Montag, September 27, 2010

Tito & Tarantula im Jokus, Gießen - Konzertbericht

Jokus, Gießen - 26.09.2010

Die Kultband Tit0 & Tarantula um den charismatischen Frontmann Tito Larriva machte auf ihrem ewigen Road Trip einen kurzen Halt in Gießen.

Wer Filme von Robert Rodriguez mag, wird die Musik der Band und den Frontmann aus Desperado, Once upon a Time in Mexico oder From Dusk Till Dawn kennen. In Kürze läuft der jetzt schon kultige Streifen Machete, zu dem Tito & Tarantula ebenfalls Musik spielen, in den Kinos an.

"The Equipment" - Wie die Foltermaschine eines Horrorfilms.
Instrumente auf der Bühne im Jokus.

Ankunft

Einlass im Jokus war offiziell um 20 Uhr. Ich kaufte mir eine Karte und spazierte noch etwas durch den Abend. Die Musik sollte um 21 Uhr starten, Zeit also für ein schnelles Abendessen und einen Kaffee. Unterwegs fragt mich jemand, ob ich eine Karte für Tito&Tarantula möchte, er hätte eine zuviel. - Danke, hab grad eine gekauft.

Man trifft sich auf dem Konzert wieder. Ich geb die Lederjacke an der Garderobe ab und kauf mir ne kalte Apfelschorle. Drinnen kleine Clubatmosphäre, alles geordnet. Einige wenige in schwarzer Kluft, ein paar Polohemdenträger und fast jeder mit ner kühlen Flasche in der Hand. Im gesamten Haus ist Rauchverbot, vor dem Eingang daher leises Gedränge aschender Figuren.

Caroline "Lucy LaLoca" Rippy am Bass, Tito Larriva an Mikro und Gitarre

Erster Teil

Am Merchandise-Stand gibt's Buttons, Autogrammkarten, T-Shirts und CDs von Tito&Tarantula und auch von der Vorband (Support) Kellner aus Regensburg. Nie gehört, wusste nichtmal, dass eine Vorband spielen würde. Ich unterhalt mich kurz mit dem Typen hinterm Stand und bin gespannt auf den angekündigten Akustikrock.

Pünktlich um 21 Uhr betritt dann Kellner die Bühne und startet den Live-Abend mit Präsenz und Musik, die das Publikum schonmal zum Mitwippen bewegt. Sie spielen ein abwechlungsreiches Set und aufgrund des lautstarken Wunsches aus dem Publikum auch eine Zugabe bevor sie die Bühne räumen. Dann folgt eine Umbauphase, während der manche draußen rauchen, andere frische Luft schnappen.

After Dark - Tito holt hübsche Frauen auf die Bühne, die kurz darauf
hinter lauten Kerlen nicht mehr zu sehen sind - und es wird getanzt!

Zweiter Teil

Nach einer knappen halben Stunde beginnt der Hauptteil des Abends mit der Musik, auf die alle gewartet haben. Die Musiker werden umjubelt empfangen und begrüßen das Publikum mit einem Set aus teils bekannten und teils neuen Stücken. Das Konzert gehört zur Promotion-Tour für das neue Album Back into the Darkness. (Anm. d. Verf.: Dachte ich zumindest, wegen des coolen Banners im Hintergrund der Bühne. Tatsächlich ist das Album von 2008. Tito und Freunde sind also schon seit ner Weile auf dem Weg zurück in die Dunkelheit ... Lichtblicke wie dieses Konzert scheint's trotzdem zu geben.)

Verschwitzte Gitarrenriffs mit den TänzerInnen vor der Bühne.

Es ist eine Rockmusik, die man bis zur Ekstase spielen und tanzen muss, um sie zu erfahren. Tausend mal Tausend Meilen Road Trip der Band, und das eigene Leben beginnt zu beben und unaufhaltsam durch die Stadt, die Straßen in die Welt zu dringen. I'm on the road again... Die Wohnung, das Haus, das Zimmer nur eine kleine Station zur Rast auf dem Weg durch Tag und Nacht eines taumelnden Planeten. Bloßes Gerede bis man tatsächlich unterwegs ist und ein Traum sobald man kurz innehält.

Steven Medina Hufsteter - Gitarrist mit Hut, lässig heißen Licks
und ner schwarzen Duesenberg. Alfredo "It's no wig!" Ortiz an den Drums.


Als letzte Zugabe, nach La Bamba, erzählte Tito eine kleine Anekdote über den Einfluss deutscher Musiker auf die mexikanische Musik, die nicht nur Bier, Schnaps und deutsche Frauen mitgebracht und damit für Begeisterung gesorgt hätten, sondern auch die Blasmusik. Ich war mir nicht sicher, ob ich einen leisen Vorwurf heraushören sollte. Danach gab's La Cucaracha.

Abfahrt - Back into the Darkness

Die vier Musiker verließen schließlich die Bühne und hinter dem Publikum vorbei den Raum, um auf die Straße zurückzukehren.
Ihr ewiger Road Trip geht weiter. Wer ihnen begegnet, darf sich auf ein kleines musikalisches Abenteuer freuen.

Ich warte auf Machete.

(ald)

Sonntag, September 26, 2010

Der einfachste Weg, um als Künstler ins Museum zu kommen ...

"Der einfachste Weg, um als Künstler ins Museum zu kommen,
ist eine Eintrittskarte zu kaufen." (ald)

Samstag, September 25, 2010

Jubiläumskonzert - 20 Jahre Gießen Improvisers Pool (GIP)

GIESSEN
IMPROVISERS POOL


Peter Geisselbrecht - Piano
Frank Rühl - E-Gitarre
Georg Wolf - Kontrabass
+
Manfred Becker - Akkordeon
Wolfgang Schliemann - Schlagwerk
Martin Speicher - Saxophon und Klarinette



Freitag, 1.10.2010,20h
Alte UB, Bismarckstr. 37, Giessen


Eine Veranstaltung des GIESSEN IMPROVISERS POOL
gefördert vom Kulturamt der Stadt Giessen




Hingehen

Freunde improvisierter Musik und neugierige Erlebniswanderer dürfen sich auf einen ganzen Abend besonderer Klangerfahrungen freuen. Das Ungewöhnliche wird zum Teil des Spiels, Klavier kann man auch mit dem Kopf spielen und E-Gitarre mit einem Ventilator. Wer schon immer mal sehen und hören wollte, wie unterschiedlich Tischtennisbälle und Flummis im Klavier klingen und zudem einen angenehmen Abend mit stiller und großartiger Musik erleben möchte, der möge kommen!

Einen kleinen Konzertbericht zu einem der vergangenen Konzerte gibt es hier: Der Flummi im Klavier.