders als mein erster Besuch eines GIP-Konzerts. Und ich hörte und achtete anders auf die Musiker und wie sie sich bewegten. Denn neben dem was sie spielten, war zu beobachten, was sie nicht spielten, z.B. wenn Wolfgang Schliemann immer wieder zum Schlag ausholte und dann doch keine Trommel und kein Becken zum Klingen brachte, das war dann auch zu hören.

Und noch viel mehr.

Das sind neue Hörerfahrungen, und man kann auf den Geschmack kommen. Vielleicht passt es, ein Zitat des improvisierenden Kampfkünstlers Bruce Lee auf die Musik zu übertragen: Manche Musik ist beliebt und populär, begeistert das Publikum durch reißerische Spieltechnik und passende Show, aber gib Acht: sie ist wie verwässerter Wein.
Manch andere Musik kommt ohne Show, aber sie hat das gewisse merkwürdige Etwas. Wie Oliven, ihr Aroma ist eigen und bleibt. Du kommst irgendwann auf den Geschmack. Aber niemand kam bisher auf den Geschmack von verwässertem Wein. (Vgl. Tao of Jeet Kune Do)

Das Konzert ging mit gewünschten Zugaben bis 22 Uhr. Anschließend Gespräche und ein sanftes Ausklingen des Abends.

Frank Rühl, Georg Wolf, Wolfgang Schliemann

Von der Gießener Allgemeinen gibt es ein kurzes YouTube-Video-Interview mit kleinen musikalischen Eindrücken. Das Erlebnis, beim musikschaffenden Spiel der Musiker anwesend und teilnehmend zu sein, kann das Video nicht ersetzen, deswegen das nächste Konzert nicht verpassen - und bis dahin selbst Musik spielen!


Frank Rühl erzählt zum zwanzig-jährigen Bestehen des GIP
und Peter Geisselbrecht zeigt, dass man zum Klavierspielen
Köpfchen gebrauchen kann

Sintel - Blender Open Movie




Sintel ist ein mit der OpenSource Software Blender produzierter Fantasy-Film. Ein feines Projekt, wie ich finde.
Der Film ist sowohl auf YouTube zu sehen, als auch als Download in HD (2048 x 872 px) in verschiedenen Formaten (OGV, DivX, MP4) erhältlich.

Montag, September 27, 2010

Tito & Tarantula im Jokus, Gießen - Konzertbericht

Jokus, Gießen - 26.09.2010

Die Kultband Tit0 & Tarantula um den charismatischen Frontmann Tito Larriva machte auf ihrem ewigen Road Trip einen kurzen Halt in Gießen.

Wer Filme von Robert Rodriguez mag, wird die Musik der Band und den Frontmann aus Desperado, Once upon a Time in Mexico oder From Dusk Till Dawn kennen. In Kürze läuft der jetzt schon kultige Streifen Machete, zu dem Tito & Tarantula ebenfalls Musik spielen, in den Kinos an.

"The Equipment" - Wie die Foltermaschine eines Horrorfilms.
Instrumente auf der Bühne im Jokus.

Ankunft

Einlass im Jokus war offiziell um 20 Uhr. Ich kaufte mir eine Karte und spazierte noch etwas durch den Abend. Die Musik sollte um 21 Uhr starten, Zeit also für ein schnelles Abendessen und einen Kaffee. Unterwegs fragt mich jemand, ob ich eine Karte für Tito&Tarantula möchte, er hätte eine zuviel. - Danke, hab grad eine gekauft.

Man trifft sich auf dem Konzert wieder. Ich geb die Lederjacke an der Garderobe ab und kauf mir ne kalte Apfelschorle. Drinnen kleine Clubatmosphäre, alles geordnet. Einige wenige in schwarzer Kluft, ein paar Polohemdenträger und fast jeder mit ner kühlen Flasche in der Hand. Im gesamten Haus ist Rauchverbot, vor dem Eingang daher leises Gedränge aschender Figuren.

Caroline "Lucy LaLoca" Rippy am Bass, Tito Larriva an Mikro und Gitarre

Erster Teil

Am Merchandise-Stand gibt's Buttons, Autogrammkarten, T-Shirts und CDs von Tito&Tarantula und auch von der Vorband (Support) Kellner aus Regensburg. Nie gehört, wusste nichtmal, dass eine Vorband spielen würde. Ich unterhalt mich kurz mit dem Typen hinterm Stand und bin gespannt auf den angekündigten Akustikrock.

Pünktlich um 21 Uhr betritt dann Kellner die Bühne und startet den Live-Abend mit Präsenz und Musik, die das Publikum schonmal zum Mitwippen bewegt. Sie spielen ein abwechlungsreiches Set und aufgrund des lautstarken Wunsches aus dem Publikum auch eine Zugabe bevor sie die Bühne räumen. Dann folgt eine Umbauphase, während der manche draußen rauchen, andere frische Luft schnappen.

After Dark - Tito holt hübsche Frauen auf die Bühne, die kurz darauf
hinter lauten Kerlen nicht mehr zu sehen sind - und es wird getanzt!

Zweiter Teil

Nach einer knappen halben Stunde beginnt der Hauptteil des Abends mit der Musik, auf die alle gewartet haben. Die Musiker werden umjubelt empfangen und begrüßen das Publikum mit einem Set aus teils bekannten und teils neuen Stücken. Das Konzert gehört zur Promotion-Tour für das neue Album Back into the Darkness. (Anm. d. Verf.: Dachte ich zumindest, wegen des coolen Banners im Hintergrund der Bühne. Tatsächlich ist das Album von 2008. Tito und Freunde sind also schon seit ner Weile auf dem Weg zurück in die Dunkelheit ... Lichtblicke wie dieses Konzert scheint's trotzdem zu geben.)

Verschwitzte Gitarrenriffs mit den TänzerInnen vor der Bühne.

Es ist eine Rockmusik, die man bis zur Ekstase spielen und tanzen muss, um sie zu erfahren. Tausend mal Tausend Meilen Road Trip der Band, und das eigene Leben beginnt zu beben und unaufhaltsam durch die Stadt, die Straßen in die Welt zu dringen. I'm on the road again... Die Wohnung, das Haus, das Zimmer nur eine kleine Station zur Rast auf dem Weg durch Tag und Nacht eines taumelnden Planeten. Bloßes Gerede bis man tatsächlich unterwegs ist und ein Traum sobald man kurz innehält.

Steven Medina Hufsteter - Gitarrist mit Hut, lässig heißen Licks
und ner schwarzen Duesenberg. Alfredo "It's no wig!" Ortiz an den Drums.


Als letzte Zugabe, nach La Bamba, erzählte Tito eine kleine Anekdote über den Einfluss deutscher Musiker auf die mexikanische Musik, die nicht nur Bier, Schnaps und deutsche Frauen mitgebracht und damit für Begeisterung gesorgt hätten, sondern auch die Blasmusik. Ich war mir nicht sicher, ob ich einen leisen Vorwurf heraushören sollte. Danach gab's La Cucaracha.

Abfahrt - Back into the Darkness

Die vier Musiker verließen schließlich die Bühne und hinter dem Publikum vorbei den Raum, um auf die Straße zurückzukehren.
Ihr ewiger Road Trip geht weiter. Wer ihnen begegnet, darf sich auf ein kleines musikalisches Abenteuer freuen.

Ich warte auf Machete.

(ald)

Sonntag, September 26, 2010

Der einfachste Weg, um als Künstler ins Museum zu kommen ...

"Der einfachste Weg, um als Künstler ins Museum zu kommen,
ist eine Eintrittskarte zu kaufen." (ald)

Samstag, September 25, 2010

Jubiläumskonzert - 20 Jahre Gießen Improvisers Pool (GIP)

GIESSEN
IMPROVISERS POOL


Peter Geisselbrecht - Piano
Frank Rühl - E-Gitarre
Georg Wolf - Kontrabass
+
Manfred Becker - Akkordeon
Wolfgang Schliemann - Schlagwerk
Martin Speicher - Saxophon und Klarinette



Freitag, 1.10.2010,20h
Alte UB, Bismarckstr. 37, Giessen


Eine Veranstaltung des GIESSEN IMPROVISERS POOL
gefördert vom Kulturamt der Stadt Giessen




Hingehen

Freunde improvisierter Musik und neugierige Erlebniswanderer dürfen sich auf einen ganzen Abend besonderer Klangerfahrungen freuen. Das Ungewöhnliche wird zum Teil des Spiels, Klavier kann man auch mit dem Kopf spielen und E-Gitarre mit einem Ventilator. Wer schon immer mal sehen und hören wollte, wie unterschiedlich Tischtennisbälle und Flummis im Klavier klingen und zudem einen angenehmen Abend mit stiller und großartiger Musik erleben möchte, der möge kommen!

Einen kleinen Konzertbericht zu einem der vergangenen Konzerte gibt es hier: Der Flummi im Klavier.

Sonntag, August 29, 2010

AutoWrite 37 - herzweh

AutoWrite 37 - ald
(Bild zur Vergrößerung anklicken!)

Das Projekt geht weiter

Das vor langer Zeit angekündigte Ablegerprojekt AutoPoetry, die ungeschnittene Audioaufnahme von improvisierter Dichtung, ist mit einigen Versuchen in der Mache. Die einzelnen AutoPoetry-Beiträge werden dann als MP3-Datei verfügbar sein.

Wer ungeduldig oder latent hoffnungslos auf weitere Kapitel des automatisch geschriebenen Zombieromans AutoNovel ZombieTrash warten sollte: das Projekt geht weiter. Ich wiederhole: Das Projekt geht weiter.
Die ursprüngliche Deadline wurde zwar immens weit verschoben (nichts ist unmöglich...), damit muss man bei solchen Projektzombies und Zombieprojekte allerdings rechnen. Wer garnicht warten kann, der soll sich z.B. Zombieland anschauen (Woody Harrelson forever! Und Bill Murray in einer seiner besten Rollen)


Spätsommerherbstmelancholie

Passend zum ausklingenden Sommer verweise ich (mal wieder) auf das ewig gleiche Lied, das wie kein zweites Melancholie, Hoffnung und Sehnsucht der zwielichtigen Passage von Sommer zu Herbst einzufangen vermag: Unser Sommer von Voices Violin (music by triggercult).

Wer nen Mp3-Player sein eigen nennt, kann sich Musik von Voices Violin hier herunterladen (free download heißt das ja):
  1. Unser Sommer - Voices Violin (.mp3)
  2. Lied Nr.2 - Voices Violin (.mp3)
Wer das Stück gerne mitsingen möchte hat jetzt einfach die Möglichkeit dazu, denn der Text ist auf dem MySpace-Profil veröffentlicht. Außerdem ist ein Leadsheet mit den Akkorden in Arbeit, so dass das melancholische "Unser Sommer" von Euch am Lagerfeuer, zum herbstlichen Grillabend, einsam im eigenen Zimmer oder unterwegs mit alten und neuen Freunden gesungen werden kann.

Voices Violin bei MySpace. Auch wenn es keine neuen Lieder gibt,
das Profil ist erneuert und mit dem Text zu "Unser Sommer"
versehen. Bald gibt's auch ein LeadSheet mit Akkorden für Gitarre.

Ich wünsche allen und besonders den Melancholikern einen friedlichen Spätsommer und einen wunderschönen Herbst! Legt Euch auf eine Wiese, setzt Euch unter einen Baum, genießt Wind und Sonne. Lest ein Buch, schreibt selbst eins, summt, singt, spielt Eure eigene Melodie für den Herbst!

Montag, August 23, 2010

Die Fender CIJ '72 Telecaster Thinline und der EMG 60 (18-V Mod)

Elendiges Single-Dasein einer 9-Volt-Batterie.
Verpackt in kuscheligem Schaumpolster.

Unter EMG-Nutzern kursiert das Gerücht um eine einfache Modifikation, denen manche Wunderheilung, andere Quacksalberei zusprechen.

Die EMG 18-Volt Modifikation klingt so reißerisch wie Pai Meis Fünf-Punkte-Herzexplosionstechnik. Manche flüstern sie geheimnisvoll in esoterischen Gesprächen über Gitarren-Equipment und Tuning, andere winken amüsiert ob solch übertriebener Geschichten halbstarker Metalgitarristen ab und löten daraufhin OrangeDrops oder BumbleBees in ihre Vintage-Gitarren.

Die EMG 18-Volt Modifikation ist ein Mem, das sich bei passender Gelegenheit in den Köpfen jener Gitarristen festsetzt, die sich von den Vorurteilen anderer Gearheads beeinflussen lassen. Aktive Tonabnehmer seien doch undynamisch, unmusikalisch und besonders die Humbucker-Modelle von EMG würden komprimiert klingen.
Das lässt man sich nicht gerne sagen und verweist (Sie hören das Mundharmonikathema aus Spiel mir das Lied vom Tod) ... auf die EMG 18-Volt Modifikation!

And what, pray tell, is the EMG 18-Volt modification?

Aktive EMG Tonabnehmer sind mit einem internen Vorverstärker ausgestattet der standardmäßig mit 9 Volt betrieben wird, aber auch mit 18-Volt und sogar 27-Volt betrieben werden kann. Die Modifikation führt man durch, indem man anstatt nur einer 9-Volt Blockbatterie zwei oder drei davon in Reihe schaltet. Ganz einfach.

3 zusätzliche Batterieclips, 2 9-Volt Blockbatterien in Reihe geschaltet
und fertig ist die 18-Volt-Modifikation. Die Lötstellen
wurden mit Isolierband ... isoliert.

Was muss man dabei beachten?

Man braucht Platz für zwei (bzw. drei) Batterien. Da man im Elektronikfach einer E-Gitarre nur begrenzten Raum für Schalter, Potis, Kabel und Batterien zur Verfügung hat, muss man damit gut haushalten bzw. eventuell sogar die Fräsung erweitern. Letzteres sollte mit entsprechendem Werkzeug und/oder vom Fachmann erledigt werden.

Dank kleiner Potis und fehlendem Pickupschalter passen
beide Batterien samt Kabelsalat in das kleine Elektronikfach
der Telecaster.

Wer nicht genügend Platz findet, kann die 18-Volt Modifikation trotzdem durchführen und die Batterien zu Testzwecken draußen lassen. Dafür gibt es Gaffertape. Dieser Test ist übrigens auch zu empfehlen, bevor man sich entschließt, das Elektronikfach zu erweitern.

Welchen Unterschied gibt es zwischen 9-Volt und 18-Volt Betrieb?

Laut EMG wird der sog. Headroom erweitert und die Anschlagtransienten werden deutlich krisper. Die Ausgangsleistung (Output) wird nicht wesentlich erhöht, deswegen braucht man sich also nicht zur 18-Volt Mod verleiten zu lassen. Im Übrigen ist der Vorteil aktiver Tonabnehmer ja nicht deren Ausgangsleistung, sondern die Eigenschaft besonders clean zu klingen, womit ein definierter Hi-Gain Sound bei Verzerrung erreicht wird. Nuanciertem Spiel o.ä. kommt diese Eigenschaften ebenfalls entgegen. Ich schätze die EMGs beim Akkordspiel gerade für ihre definierte und homogene Abbildung von Vier- oder Fünfklängen.


Wieder alleine - die 9-Volt Batterie im Elektronikfach.
Weniger Headroom, aber mehr Platz zum Rumrutschen.

Fazit

Braucht man die EMG 18-Volt Modifikation? Da der Aufwand gering ist, kann jeder Interessierte Gitarrist den Vergleich für sich machen und dann selbst entscheiden, ob der 18-Volt Betrieb dem eigenen Spiel entgegenkommt.

Abgesehen von solchen Basteleien gibt es andere Empfehlungen für besseren Sound:
  1. Frische hochwertige Saiten in passender Saitenstärke verwenden.
  2. Fingerspitzengefühl verfeinern.
  3. Spieltechnik verfeinern.
  4. Vorhandenes Equipment verstehen und passend einstellen.
Ich spiele den EMG 60 vorläufig wieder im 9-Volt Betrieb und behalte die andere Batterie in Reserve: "Man kann ja nie wissen, wann einem auf der Bühne, mitten im großartigsten Solo des 21. Jahrhunderts, die Batterie leer geht." ;)

Mittwoch, Juli 28, 2010

Gitarrenschaltung - Das Hals-Steg-Ding

Drachenstrat mit EMG-Tonabnehmern,
unkonventioneller Verschaltung
und vertauschten Potiknöpfen.

Als ich in der E-Gitarre noch ein feines ST-RAT Set von Rockinger verbaut hatte, waren die Tonabnehmer (passive Single-Coils) konventionell verschaltet. Mittels 5-Weg-Schalter konnte man folgende Tonabnehmerkombinationen wählen:
  1. Hals (neck)
  2. Hals-Mitte (neck-middle)
  3. Mitte (middle)
  4. Mitte-Steg (middle-bridge)
  5. Steg (bridge).
Ein Lautstärkerregler (Volume) für alle Tonabnehmer und ein Höhenregler (Tone), der die Höhen dämpft, für jeweils Hals- und Mitteltonabnehmer.
Der Stegtonabnehmer, der aufgrund seiner Position unter den Saiten andere Obertöne abnimmt und damit allgemein heller "klingt", hat in der Standardschaltung für Strats keinen Höhenregler.

In der Spielpraxis brauchte ich den Höhenregler für den Halstonabnehmer nicht, und so dachte ich mir, tausche ich doch mal Hals- und Stegtonabnehmer in der Verschaltung aus und probier' mal, wie mir das zusagt.


Operation gelungen ...

Nach dem kleinen Löteingriff, bei dem ich lediglich die Anschlüsse von Hals- und Stegtonabnehmer am 5-Weg-Schalter vertauschte, hatte der Stegtonabnehmer nun einen Höhenregler. Außerdem funktionierte mein 5-Weg-Schalter anders. Zeigte der Schalter vormals in Richtung Hals, war der Halstonabnehmer gewählt. Nun erklang der Stegtonabnehmer.

Das störte mich nicht, und dieser kleine Kniff hatte den Vorteil, dass ich den Stegtonabnehmer öfter verwendete und eher geneigt war, damit zu experimentieren, als zuvor.

Nach dem Wechsel zu den aktiven EMG Tonabnehmern behielt ich diese Verschaltung bei. Aus irgendeinem Grund vertauschte ich einmal die Reglerknöpfe. Das änderte nichts an der Funktion der Regler, stiftete aber manchmal Verwirrung, wenn andere meine Gitarre z.B. auf Jamsessions spielten.


croon papillon: Selbstfigur beim Gitarrespielen (ald)
Scan; Bleistift auf Papier

Pling Pling Pluck Pluck

Als E-Gitarrenspieler ist man u.a. bestrebt, Tonformung (Saitenmanipulation durch Greif- und Anschlagtechnik; "Der Ton kommt aus den Fingern.") und Klang (Tonabnehmer, Verschaltung, Effekte, Verstärker, Lautsprecher) zu optimieren. Letztlich ist beides eng miteinander verbunden, weshalb man allgemein vom Sound eines Gitarristen spricht (und dabei die Tonformung ein wenig vernachlässigt, was gut für die Hersteller von Gitarrenequipment ist und schlecht für Gitarrenlehrer). Wer mehr dazu lesen will, dem empfehle ich die folgenden beiden Links: Gitarrenelektronik und Elektrogitarre.
Die Verschaltung spielt eine Rolle, da die einzelnen Tonabnehmer die Saitenschwingung an verschiedenen Positionen abnehmen und entsprechend unterschiedliche Obertöne hervorheben (die Klangfarbe ändert sich).
Gitarren mit zwei Tonabnehmern (z.B. Telecaster) bieten die Möglichkeit, Steg- und Halstonabnehmer zusammenzuschalten, was in der Standardschaltung bei drei Tonabnehmern nicht möglich ist. Da die Kombination aufgrund der Mischung beider Signale wünschenswert sein kann, verschalten manche Gitarristen ihre Gitarren - teilweise sehr aufwändig - neu.


Probieren ist gleich Studieren

Die EMG-Tonabnehmer verfügen über komfortable Steckverbindungen, so dass ein Tausch der Tonabnehmer unkompliziert erfolgt. Mittlerweile hatte ich auch wieder Gefallen an einem Höhenregler für den Halstonabnehmer gefunden und wollte so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Ich tauschte einfach die Steckverbindungen (EMG Quick Connect) von Hals und Mitteltonabnehmer aus. Damit war der Mitteltonabnehmer vom Höhenregler befreit, und die Schaltung sieht nun wie folgt aus:

  1. Steg (bridge)
  2. Steg-Hals (bridge-neck)
  3. Hals (neck)
  4. Hals-Mitte (neck-middle)
  5. Mitte (middle)

Das hat keine fünf Minuten gedauert und eröffnet neue Klangmöglichkeiten.

Warped Pickguard: Zu viel Sonne auf der Bühne ...
und zu heiße Soli ...
Weil der Korpus eine sog. HSH-Fräsung hat,
gab's keinen Halt für die eine Schraube.

Interesse am Basteln?

Wer Fragen zum Verschalten von Tonabnehmer hat, dem empfehle ich zunächst den Workshop-Bereich auf der Rockinger-Seite. Dort finden sich Standardschaltungen und weiterführende Informationen. Wer dann Feuer gefangen hat, kann sich im Rockinger Shop austoben und Teile bestellen.

Montag, Juli 26, 2010

Stell Dich! - Aus meinem Drachenbilderbuch

"Stell Dich!" rief der kleine Ritter dem Drachen zu.
Und der Drache setzte sich auf den Felsen. (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier
(Draufklicken zur Vergrößerung)


Einer meiner Projektzombies, der mich hin und wieder anstubst, ist ein Bilderbuch. Genauer gesagt, sind es die Figuren dieses Bilderbuches, die mir immer wieder vor dem inneren Auge auftauchen und mir ihre Geschichten erzählen. Sie betonen, wie wichtig es sei, dass ich sie endlich illustriere und veröffentliche. Das geht schon seit Jahren so und sie sind nicht die einzigen.

Bisher sind die Figuren auf meiner E-Gitarre, der Drachenstrat, zu finden und in einer Zeichenmappe mit Skizzen, Notizen, Texten, Dialogfetzen und Illustrationen.

Drachenstrat und Illustrationen (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier und Gitarre (Korina Korpus)

Und so wuselt ein kleiner Ritter mit seinem Pferdchen vor mir auf dem Schreibtisch herum und erklimmt die Tastatur, um sich bemerkbar zu machen, gleichwohl er weiß, wie gefährlich die riesigen Hände für ihn und sein Reittier sein können. Hinter mir entfaltet der Drache seine ledrigen Flügel und reckt seinen Hals gähnend zur Zimmerdecke in schläfriger Geduld eines Jahrtausendtiers, das die Hektik schreibender Finger beobachtet wie ein Hund auf dem Sofa seinem staubsaugenden Herrchen oder Frauchen zusieht.

"Das Bilderbuch hätte schon vor Jahren fertig gestellt sein sollen." murmelt der Drache in mein Ohr. Jaja, denk ich. Aber das ist eine lange Geschichte!


Es war einmal vor langer langer Zeit...

Begleitend zu einem zweisemestrigen "Seminar zum Bilderbuch" an der JLU Gießen bei Prof. Dr. Axel von Criegern fertigte ich Zeichnungen, Skizzen, Notizen und allerlei Fragmente zu einem Bilderbuch, das den Namen Ritter&Drache trägt.
Das Seminar erschien insofern interessant, als Axel von Criegern selbst Illustrator ist und entsprechend Erfahrungen sammeln konnte. Zuvor hatte ich an einem Bilderbuch (Die Reise nach Irgendwo - Eine Bärengeschichte) gearbeitet, das mich zu jenem Zeitpunkt schon als Projektzombie verfolgte. Sowohl Handlung als auch Figuren wandelten sich in einem langen Prozess des Sinnens und Schaffens.

Reise nach Irgendwo, Kapitänskajüte
Ein Bär mit Schreibblockade?
Acryl auf Papier
(ald)

Vom Seminar erhoffte ich mir die nötige Struktur und Erkenntnisse über den Arbeitsprozess der Erstellung eines Bilderbuches, dem Verhältnis von Erzähltext und Illustration, sowie Praxis in der Coloration, da mich meine Aquarellarbeiten nicht zufriedenstellten.

Von Rittern, Drachen und Prinzessinnen, die in Türmen gefangen sind.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Die Handlung

Es ist die Geschichte von einem kleinen Ritter, der auszog einen Drachen zu bezwingen, um so einer gefangenen Prinzessin seine Liebe und Tapferkeit zu beweisen. Dummerweise schien es nirgendwo auf der Welt noch Drachen zu geben und anstatt die Prinzessin einfach ohne besiegtem Drachen zu befreien, begann er eine lange Queste nach dem letzten Drachen dieser Welt.

Die Tierkinder mit ihren Puppen.
Bleistift auf Papier. (ald)

Erzählt wird die Geschichte von einem Nilpferd, das zusammen mit ein paar Tierkindern die Geschichte in Form eines Puppenspiels darstellt. Es sind durch Text und Illustration verschiedene Ebenen der Narration verwoben: die eigentliche Geschichte von Ritter und Drache, die gelesene Erzählung des Nilpferds und die Darstellung der Geschichte im Puppentheater.

Ein kleines halbstarkes Nashorn, eine kleine verträumte Giraffe,
ein kleiner Elefant mit Fprachfehler, ein kleines bissiges Krokodil
und eine kleine verpeilte Hyäne.

Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Ein weiterer Handlungsstrang ist die Begegnung des Drachen mit seinen Tierfreunden, die ihn auf seiner Reise zum Mond begleiten, da er sich erhofft, dort vielleicht eine Drachenfrau zu finden. Immerhin ist er als letzter Drache dieser Welt ziemlich einsam.


Im weiten Himmel unter der Sonne.
Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Das Problem


Ich erlebte u.a. zwei Dämpfer, die mich nachhaltig verunsicherten.
  1. Axel von Criegern bezweifelte, dass das Buch jemals fertig würde, als ich ihm anbot, ein fertiges Exemplar zukommen zu lassen. ;) Das war vielleicht nur ein Witz, oder Lebensweisheit, jedenfalls traf mich das doch nachhaltig stark, zumal ich das Scheitern solcher Projekte leid war.
  2. Auf der Frankfurter Buchmesse (2004) machte mich ein Literaturagent, mit dem ich (Dank gezeichneter Visitenkarte) ein Treffen vereinbaren konnte, darauf aufmerksam, dass es keine Bilderbücher für Jugendliche und Erwachsene, wie meines eins zu werden schien, gebe. Anders gesagt: es würde niemand kaufen. Desweiteren merkte er an, dass es zwar eine Reihe guter Illustratoren und gute Texter gebe, aber eben nicht in einer Person und ich sollte doch überlegen, ob ich nicht bei den Illustrationen bliebe. Ich war etwas empört und erklärte, ich würde ihm Illustrationen und Text zu einem anderen Bilderbuchprojekt (der Reise nach Irgendwo...) in den folgenden Wochen zur Ansicht zukommen lassen.
Ich brauch kaum zu erwähnen, dass ich dem Agenten in meinem Selbstzweifeln nichts habe zukommen lassen und mich dieses ganze Erlebnis doch recht überfordert hatte. Hinzu kam, dass mich ein anderer Agent, der ausschließlich mit Illustrationen zu tun hat, einmal auf die Animationsfilmindustrie verwies und zum anderen aufforderte zur folgenden Kinderbuchmesse in Bolognia zu kommen und meine Arbeiten als Illustrator vorzustellen.
Italien schien mir unerreichbar weit weg, die Fahrt zu teuer, die Reise und die vielen Leute zu unbekannt und überhaupt stand ich ohne Plan da. Ich war durcheinander.

"Warum muf ich immer twei fpielen?" beschwerte sich der kleine Elefant,
der neben dem Elefanten auch den Drachen halten musste.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)


Formatschwierigkeiten

Ich wählte aus Unkenntnis ein mich ansprechendes aber kniffliges Format irgendwo zwischen A4 und A3. Das bedeutete u.a., dass ich die Illustrationen nicht ganzseitig einscannen konnte. A3 Scanner waren rar und teuer und das Stückeln mittels A4-Scanner war mir zu fummelig.

"Hyäne, Du muft mitfpielen!" ermahnte der kleine Elefant die kleine Hyäne,
die unbeteiligt an ihrem Puppenstock knabberte.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Desweiteren hatte ich weder viel Erfahrung, noch Routine im Umgang mit digitaler Bildbearbeitung. Kein Grafiktablett und keinen brauchbaren Computer. Das war noch zu den (Atari-Clone-)Milan-Zeiten. Ich hatte zwar die beste und freundlichste Textverarbeitung der Welt und konnte auf dem Rechner Hascs spielen, mehr aber auch nicht. Von meiner teuren Enttäuschung mit dem Harddisk-Recording (StarTrak-Karte) will ich jetzt garnicht reden.

Auszug aus dem Storyboard (ald)
Bleistift auf Papier

Was vor mir liegt...

Sollte ich Zeit, Kraft und (nicht nur intrinsische) Motivation finden, um das Projekt weiter und mit einem fertigen Bilderbuch zu Ende zu führen, dann bedeutet das lange harte Arbeit (das habe ich heute schon mehrfach gehört):
  • Das Storyboard muss neu aufgerollt werden.
  • Ich muss weiter üben, die Figuren zu zeichnen und Routine erlangen.
  • Das Format muss eventuell neu gewählt werden, so dass die weiteren Arbeitsschritte dadurch nicht behindert werden.
  • Die Art der Coloration und Weiterbearbeitung muss geklärt werden. Aquarell, Tusche oder digitale Bildbearbeitung?
  • Arbeitsmaterialien (Papier, Tusche, Grafiktablett) müssen gekauft und ein Arbeitsbereich (zeitlich und räumlich) eingerichtet werden.
  • Mit Text und Bildverhältnis experimentieren.
  • Text überarbeiten. Verhältnis von Text und Meta- bzw. Subtext abwägen.
  • Einen Verlag finden und mich am besten vor allen Schritten über diverse Anforderung der Bildbearbeitung erkundigen.
  • Feedback sammeln und Kritik ernst nehmen.
  • Weitere wichtige Dinge, die ich vergessen oder noch garnicht erkannt habe.
"Warte Welt! Hier hast Du einen Drachentöter!" rief der kleine Ritter.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Im Hinblick auf meine (Auto-)Biographiestudien ist die Geschichte des Bilderbuches, sowie die Geschichte der Figuren auch meine eigene. Ein kleiner Ritter, der auszog um unbedingt einen Drachen zu bezwingen, um sich zu beweisen, während die eigentlichen Prüfungen im Leben woanders und garnicht weit entfernt liegen?

Wer kennt das nicht?

Dieses Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben? Und die Vorwürfe des eigenen schlechten Gewissens (und anderer, die meinen dazu etwas sagen zu müssen.) Ach, hätte ich doch damals die Kraft gehabt, mich der Kritik des Literaturagenten zu stellen, ihm meine Arbeiten zukommen zu lassen! - Ach, hätte ich mich doch erkundigt und wäre nach Bologna gefahren!
Tatsache ist, dass ich die Kraft eben nicht hatte und dieses Scheitern zum Arbeitsprozess und zum Leben dazugehört. Es sind also bald sieben Jahre vergangen, in denen die Welt ganz gut ohne das Bilderbuch ausgekommen ist. "Weil fie nicht weif, waf fie verpaft hat!" spricht mir der kleine Elefant zu.

Mir fällt dabei auf, dass ich heute immernochnicht vor die Haustür getreten bin.

"Stell' Dich!" rufen Ritter und Drache in mein Ohr und jagen einander durchs Zimmer.

(Alexander-Lars Dallmann - ald)

Agnoistrology - Horoskope für Skeptiker

(Klick auf's Bild zur Vergrößerung!)

Agnoistrology ist eine Horoskopseite für Skeptiker. Anstatt die eigene Psyche auf Sternbilder und deren Geschichten oder Tarotkarten zu projizieren und durch Interpretation dem eigenen Gehirn auf die Schliche zu kommen, erhält man hier (täglich?) eine atheistische Botschaft, die im Grunde genauso verwendet wird.
Ein Spiegel der Seele also. Wer hinein blickt schaut sich selbst. Der eine sieht darin seinen eigenen Weg des erfolgreichen Handelns im Beruf, und ich frag' mich, wo denn da der spielerischen Umgang bleibt. Im Übrigen steckt in dem Horoskop die protestantische Arbeitsethik (Max Weber) in atheistischem Gewand. Auch das ist meine Interpretation, die durch ein Studium der Sozialwissenschaften geprägt ist und vielleicht garnichtmal stimmig ist. Oder nur für mich, so wie mit Arthur Dents zweiundvierzig.

Als Vergleich die nicht-atheistische Variante: Eine Tageskarte aus dem Tarot. Auffällig ist das Bildchen mit dem Ritter, das alten Rollenspielern nostalgische Erinnerungen an Schatzsuchen und Abenteuer hervorruft. Das große Goldstück wirkt suggestiv und die bestärkende Botschaft, dass man sich heute nicht um den Finger wickeln lassen wird, insgesamt positiver als die Ankündigung langer harter Arbeit durch das Skeptikerhoroskop.
Es schließt sogar mit der Ankündigung einer lustvollen Erfahrung, wenn man nur einen ungewohnten Schritt wagt. (Z.B. aus der Wohnungstür heraus. Beware! [...] It is a dangerous business going out of your front door [...] J.R.R. Tolkien)

(Klick auf's Bild zur Vergrößerung!)

Wenn ich es mir recht überlege, ist in meinem heutigen Skeptikerhoroskop doch eine wirkliche Botschaft vorhanden, denn der Blog erhält hiermit einen weiteren Artikel, ich ein weiteres Puzzlestück aus meiner Biographiefragmentmanufaktur und manch ein zufälliger Leser etwas für Zwischendurch.

"Denn einen Blog zu pflegen erfordert Fokus, Entschlossenheit, und lange harte Arbeit. Und genau genommen zählen die Stunden, Tage und Nächte, in denen man mit offenem Geist durch Alltag, Weltnetz und eigene Tagträume reist, dazu, denn schließlich will man darüber berichten." (Die künstlerische Arbeitsethik - Ein Fragment, ald)

Das atheistische Horoskop geht also auf! Jetzt fehlt noch der Schritt aus der Haustür...

Sonntag, Juli 25, 2010

350.000 - Die Band im Domizil

350.000: Jonathan Cramer (g), Nico Harbach (dr), Waldemar Klassen (voc, g, keys)
Die Sonne des Konsums im Hintergrund

350.000 und Metaphobic: 24.07.2010 Domizil, Gießen

Bands im Keller

Zwei Metal-Acts aus Hessen, die für gewaltiges Kopfschütteln bis in die letzten Zuschauerreihen, wilde Pogotänze und freie Liebe im Publikum sorgten oder dafür gesorgt hätten, wären sie nur woanders aufgetreten.
Im Domizil ging es ruhig zu. Während drei oder vier Glühbirnen gilbiges Licht und unscharfe Schatten der anwesenden Gestalten an die protestkünstlerisch verzierten Kellerwände des Hauses warfen, warteten Frauen an der Bar und Männer vor der Bühnenecke auf die Beschallung. Eine Ruhe vor dem Sturm, die man für 3 Euro Eintritt erfahren konnte. Draußen ein angenehmer Sommerabend, unten staute sich die Hitze. Meine Cola war nicht kalt, aber mit Zitrone. Andere tranken Dosenbier. Am Eingang neben der Kasse auf dem Tisch noch ein großer Pizzakarton - FastFood für die Bands.

Es ist mein zweiter Besuch im Domizil. Beim ersten Mal lauschte ich dem kultigen Valenta Trio, dessen Bassist Markus Wach auch bei 350.000 für Tiefdruck und instrumentale Bühnenperformance sorgt. Die Musiker bewegen sich insgesamt zwischen jazzigem Schlager und progressivem Metal und verstehen die künstliche Attitüde angesagter Volksmusikmoderatoren metalmäßig zu parodieren, unterhalten damit ihr Publikum und beweisen einmal mehr, dass postmoderne Metalmusiker Humor und Verstand besitzen und beides wesentlich für ihre Musik und Performance sind.


Merkwürdiges

Ein seltsamer Zufall will, dass ich eine Dokumentation über den ollen Alchimisten und Häretiker Isaac Newton sehe, während ich diese Rezension schreibe und die Bilder bearbeite. Mir fällt die gelbe Lidlsonne im Hintergrund der Band auf und ein, dass Waldemar eine Ibanez Universe UV777BK Gitarre spielt. Der ehemalige Zappa-Gitarrist Steve Vai hätte seine Freude an dem verspielten Auftritt gehabt. Altmeister Frank selbst saß während des Gigs angeblich auf dem Klo. Da die insanitären Einrichtungen im Domizil aber im Allgemeinen gemieden werden, konnte die Erscheinung nicht bestätigt werden. Synchromystiker würden den gesamten Zufall interpretieren können, mir verschließt sich noch jede Bedeutung. Aus meiner Anlage tönt Blind Guardians Album A Twist in the Myth. Ich weiß nicht, ob das in den Kontext der Interpretation einbezogen werden müsste. Vorher lief ein Podcast mit Jake Kotze und jedenfalls wird mir bewusst, dass ich an diesem kurzen Beitrag schon mehrere Stunden sitze und dies nun der letzte Satz dazu sein soll.

Markus Wach am sechssaitigen E-Bass,
Waldemar "Die Stimme" Klassen mit der Setlist vor der Nase

Was bleibt?

350.000 ist

  1. eine große Zahl
  2. eine große Band
  3. laut und lustig
Auf ihrer MySpace-Seite sind Stücke der Band zu hören. Wer auf stimmungsvolle handgemachte Live-Musik steht, besucht eines ihrer Konzerte.

Als Vorband überzeugte Metaphobic durch progressiven Metal mit virtuosen Gitarrenparts in fünf Stücken aus ihrem derzeitigen Repertoire. Die Band besteht aus Kai Dietz (dr), Christian Schmidt (bs), Nicolas Stürmer (keys), Stefan Günter (g) und Waldemar Klassen (voc, g), der an diesem Abend also einen Doppelgig spielte und als hünenhafte Inkarnation von Herz und Seele beider Bands den Kontakt zum Publikum herstellte.

Zwar konnte ich kein Video von dem Ereignis drehen, aber man darf sicher sein, Ridley Scott hätte es ohne zu Zögern in dem Netzkunstprojekt Life in a Day ge-featured.

(ald)

Samstag, Juli 24, 2010

YouTube - Life in a Day



Eine weltweite kollaborative Dokumentation soll entstehen. Ein Netzkunstprojekt also. YouTube ruft sämtliche Nutzer auf, mit Kameras, Handys usw. Filme über ihr eigenes Leben zu drehen.
Die Ausschnitte werden gesammelt, gesichtet und nach einem Selektionsprozess zu einem Dokumentarfilm zusammengestellt, der von Ridley Scott (Alien, Blade Runner, Legende, Robin Hood) und Kevin MacDonald auf dem Sundance Film Festival 2011 präsentiert wird.



Es geht um Dein Leben! Carpe Diem! Sei heute dabei!

The RAMSEY/LOIKKANEN PROJECT



Pekka -LoDe- Loikkanen ist ein finnischer Musiker, der neben seinem MySpace-Auftritt und seiner kultigen AC/DC-Coverband VV/TV (Gleichstrom/Wechselstrom) mit finnischen Texten auch ein Duo-Projekt mit dem Rockvokalisten Garey Ramsey spielt.
Die beiden sind mit einem Titel in einem Wettbewerb angetreten und können die Stimmen rockbegeisterter Zuhörer gebrauchen! Also, anhören und Vote! klicken!
Und wenn es nicht für das Halbfinale im Wettbewerb reicht, es lohnt sich in jedem Fall der Klick, um die Musik zu hören.

Pekka Loikkanen spielt mit Vorliebe Fame Gitarren und verdient eigentlich einen Endorsement Deal. Außerdem bestätigt er in diesem selbstgedrehten Video das verbreitete Vorurteil, dass Bier anscheinend helfen könne, besser Gitarre zu spielen.
Tatsächlich verhält es sich wie mit jedem Film: Es ist nur ein Film mit Schauspielern, Drehbuch und billigen Tricks.

Beer can help to play better!!!

Pekka -LoDe- Loikkanen | MySpace Musikvideos

Dienstag, Juli 20, 2010

AutoWrite 36 - sternenlaue sommernacht

Sonntag, Juli 11, 2010

Die Fender '72 Tele Thinline und der EMG 60 Humbucker

Active sound for all your needs.
Und: "The tone comes from the fingers."

Ich erzähle bisweilen von zwei biographischen Fragmenten, die mit Musik, Gitarren und Vorurteilen zu tun haben. Das eine ist meine erste elektrische Gitarre, das zweite sind aktive Gitarrentonabnehmer der amerikanischen Firma EMG.

Solcherlei Erzählungen sind zu einem gewissen Anteil immer Nach- und Umerzählungen beruhen aber im wesentlichen auf derselben oder ähnlichen Auswahl an Details und Fragmenten.
Es folgt also eine kleine autobiographische Erzählung aus dem Leben eines autodidaktischen Gitarrenspielers.
Es begann alles mit einer mysteriösen älteren Dame.

"La Rita"

Hagstrøm "La Rita" - vom Wohnzimmerschrank auf die Wiese.
Eine zwanzig Jahre lange Reise.


Obwohl ich schon jahrelang im Traum Gitarre gespielt hatte, begann ich mit dem Abenteuer Gitarre zu spielen erst relativ spät in einem Alter, bei dem Freunde, Bekannte und spätere Gitarrenlehrer daran zweifelten, dass da noch mehr als schrummelige Liedbegleitung draus werden könnte.
Ich war einundzwanzigeinhalb und zu Weihnachten nahm ich die Konzertgitarre vom Wohnzimmerschrank, auf dem sie zwanzig Jahre lang geruht hatte und durch laute Jazzmusik von Stereoanlage und Livemusik eingeschwungen worden war. Eine Hagstrøm, Model "La Rita". Damit ging es im neuen Jahr zurück zum Studienort und dort ins nächste Musikgeschäft, um sich mit Zubehör zu versorgen: ein Gitarrenbuch von Peter Bursch (weil ohne Noten), Saiten und ein Stimmgerät, mit dem man Akkorde stimmen konnte. Letzteres gab's nicht, wie mir der geduldige Verkäufer mitteilte und verwies auf ein gängiges Stimmgerät für Gitarren. Das nahm ich dann - mit diesem miesen Gefühl, etwas total Bescheuertes gesagt zu haben.

Peter Bursch war mir ein Begriff, da ich in der Grundschulzeit schon einmal versucht hatte, mit einer früheren Auflage - damals noch mit Schallplatte - und derselben Gitarre spielen zu lernen. Das war als meine Klassenkameraden prahlten, wenn sie den H7-Griff konnten. Ich hatte keine Ahnung wovon sie redeten.
Mein Vater brachte mir zwar bei, eine Gitarre nach Gehör und Tom Dooley zu stimmen, weiter führte dieser Unterricht durch den fachfremden Musiker (eigentlich Saxophone und Klarinetten) aber nicht.

Ich verließ den Laden mit zwei Sätzen neuer Saiten, nem Stimmgerät, dem Peter Bursch Buch "Von kinderleicht bis ganz schön stark" mit CD und einem angeschlagenen Selbstwertgefühl. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte des autodidaktischen Gitarrenspielers.

Das Ur-Riff

Zuhause angekommen, warf ich die CD in die Anlage, legte Gitarre, Stimmgerät und Buch zurecht und fing irgendwie an, neue Saiten aufzuziehen und wurde zum Knotenkönig.

Währenddessen erzählte Peter Bursch etwas über Gitarren, spielte Blowin' in the Wind und sang dazu the ants are my friends. G-Dur mit dem kleinen Finger lernte ich zuerst. Und später Em und Am. Und dann erfand ich mein erstes Riff. Das ging ungefähr so...
Das Ur-Riff #1.
Und bitte den Blues-Shuffle nicht vergessen!

... und ich spielte es die ganze Nacht. Mehrere Nächte lang. Bis heute. Sollte meine Musik irgendwann mal rezipiert werden, so dürfen Musikwissenschaftler gerne darauf verweisen, dass dieses - ich nenne es mal Ur-Riff - bis heute in manchen Stücken wiederzufinden ist. Ähnlich also wie die einfachen Schrittformen des einst gelernten Laufens in der Bewegung eines Menschen immer zu finden sind.


Und jetzt lernen wir das AHC

Allerdings musste ich bald lernen, dass mich die allgemeine Musiklehre doch sehr verwirrte. In der Grundschule war ich schon darüber gestolpert, dass wir gleich nach dem ABCDEFG im Deutschunterricht ein CDEFGAHC im Blockflötenunterricht eingetrichtert bekommen hatten und ich das in meinem Kopf einfach nicht sinnvoll verknüpfen konnte. Nachdem ich sowieso nach Gehör spielte und mich das Buchstabendurcheinander frustete, brach ich den Blockflötenunterricht ab und fand Noten seit dem doof. Einzig nennenswerter Nebeneffekt dieses schuldidaktischen Versagens war, das ich nun länger schlafen durfte, denn der Blockflötenunterricht lag vor der ersten Stunde. Das ist keineswegs lustig, denn dieses kleine Notentrauma wurde weder in den folgenden Jahren Musikunterricht, den ich in der elften Klasse endgültig abwählte, noch in der kurzen Phase des Gitarrenunterrichts aufgearbeitet. Seitdem versuchte ich alles über's Gehör (Pfeifen, Summen, Singen, einhändiges Melodiespiel auf dem Klavier) zu machen und mied die Notenliteratur, da ich sie nicht lesen konnte und gehemmt war, einen Weg dorthin zu suchen. Meine ersten Kompositionen am Computer mit dem ScreamTracker erfolgten ebenfalls nur nach Gehör.

Erst nach jahrelanger Quälerei mit diverser Standardliteratur an Gitarrenbüchern und Harmonielehren gelang es mir zum einen mit der Grundlagenharmonik (Gesamtausgabe 2000) von Werner Pöhlert, die mir mein Bruder aus seinem Studium der Musikwissenschaft empfahl und mit meinen Eltern schenkte, zum anderen mit dem später aufgenommenen Zweitstudium der Musikpädagogik die Notenangst aufzulösen. (Dank an Herrn Dr. Frei-Hauenschild für seine Seminare zur Allgemeinen Musiklehre, Tonsatz und Analyse!)


Verdurt nochmal!

Moll ist sowieso viel schöner, warum also nicht mit ABCDEFGA anfangen und dieses verwirrende deutsche H erstmal weg lassen! Mir scheint es leichter auf den Sonderfall H zu verweisen, wenn man das ABC schon kann, als umgekehrt erst CDEFGAHC zu lernen.

Zur Vergrößerung aufs Bild klicken!

Das knappe Jahr Gitarreneinzelunterricht, für den ich viel Geld bezahlte, machte mir zumindestens eines deutlich: Ich wollte ausschließlich E-Gitarre spielen. (Wie Ritchie Blackmore, Martin Barre und Mick Box.)
Und: gute Gitarristen sind nicht gleich gute Lehrer und überhaupt ist nicht jeder Lehrer in der Lage jeden Schüler angemessen zu lehren und ihm den Weg zu ermöglichen, sich zu entfalten.
Fairerweise muss ich eingestehen - und das ist ein beständiges Problem zwischen Lehrer und Schüler - dass ich selbst nicht treffend formulieren konnte, was ich eigentlich lernen wollte und wo meine Probleme liegen. Die Musik klang in meinem Kopf, aber ich konnte sie nicht äußern.
Und nach wie vor hinderte mich dieses fiese kleine Notentrauma. (Mittlerweile ist mir auch klar geworden, dass ich nicht gelernt hatte die Noten sequentiell von links nach rechts zu lesen, sondern immer ein Bild vor mir sehe, in dem ich entsprechend mit den Augen hin und herspringe und Noten und Notenlinien ein gegenständliches dreidimensionales Eigenleben vor meinem geistigen Auge entwickeln. Bisweilen erscheinen mir die Noten auch als süße Schaumfruchtgummiknöpfe mit Kokosraspeln, aber ich schweife ab.)

Mit dem croon papillon Projekt ging ich später in eine Richtung, die mir und meinem improvisatorischem Spiel nach Gehör liegt, keiner Notation bedurfte und weit weniger mit Jazz zu tun hat, als einmal beabsichtigt. Doch auch dort ist alles noch Fragment und im Werden. Aus der Verlegenheit meine Musik nicht notieren zu können, spielte ich sie und nahm sie auf. Mittlerweile könnte ich anfangen, die Aufnahmen zu transkribieren.

Übrigens kann ich für das eigene musikalische Schaffen und auch das Lernen mit Instrument und Stimme das Ohrenbuch von Jochen Pöhlert bestens empfehlen, der einen wesentlichen nämlich den auditiven Ansatz des Lernens und Spielens betont.


Die aktiven Tonabnehmer

In der ersten Phase der Beschäftigung mit E-Gitarren war ich von zwei fixen Ideen begeistert. Die eine handelte von elektrischen Gitarren aus Kompositmaterialien, die andere von aktiven Tonabnehmern. Mir schwebte eine irre Verbindung von Science-Fiction würdiger Hi-Tech-Gitarre mit progressiver Spacejazzmusik und nostalgisierendem Sound vor den geistigen Ohren. Gitarren nicht aus Holz schienen mir passend und aktive Tonabnehmer ohne Brummen und Störgeräusche vernünftig.
Das änderte sich rasch mit der Lektüre vintagehypender Gitarrenpropaganda und nach ein paar Ausgaben marketinggesteuerter Gehirnwäsche wollte ich eine weiße Strat wie Jimi (Hendrix) oder eine Les Paul wie Mick Box (Uriah Heep), jedenfalls mit musikalisch klingenden Alnico5-Magneten und gutem Tonholz.

Aktive Tonabnehmer, sagte man, seien unmusikalisch und ihr Sound steril. Beides sagte mir nicht zu und nun wollte ich von den Dingern nichts mehr wissen. Metallica war auch nicht so mein Fall und da reizte mich der Kirk Hammet Pickup (EMG 81) auch nicht.

Lebensbegleitende Geschenke

So umgeschult ging ich nach einigen Monaten Klampferei auf der Konzertgitarre in einen Laden voll mit Gitarren und probierte welche aus, um mein Geburtstagsgeschenk auszusuchen. Es gibt da eine Reihe an Geburtstagsgeschenken, die mich über viele Jahre meines Lebens begleitet haben:
  • Meine Stereo-Anlage zum zehnten Geburtstag. Funktioniert einwandfrei bis heute: Onkyo Receiver, Technics Kassettendeck, Grundig Boxen.
  • Mein Mountain-Bike zum zwölften Geburtstag. Bridgestone mit tiefem Rahmen für kleine Kerle, Chrom-Molybdän-Rahmen und 18-Gang-Schaltung. Hab ich mehr als 16 Jahre lang auf Schul-, Freizeit- und Universitätswegen, Treppen rauf und runter gefahren. Das alles konnte ich freihändig, weil das Rad einfach zu steuern war. Irgendwann war's dann hinüber.
  • Die Regelbücher zu AD&D 2nd Edition auf Englisch. Zum 14. Geburtstag. Siehe Mad-Kyndalanth und das Projekt um Die Hausregeln und das Studium der Anglistik.
  • Meine erste elektrische Gitarre mit Verstärker zum zweiundzwanzigsten Geburstag. Seit einem Jahrzehnt täglich in Verwendung.
  • Die Grundlagenharmonik (2000) von Werner Pöhlert. Zum siebenundzwanzigsten Geburtstag. Tritonusharmonik und Basic Mediantic sind klasse! Ich lerne immer noch dazu.
Danke.


Zurück zum Verkauf

Im Geschäft ließ ich mich zunächst beraten und ich bekam die gängigsten Modelle (Les Paul, SG, Strat und Tele) in die Hand und verschiedene Verstärker gezeigt. Dann ging ich den Verkäufern ein paar Stunden lang mit meinen fünf Akkorden auf den Keks. Die Les Paul Studio war mir zu schwer und ich mochte irgendwas daran nicht (z.B. die Farbe), die Standard Tele in blau oder rot sagte mir auch nicht zu, die Strat in schwarz fühlte sich zu scharfkantig an und ich mochte diese schiefen Polepieces der Single-Coils nicht. Die SG war irgendwie schick, fühlte sich aber etwas zu schmal an.
Also wanderte ich durch den Laden, zeigte auf Gitarren und fragte den Verkäufer dazu aus. Zu Gitarren mit Floyd Rose Tremolos, zu Gitarren von Ibanez, Gibson, Fender und Parker.


So sieht sie also aus: ohne Stegtonabnehmer, ohne Schalter,
dafür mit nem erstklassigen Tonabnehmer am Hals
und Potiknöpfe für cremige Lautstärke und dunkelgrünen Ton.

Die Telecaster

Ich erblickte diese Telecaster mit Schalloch, zwei großen silbrigen Tonabnehmern und dem perl-weißen Zelluloid Schlagbrett. Die sah mir danach aus, irgendwas mit meiner Musik zu tun zu haben und mit mir.

Meine Fender CIJ '72 Telecaster Thinline
und der olle Knopf meiner Lederjacke als Plektrum

Es handelte sich um eine Fender CIJ (Crafted in Japan) '72 Telecaster Thinline. Das wusste ich damals nicht. Mich interessierte der Resonanzkörper, ich mochte das Schlagbrett und die Ausstrahlung der Gitarre. Sie sagte etwas von Jazz und Freundlichkeit. Ich ließ sie mir geben und suchte danach nur noch nach einem Verstärker. Marshall, Laney, Fender und Hughes&Kettner Tube 50 habe ich getestet und blieb bei letzterem hängen.

Die Telecaster gilt für viele als der geheime Star der E-Gitarren, nicht nur weil sie das erste Serienmodell der Solid-Body Gitarren war, sondern weil es viele Gitarristen gab, die mit ihren Telecastergitarren den Sound bekannter Bands prägten. Sie steht für Authentizität, Rockmusik, Blues und "unbekannte" Gitarrenhelden wie Roy Buchanan. Auch das wusste ich damals noch nicht.

Der Verkäufer gab schließlich auch zu, dass seine erste E-Gitarre ne Tele gewesen sei und bestätigte mich zusätzlich in der Kaufentscheidung. Guter Trick.
Zusammen mit dem Hughes&Kettner Tube 50 besaß ich also ein komplettes hochwertiges Instrument, das mich seit Jahren begleitet und für hoffentlich Jahrzehnte begleiten soll.


Doch noch aktiv werden

Nachdem ich meine selbstgebastelte Drachenstrat mit aktiven EMG-Tonabnehmern ausgestattet hatte und seit dem hellauf begeistert von Sound, Ansprache, Definition und Aussehen bin, wollte ich versuchsweise einen EMG Humbucker in die Halsposition der Tele setzen. Ich entschied mich für den EMG 60, der mir aufgrund der Beschreibung, technischen Daten und diverser Audiobeispiele am ehesten zusagte.

Die Drachenstrat - Korinakorpus, EMGs
und eigene Illustration mit Figuren eines geplanten Bilderbuches

Problematisch war in erster Linie das Format der vorhandenen Fender Wide-Range Humbucker, die insgesamt größer sind als Standardhumbucker. Die Optionen beschränkten sich auf teures Pickguard bestellen oder anfertigen lassen, Rohmaterial kaufen und selber zurechtsägen oder irgendwie behelfsmäßig herumbasteln. Ich entschied mich für die Bastelei. Zunächst wollte ich einen vorhandenen Humbuckerrahmen auf das Pickguard setzen, leider passte auch das nicht ohne Probleme, weshalb ich kurzentschlossen zu einem gelben Kunststoffspachtel aus dem Baumarkt griff und den mit 'nem Teppichmesser zurechtschnitt. Das Ding montierte ich mit Kabelbindern in die vorhanden Löcher am Pickguard und setzte dann den neuen Tonabnehmer ein. Das Ganze sah so aus, wie es sich anhört. Überzeugen tat mich dagegen Sound und Ansprache der Gitarre. Das war ein ganz neues Spielgefühl, ein anderer Umgang mit der Gitarre und überhaupt total toll.
Kurz bevor ich die Gitarre an Jonny verlieh, baute ich das Teil wieder aus und die alten rein.

Seitdem wartete der 60er mal im Regal, mal in einer Kiste und wurmte mich ständig mit seinem "Komm schon, such mir ne Gitarre und bau mich ein! Du hast doch noch die Muse [meine selbstgebaute Tele, Anm. d. Verf.], vergrößere die Fräsung und bau mich ein!" Er ging mir tierisch auf den Keks.

Als ich die Gitarre dann zurück erhielt, packte mich gelegentlich und relativ ungelegen während diverser Lern- und Arbeitsphasen, dieser verrückte Gedanke, das Teil doch noch in die Tele Thinline einzubauen, nur eben mal richtig. Die Suche ging wieder los nach Pickguards, geeignetem Pickguardmaterial usw. Sie endete immer mit: "Das ist mir zu teuer - 50 Euro für ein Stück Plastik!", "Mir geht das Gebastel auf die Nerven!", "Ich hab keine Werkstatt!" usf.


Jetzt hat sie den Tonabnehmer am Hals

Wie dem auch sei, plagte mich das Dilemma eine ganze Weile, bis ich gefrustet in einem Anfall von spontaner Bastellust einen kühnen Plan schmiedete.
  1. Spachtel suchen.
  2. Schrauben kaufen.
  3. Tonabnehmer raus.
  4. Spachtel zurechtschneiden und EMG 60 montieren.
  5. Gitarre anschließen und wieder gut damit fühlen.
Eigentlich sah der Plan anders aus, denn ich hatte zunächst vor, einen vorhandenen Humbuckerrahmen auf das Pickguard zu setzen. Mir fiel dann aber auf, dass das nicht klappte und ich das schon einmal versucht hatte, weswegen ich beim ersten Fehlversuch schon zum Spachtel griff.
Den Spachtel sägte ich mit der Laubsäge zurecht, schliff die Kanten mit Schleifpapier ab und schnitt die Öffnung für den Tonabnehmer mit dem Teppichmesser ein. Löcher für die Schrauben bohrte ich mit der kleinen Bohrmaschine und dann musste nur noch der EMG 60 eingepasst werden.
Das Stückchen Gaffertape hatte ich mir als Andenken für den kleinen Auftritt am Sturm und Klang Festival 2010 mitgenommen und auf den Amp geklebt, brauchte aber jetzt etwas, um die scharfkantige Stellschraube des Tonabnehmer zu bedecken und klebte es drüber. Pragmatisch und etwas punkig. Aber zuerst pragmatisch.

Kosten:
  1. 4 Schrauben (80 Cent)
  2. blauer Spachtel (noch vorhanden)
  3. Gaffertape (vorhanden)
Also 80 Cent für eine bessere Gitarre und punkigen Look. Und andere zahlen 3000 Euro für eine Gitarre, die so aussieht, als sei sie schon mal benutzt worden. Tsk.

3 Schrauben mit Sicherheitsmuttern,
ein Spachtel aus dem Baumarkt (man beachte die Zähne)
und Gaffertape für den punkigen Look


Vorurteile

Die gängigen Vorurteile gegen aktive Tonabnehmer sind folgende:
  1. Der Sound ist steril.
  2. Alle Gitarren mit aktiven Tonabnehmern klingen gleich (schlecht).
  3. Aktive Tonabnehmer sind nur gut für Metal, weil da ist der Sound eh egal.
  4. Aktive Tonabnehmer sind undynamisch und unmusikalisch.
  5. Sie sind teuer.
  6. Die Batterien gehen schnell leer, z.B. wenn man gerade ein Solo auf der Bühne spielt.
Wie man sich denken kann, sind diese wie auch andere Vorurteile blöd und beruhen auf falschen Beobachtungen und Unkenntnis. Allerdings erleichtern sie das Geschäft diverser Hersteller passiver Tonabnehmer.


Vorteile

Die gängigen Vorteile aktiver Tonabnehmer sind folgende:
  1. Es sind Tonabnehmer, die die vom Spieler beeinflusste Saitenschwingung wandeln. Sie haben weder mit einem musikalischen Genre noch mit Musikalität zu tun. Das entscheidet der Spieler!
  2. Sie sind dynamischer als passiver Tonabnehmer.
  3. Es gibt kein Netzbrummen und keinen Einfluss von Störgeräuschen.
  4. Die Saitenerdung ist überflüssig und der Gitarrist so vor einem Stromschlagrisiko geschützt!
  5. Kein Soundverlust (Höhenverlust) durch lange oder schlechte Instrumentenkabel.
  6. Die Batterie (9V Block) hält etwa ein Jahr lang und ist schnell gewechselt. Vor Auftritten sind Instrumente sowieso zu testen, deshalb gilt das "Batterie im Solo leer"-Argument nicht. Manchen solierenden Gitarristen wäre es aber mal um des Publikums willen zu wünschen.
  7. Das EMG Quick-Connect System ermöglicht komfortabel einfachen Einbau ohne Lötorgien. Ein Wechsel der aktiven Tonabnehmer ist ebenfalls leicht möglich.
  8. Sie sind mittlerweile nicht teurer als passiver Standardtonabnehmer und keineswegs teurer als bei Vollmond gewickelte, künstliche gealterte, marketinggehypte Vintage-Tonabnehmer diverser Anbieter.
  9. Sie sind wartungsfrei, robust und langlebig.
Wie man sich denken kann, gibt es unzählige Nutzer passive Tonabnehmer, die mit allen Macken und allem Brummen ihrer passiven Tonabnehmer bestens vertraut sind und nichts davon missen wollen. Das ist fein so und außerdem freut es die Hersteller passiver Tonabnehmer.


Was man beim Einbau aktiver Tonabnehmer beachten sollte

Das Instrument (Die Ganzheit von Gitarre, Tonabnehmern, Verstärker und Effekten) wird mit der veränderten Komponente verändert. Eine erneute angepasste Einstellung der Komponenten (Effekte, Verstärker) wird daher nötig. In der Regel liefert die Gitarre mit aktiven Tonabnehmern bei sonst unveränderten (!) Einstellungen zu viele Höhen, was manche zu der Annahme verleitet, sie klingten hi-fi und steril (höhenbetont). Zudem kann der vergrößerte Dynamikbereich aktiver Tonabnahme ein ungewohntes Spielgefühl durch die definiertere Ansprache liefern. Daher soll man sich Zeit lassen, die Gitarre und das gesamte Setup in Ruhe neu einzustellen und sich damit im Spiel vertraut zu machen. Wer das nicht macht, begeht einen groben Fehler.

Wer damit offen experimentiert entdeckt mit den aktiven Tonabnehmern möglicherweise wesentliche Vorteile, die für das eigene Spiel und die Musik vorteilhaft sind. Andere, die mit passiver Schaltung bestens zurecht kommen, bleiben dabei. Ganz einfach. Wer passive Tonabnehmer mag, dem empfehle ich Harry Häussels Tonabnehmer mit der MastertoneLC Schaltung von Peter Coura! Am besten mal nach Frankfurt fahren und die Coura Gitarren ganz in Ruhe spielen.
Wer innovative Gitarrenkonzepte aus Meisterhand mag, dem empfehle ich die finnischen Flaxwood Gitarren. Mein Lieblingsmodell ist die Flaxwood Äijä mit haptisch überzeugender Sandstrahloberfläche und EMG 81/85 Set. Dort treffen sich meine beiden fixen Ideen von Gitarren aus Kompositmaterial (Holz-Harz-Gemisch) und aktiven Tonabnehmern.


Zu meinem Equipment

Ich spiele meine Gitarren (Tele Thinline - EMG 60, Drachenstrat - EMG Sa-Set, The Muse - Rockinger Blade Screamer) mit einem Hughes&Kettner Tube 50, einem Marshall ED-1 Compressor und einem BOSS DS-1 Verzerrer. Selten kommt ein BOSS CH-1 Super Chorus und ein Morley Pro Series 2 Wah hinzu. Das noch seltener verwendete Yamaha DG-Stomp (Modeller) klingt wesentlich besser mit den aktiven Tonabnehmern.
Die croon papillon Aufnahmen entstehen entweder direkt eingespielt (Steinberg MI4 Audio Interface) oder über die Amp-interne DI-BOX (H&K RedBox). Die Abnahme der Akustikgitarre (La Rita und eine Framus Folk Gitarre vom Flohmarkt) erfolgt über ein Audio Technica AT-2020 Kondensatormikrofon. Die Bearbeitung erfolgt mit Cubase SL 3.

sing. dance. move.
Mach Deine eigene Musik.
Es ist nicht zu spät, damit zu beginnen.

Die Geschichte wird zu geeigneter Zeit an geeignetem Ort weitererzählt. Mit bestem Dank soweit an La Rita und alle sonstigen (musikalischen) Begleiter auf dem bisherigen Weg.