Samstag, Januar 30, 2010

Der Wahn/Sinn des Projekts

In den vielen Jahren des Projekteschaffens und -Abschaffens fällt die Notwendigkeit an, zwischen den verschiedenen Stadien eines Projektes zu differenzieren. Wann, wie, wo, mit wem und was fängt ein Projekt eigentlich an, und wann, wie wo, mit wem und was hört es auf. Das Setzen eines solchen relativen Rahmens erleichtert die Arbeit und hilft ein Projekt von einem anderen abzugrenzen. Das ist tatsächlich entscheidend, sobald man parallel an verschiedenen Projekten tätig ist, um zu vermeiden, dass man den Überblick, bisweilen sogar den Einblick verliert.

Die Arbeit an Projekten ist zeitaufwendig, kostet Energie, Geld, Materialien, man braucht Werkzeuge und selbst fertig gestellte oder beendete Projekte bedeuten nicht unbedingt Erfolg.
Viel häufiger werden Projekte abgebrochen, provisorisch fertiggestellt oder erreichen nach einem ersten Entwurf nicht einmal das Stadium der ersten Entwicklung.

Ich stelle hier drei meiner Lieblingsdefinitionen von nicht vollendeten Projekten vor.

Projektleiche (def.): Ein Projekt, das als Entwurf, als Skizze, als fragmentarische Idee notiert, wenigstens im Geist des Künstlers benannt ist und nicht fertiggestellt ist bzw. wird. Ich sammelte einmal viele Bionadeflaschen und Bionadeflaschendeckel, um damit ein Projekt durchzuführen. Irgendwann brachte ich die leeren Flaschen zurück und warf die Deckel in den Müll. Alleine die Tatsache, dass dieses Projekt in dieser Definition als Beispiel angeführt wird, ist ein Zeichen dafür, dass es (nacherzählend!) sinnvoll durchgeführt wurde. Doch darüber möchte ich mich nicht streiten.

Projektzombie (def.): Eine Projektleiche, die vom Künstler (oder Dritten) reanimiert wird und gefährlich sinnlos durch die Gegend wandelt. In der Regel machen sie Jagd auf das Gehirn des Künstlers und rauben ihm den Verstand. (Unbedingt vermeiden!) Autoren, die ein Buch schreiben, das die Welt verändern wird (siehe Nietsches 'Also sprach Zarathustra"), die Arbeit jedoch nicht fortführen, wobei sie das Gefühl nicht los werden, sie müssten das Buch schreiben. Folglich holen sie regelmäßig ihre Unterlagen hervor, sichten die Notizen erneut, fügen hier und dort einen Gedanken hinzu, verbringen schlaflose Nächte und müssen dann feststellen, dass es kein Vorwärtskommen gibt, sofern sie sich nicht gänzlich von der Welt abschotten, einschließen und in verrückter Dunkelheit ihr seltsames Machwerk vollenden wollen. Schauergeschichten zufolge werden solche Autoren von verrückter Dunkelheit verschlungen ehe sie irgendetwas vollenden. Ausnahme: H.P. Lovecraft. Aber ganz ehrlich, der schrieb nur auf, was ihm die Wesen von der anderen Seite ins Ohr flüsterten...

Projektjesus (def.): Eine Projektleiche, die aufersteht und verklärt in den Himmel auffährt, dabei als Projekt aber nie fertiggestellt worden oder existiert haben muss. Das Buch, das Kunstwerk, die Musik, ein Meisterwerk jeglicher Art, das viele schon beschrieben und gesehen haben wollen und zahlreiche Künstler und andere in ihrem Leben inspirierte, Hoffnung schenkte, Liebe stiftete und gewitzten Marketing-Experten große Gewinne einbrachte. Der Glaube versetzt angeblich Berge, in diesem Fall motiviert er Menschen, Berge zu versetzen. Denn das vermeintliche Meisterwerk muss niemals fertiggestellt worden sein. Es ist Mythos. (Die Wirkung von Mythos ist eine wirkliche! Dennoch darf der Mythos und seine Kraft, nicht mit dem Gegenstand, den er behaftet, verwechselt werden.)

Ich hatte vor, die Definitionen mit lustigen Illustrationen zu versehen. Ein kleines Illustrationsprojekt. Es liegt zur Zeit als Projektleiche irgendwo zwischen den Projektzombies.

(ald -def.: 18.05.2009; Anmerkungen: 29.01.2010)

Montag, Januar 25, 2010

AutoWrite 34 - In meinem Kopf fliegt alles

Bild klicken zum Vergrößern!

Arbeit Nummer 34 des AutoWrite-Projekts. In meinem Kopf fliegt alles.

Neben weiteren Schreibskizzen, folgt in Kürze die erste Frage-Antwort-Folge der Frag' nen Künstler-Serie. Thema: Was ist Kreativität? Und wo kommt sie her? Kann man sie messen? Kann man sie kaufen? Sind kreative Menschen glücklicher? Woran erkennt man sie? Kann man sie mit rote Beete verwechseln?

Wer die Spannung nicht aushält, mache einen Spaziergang und singe ein Lied.

Sonntag, Januar 17, 2010

Freak Kitchen am 06.02.2010 in Gießen

Die Band Freak Kitchen des freundlich-schrägen Gitarrenvirtuosen Mathias "IA" Eklundh mit Björn Fryklund an den Drums und Christer Örtefors am Bass spielt ihr einziges Deutschlandkonzert am 6. Februar in der Hessenhalle Gießen. Organisiert wird das Ganze in Zusammenarbeit mit der Kulturinitiative Gießen (KiG) e.V. Ticketinfos findet man auf der KiG-Website.

Als Appetizer hier ein aktuelles Video von Freak Kitchen: OK.



Freak Kitchen: Teargas Jazz