Sonntag, April 10, 2011

AutoWrite 40 - Unter Wasser die Sonne

Unter Wasser die Sonne (ald)
(Zur Vergrößerung Bild klicken!)

Ein kleines Jubiläum: Das vierzigste AutoWrite, das ich im Rahmen des AutoWrite-Projektes angefertigt habe.
Als Soundtrack empfehle ich den Titel Oh, Sea! Take me Home! (Hier als Mp3-Download oder unter croon papillon@MySpace)
Wird mal wieder Zeit für ein Kapitel meines Zombie-Romans ...

Frankfurt Musikmesse 2011 - Eindrücke vom 07. April

 Muss ich sagen, dass ich begeistert bin?
"Even guitar faces work a lot better with the NEW Flaxwood Hybrid!"
Ehrlich, dass ist ein herausragendes Instrument.

Verschlafen!

Aufbruch
Wie immer wollte ich mit Eröffnung des Messetages das Gelände betreten. Allerdings hielt mich irgendetwas im Traumland auf, das mir die Rückkehr ins Wachen erschwerte. Der Weckruf kam per Handy. Auf zum Bahnhof, bei perfektem Timing noch einen passenden Zug bekommen, dann sitzen und befördert werden. Der Himmel ist blau ...

Ankunft
Karte gekauft. Messegelände betreten und Orientierung gesucht. Wo soll es als erstes lang gehen? Mittlerweile die sechste Musikmesse, die ich besuchte. Man weiß in etwa, was man zu erwarten hat.
Es ging zunächst zu den Gitarren ;)

Ein Ritter Bass mit Simpsons Illustrationen

Vintage Guitars
Ich kann mir ehrlich gesagt kaum etwas Langweiligeres vorstellen als eine Ausstellung oller Gitarren und Verstärker. Da überkommt mich sofort diese träge Müdigkeit, die ich bei Museumsbesuchen erleide.
Vintage Gitarren sind die Spielzeugeisenbahnen der Rock-Generation(en). 
Ich werde mich in zwanzig Jahren nach Originalausgaben der TSR Inc. Advanced Dungeons&Dragons-Reihe und anderen Rollenspielen umsehen und denken: Das waren noch echte Spiele! Nicht dieses Virtual-Reality-MMORPG von heute.
Wer auf Vintage-Instrumente steht, soll sie kaufen, sammeln, restaurieren. Das macht alles Sinn und Spaß. Aber als Verkaufsargument für eine neue Gitarre muss dieses Etikett künstlicher Authentizität nicht verwendet werden.

Colourmonics
Ein Stand, der mir im Vorbeigehen seltsam erschien, zeigte Farbtafeln und eine Zuordnung der Tonleitern zu den Farben. Was ich erst skeptisch betrachtete, schien dann interessant genug, um stehenzubleiben, Infomaterial zu lesen und schließlich mit Herrn Dr. Ulrich Hoegg zu sprechen, der das kleine Projekt führt. Farben verwundern nicht erst seit gestern (siehe: Die Erfindung der Farben) und wer über Farben nachdenkt, tut das nicht nur, um zu entscheiden, ob irgendwelche Kleidungsstücke zueinanderpassen oder ob eine schwarz-gelbe Koalition nicht allein wegen ihrer offensichtlichen Warnsignalwirkung (Wespenstreifen) schon abschreckend wirke. Was ist Farbe? Wie wirken Licht und Farbe zusammen? Gibt es irgendwelche nachweisbaren Zusammenhänge zwischen der Ordnung akustischer Schwingungen und Licht und Farbe?
Solche Fragen machen neugierig. Nähere Informationen sind der Website Colourmonics zu entnehmen.Ob es befriedigende Antworten gibt, muss man selbst herausfinden. Falls nicht, besteht die Möglichkeit weiterer Recherche, denn es haben schon andere dazu geforscht. Auf der Messe schien sich der Mehrheit eher für Produktfragen zu interessieren.

Kemper Profiling Amp
Die kleine deutsche Hi-Tech-Schmiede Kemper Amps bietet digitales Ampmodelling auf höchstem Niveau. Der Clou: es werden nicht irgendwelche beliebten, oft-kopierten, nie erreichten Ampmodells vorgestellt. Ganz anders: der Kemper Profiling Amp erstellt ein Ampmodell eines jeden beliebigen Amps. Also kann ich damit meinen Hughes&Kettner Tube 50 profilieren lassen und dann als digitales Abbild verwenden.


X Kemper, Entwickler des Kemper Profiling Amps, spricht über Idee
und Möglichkeiten der Neuheit

Praktisch für Studios, Gitarristen und Bassisten, die beliebte Amps verwenden, aber nicht jederzeit herumschleppen wollen.
Die zahlreichen Tuning-Möglichkeiten des Kemper Amps lassen angeblich Eingriffe in die klangliche DNA des Ampmodells zu. Digitale Effekte (Hall), Noise Gate u.a. Features sind ebenfalls vorhanden.


Thomas Wendt führt einen Profiling-Prozess durch
und spielt Original-Amp und Profil-Amp
 
Die Website von Kemper Profiling Amps bietet weitere lesenswerte Informationen, eindrucksvolle Videos und Hintergründe. Zudem geben bekannte Gitarristen und Produzenten Zeugnis von den Qualitäten des Kemper Amps.
Mir gefällt das innovative Teil.

Kitara Digital Guitar
Misa Digital Instruments stellte ein elektronisches Instrument in Gitarrenform vor. Die Kitara beinhaltet einen TouchScreen, CPU und ein Tastenfeld, das angeordnet ist wie das Griffbrett einer sechssaitigen Gitarre. Anschlüsse für Klinkenkabel, USB und Kopfhörer erlauben Verbindungen zu Verstärker, PA und Computer. Sämtliche Soundeinstellungen und Effekte können via OpenSource-Script von Anwendern programmiert und untereinander getauscht werden.

Schnittstellengerät in Gitarrenform.
Touchscreen und Taster auf dem Griffbrett.
Keine Panik. Die E-Gitarre wird dadurch nicht obsolet.

Wer jetzt aufschreit und den Untergang der Gitarrenkultur vermutet, kann sich getrost der analogen Klampferei widmen. Die Kitara kann als eigenständiger Synthesizer verwendet werden, dessen Möglichkeit, Gitarren- und Bass-Sounds zu spielen, lediglich eine unter vielen ist. Wie die im vergangenen Jahr vorgestellte Eigenharp des britischen Entwicklerstudios Eigenlabs, eignet sich das Instrument für Musiker, die damit eigene neue Wege gehen wollen.
Wer Gitarre (besser als Klavier) spielen kann, der findet mit der Kitara vielleicht eine interessante Begleitung.
Elektronische Tanzmusik? Yeah, rock it with Kitara!


Ein Produktvideo von Misa Digital
zeigt Anwendungsmöglichkeiten der Kitara

Flaxwood Guitars
Was im vergangenen Jahr noch ein Prototyp war, ist heute ein ausgereiftes Gitarrenmodell. Die Flaxwood Hybrid verbindet die exzellenten Eigenschaften eines Flaxwood-Halses mit einem soliden E-Gitarrenkorpus aus Erle. Die originalen Flaxwood-Modelle sind komplett aus dem Holz-Komposit-Material mit ausgehöhltem Resonanzkörper gefertigt und bieten ansprechendes ergonomisches Design, Bearbeitung durch Instrumentenbaumeisterhände und ausgesuchte Hardware (Schaller, Gotoh) und Tonabnehmer renommierter Hersteller (Seymour Duncan, DiMarzio, EMG).

Ich und die Haari Special.
Feine Gitarre, meine Lieblingsflaxwood
bleibt aber die Flaxwood Äijä

Der Prototyp der Hybrid war zunächst mit geschraubtem Hals und einem Korpus aus Flaxwood vorgestellt worden. Der ungehöhlte Flaxwood-Korpus war jedoch zu schwer, weswegen man sich wohl für die Variante aus Erle entschied.


Harry Orlove stellt das Flaxwood Hybrid Modell
auf der NAMM 2011 vor.

Die Flaxwood Hybrid-Serie wurde u.a. entwickelt, um ein günstigeres Modell unter der 1000 Euro Marke anzubieten. Wer also ernsthaft ein Instrument sucht, das professionellen Ansprüchen gerecht wird und die Vorzüge eines Flaxwood-Halses bietet, der darf sich die Flaxwood Hybrid auf die Merkliste schreiben.


Tausch Guitars /.
Am Stand von Rainer Tausch gab es seine exzellenten Instrumente klassischer Bauweisen mit kleinen Extras und seine eigenwillige Slashdot-Serie zu bestaunen und spielen. Nachdem ich die letzten Jahre Slashdots mit Humbuckern gespielt hab, nahm ich dieses Mal eine Version mit strat-typischen Merkmalen: 3 Single-Coils von Harry Häussel und ein Standard-Tremolo. Die Gitarre hatte der Meister für sich selbst gebaut und gleich ge-relic-t, weil er sie eh zerschrammeln würde. Okay, in dem Fall, kann ich den Relic-Prozess verstehen. Sah auch gut aus.
Bemerkenswert an den Slashdot-Modellen ist ihre angenehme Bespielbarkeit. Trotz der kompakten Form hat man nicht das Gefühl, der Gitarre fehle es an Gewicht. Alles, was es zu packen gibt, ist dran. Schont außerdem den Rücken
Mein Lieblingsmodell unter den Holzgitarren

Coura Test-Oase
Ich war zwar angemeldet und hatte eine freie Eintrittskarte für Test-Oase und Konzert, allerdings gefiel mir der stresslose Messetag so sehr, dass ich mir einen Besuch im Guitar Centre an einem anderen Wochenende offen hielt. Dann gibt es zwar keine kulinarischen Spezialitäten aus Afrika, aber immer noch feine E-Gitarren mit würzigem Charakter für Gitarrengourmets. Sagte ich schon, dass mir die Malindi am besten gefällt?

Mattias IA Eklundh
So ziemlich die einzige Show, die ich mir angesehen hab, war die des freundlichen Schweden am Stand des britischen Amp-Herstellers Laney. Ein kurzes Konzert mit Humor und Posing für die Presse.

 Smile. Yellow Apple Horn.

Neben beliebten Stücken führte er seine Esstäbchen-(Chopstick)-Technik vor, die er einem alten Kung-Fu-Meister abgeschaut hatte. Kurzes Hallo-Sagen nach dem Konzert und dann ging's weiter durch die Hallen der vielen E-Gitarren und Bässe.

Geigenbogen war vorgestern.
Was ließ ich aus?
Die Ruokangas Gitarren habe ich auch dieses Jahr nicht gespielt, irgendwie hatte ich keine Lust dazu. Der Stand der Esh-Bässe reizte mich nicht weiter zum Ausprobieren, Luna Guitars waren zwar vertreten, aber ohne dem Gypsy Pre und bei Yamaha gab es viel Rummel ohne dass mich etwas dort hielt.
Der EMG Pickup Stand war überschaubar langweilig und bei Hughes&Kettner gab's zwar gute Konzerte, aber auch die interessierten mich gerade nicht. (Wie befürchtet sprang mein H&K Tube 50 prompt nicht mehr richtig an, nachdem ich von der Messe kam. Die müssen da einen Kill-Chip eingebaut haben... Nur wie konnten die mich identifizieren? Außerirdische Technologie, vielleicht? Ich sollte ganz schnell ein digitales Abbild des Tube 50 mit dem Kemper Amp erstellen. Oder ich kaufe mir den Hughes&Kettner Tube Meister 18 ...)


Der Hughes&Kettner Tube Meister 18 bietet zwei getrennte Kanäle
mit Mastervolumen, Boostkanal, EQ, Red-Box, Silent-Recording uvm.
 
Die Hallen mit Noten und Fachliteratur, akustischen Saiteninstrumenten, Drums, Percussion und Holzbläser ließ ich ebenfalls aus.

Rückfahrt
Den letzten Teil des Messetages verbrachte ich in der Music4Kids-Halle in der allerlei Klanginstrumente, Schlagzeuge und Geräuschemachspiele aufgebaut sind, an denen man sich austoben kann. Das tat dann auch ganz gut, und nach dem offiziellen Rausschmiss ging es in die Frankfurter Innenstadt zu einem kleinen Imbiss und dann nach Hause. Ein Illy Caffé Americano to go.

Donnerstag, April 07, 2011

Freak Guitar im KIG - Guitar Clinic mit Mattias "IA" Eklundh

Mattias IA Eklundh beim
Two-Handed Chord Tapping im KIG
 
Die Kulturinitiative Giessen e.V. (KIG) konnte den schwedischen Gitarristen Mattias IA Eklundh kurzfristig von der Musikmesse Frankfurt 2011 nach Gießen einladen, um eine sogenannte Guitar Clinic durchzuführen. Vor zwei Jahren war er schon einmal im KIG, führte seine besondere Spielweise vor, erklärte Spieltechniken, zeigte Übungen für das Spiel mit Harmonics und klatschte mit den Anwesenden in krummen Taktarten und erklärte Polythythmiken. All das mit meisterlicher Gelassenheit bei Freundlichkeit und mit Humor. Im vergangenen Jahr spielte er mit seiner Band Freak Kitchen das einzige Deutschlandkonzert in Gießen, das ebenfalls vom KIG initiiert worden war.

Aufbruch
Dank Olli von Spreading Miasma hatte ich von dem kurzfristig geplanten Event Kunde erhalten und entschied mich, zum KIG zu reisen. Das gute Wetter war für den Ausflug wie bestellt. Sonnenbrille auf, Sylt-Beutel mit Apfelsaftschorle und nem Apfel als Reiseproviant mitgenommen und ab in den Bus.

Am Berliner Platz ein kurzer Aufenthalt in der Sonne unter'm Dino vor der Kongresshalle. Dann in den nächsten Bus in Richtung Europaviertel zum KIG.

Im Bus bemerke ich dann, dass mir der Reiseproviant abhanden gekommen ist. Das wäre der zweite Sylt-Beutel, den ich innerhalb kurzer Zeit irgendwo verloren hab. Mist.
So, was, dachte ich? Ich dachte: "Dinge werden doch mal eine Weile irgendwo liegen bleiben können, ohne dass sie mitgenommen werden oder sich in Luft auflösen." Das ist wie in einem Computerrollenspiel (z.B. das großartige Elder Scrolls: Oblivion), in dem man seine Ausrüstungsgegenstände, Klamotten, Brötchen usw. auch irgendwo liegen lassen und später wieder abholen kann, ohne dass fiese Monsterchen das Zeug in ihren Höhlen verbuddeln. Wenn das in einem Computerspiel geht, dann sollte es in dieser hochauflösenden Wirklichkeit doch auch funktionieren, oder?

Also, keine Panik und mit Vorfreude ab zum KIG.

Ankunft
"Hi, I'm Mattias IA Eklundh. I make strange music!"

Dort angekommen schaute ich mich etwas um, genoss die Abendsonne und betrat dann das KIG-Gebäude. Der alte Schwede saß an der Bühnenkante und plauderte mit den ersten Besuchern. Dann begrüßte er mich, wie auch jeden anderen, der den Raum betrat und bat mir einen Platz ein. Ich saß in der zweiten Reihe bei den Kindern. Die erste Reihe blieb unbesetzt - wie in der Kirche.

Bevor es offiziell losging, unterhielt er sich mit uns, erklärte seine neue Apple Horn-Gitarre mit True Temperament Bundierung, seine einzigen beiden Effekte: ein Volumenpedal und ein Wah Wah und zeigte den Kindern wie man auf der E-Gitarre eine Autohupe und einen Elefanten nachmacht. Als ein Besucherhund herangeschnüffelt kommt, erzählt er von seinem riesigen Schäferhundwelpen, der mit seiner Nase immer in den Verstärker stupst, wenn er Gitarre spielt und mit Harmonics herumquiekst.

Nachdem der Veranstalter das Okay gegeben hatte, betrat Mattias Eklundh die kleine Bühne und begrüßte seine kleine Schar Gäste herzlich. Dann lud er zur Fragerunde ein. Jeder der eine Frage zu Spieltechnik, Stücken, Musik, Gitarren usw. hatte, erhielt Antwort. Dazu spielte er Stücke zur Demonstration und Unterhaltung (z.B. La Bamba) und erzählte Anekdoten aus seinem Musikerleben.

Regel Nummer Eins: "Do your own thing."
Zum Beispiel wie er mit 16 Jahren von der Schule ging und Musiker wurde. Und wie er dann regelmäßig in der Bibliothek saß und Musik studierte und Geschichte und Politik und allerlei anderes Wissenswertes, das sich über die Jahre in seinen kritischen Texten niederschlagen sollte. Dann empfahl er den anwesenden Kindern, Schülern und Studenten, die Schule auf keinen Fall abzubrechen, aber darauf zu achten, dass die Lehrer nicht ihrer Bildung im Wege stehen. Education is important, and school sucks. Oder so ähnlich.

Regel Nummer Zwei: "Grow your own moustache."
Außerdem dürfe man seine eigene Musik machen und neugierig durch die Welt wandern und von anderen lernen. Er erzählte von seinen Indienreisen und wie er dort mit Kindern auf der Straße spielte und sich selbst wie ein Trottel vorkam, wenn sie lässig ihre für Europäer ungewöhnlichen Taktarten und Rhythmen spielten. In dem was man macht, soll man zu sich selbst finden und seinen eigenen Schnurrbart wachsen lassen.

Keep the Beat!
Nach der Indien-Anekdote war es Zeit, eine Einführung in krumme Taktarten zu geben und ein paar rhythmische Besonderheiten zu erklären. Ein musikalisches Mitmachspiel und ästhetische Erfahrung.
Wenn er sich dann selbst verspielte, dann erklärte er, dass das nunmal zum Leben dazu gehört. "Sometimes your underwear is dirty. Sometimes you mess up a song. That's part of life. But try to keep the beat."

Abschied
Nach etwa anderthalb Stunden auf der Bühne (und eine gute halbe Stunde davor) spielte er ein Stück von Frank Zappa zum Abschied und beendete die Clinic mit den Worten: "It's always a pleasure to play among friends." und eilte dann aufs Klo. Kein Wunder, dass er am Ende immer schneller gespielt hat...

Im Flur traf ich ihn wieder und bedankte mich für den schönen Abend.
Er meinte noch: "You seem like a dedicated guy. Save up for it and come visit the Freak Guitar Camp this summer. Sell your guitar, you can play mine."
Ich denk noch drüber nach. Für den Erlös meiner Gitarre komme ich vielleicht bis nach Hamburg ... Jedenfalls weiß er, wie man mögliche Kunden umgarnt. Erst ein Selbstbild stärken und dann das Angebot ausbreiten, dessen Ablehnung einer Schwächung des Selbstbildes bedeuten würde. Wir fallen ja so gerne auf Werbung rein ;)

Die Beständigkeit der Dinge

Nachdem ich mich so verabschiedet hatte, wanderte ich durch die Nacht in die Stadt. Dabei Gedanken über Kunst, Musik, Gitarrenspiel, Übungen usw.

Als ich zum Dino zurückkehrte, wartete dort mein Sylt-Beutel. Scheinbar unangetastet, denn wer traut sich schon an einen Dino ran? Braver Dino!

Objektpermanenz ist eine feine Sache. Man darf vertrauen, dass die Dinge beständig sind und in der Regel dort liegen, wo man sie zurückgelassen hat.

Mein Spruch des Tages, der mir irgendwann im Bus einfiel:

"Genius is easy to dismiss, while stupidity isn't." (ald)

Besten Dank an die Kulturintiative Gießen e.V.! Das war ein merk-würdiger Abend!

Montag, April 04, 2011

Frankfurt Musikmesse 2011 - Empfehlungen eines Gitarrenspielers

Was ist laut, hat 40.000 Beine und jault zur einen Hälfte in A-Moll, zur anderen in E-Dur? 
5.000 E-Gitarristen und 5.000 E-Bassisten auf der Frankfurter Musikmesse beim Spielen ihrer besten Licks und Riffs. Die restlichen 10.000 streiten sich darüber, ob das Lick nun von Malmsteen, Vai oder Blackmore geklaut ist und singen sich gegenseitig vor, wie es richtig zu klingen hat.

Was ist laut, hat 200 Beine und jault zusammen die gesamte Achteltonskala von As bis f3?
100 Saxophonisten auf der Frankfurter Musikmesse beim Versuch Summertime zu spielen.

Die diesjährige Musikmesse in Frankfurt am Main öffnet von Mittwoch, den 6. April, bis Samstag, den 9. April ihre großen musikdurchfluteten Hallen.

Empfehlungen eines Gitarrenspielers
Ein paar Stände mit Produkten, die mich interessieren und die ich gerne weiterempfehle:
  1. Rainer Tausch Guitars: Die Slashdot ist nach wie vor mein Lieblingsmodell! Halle 4.1 Stand B24.
  2. Flaxwood Guitars: Seit vielen Jahren mein Geheimtipp. Die Flaxwood Äijä ist die erste E-Gitarre, die ich mir bei entsprechendem Budget leisten würde. Erstklassige Bespielbarkeit, geringer Wartungsaufwand, elegantes Design, tatsächlich innovativ und ... mit EMG-Tonabnehmern ;) Außerdem wird das Flaxwood Hybrid-Modell vorgestellt, von dem ich letztes Jahr schon den Prototyp gespielt habe. Die besten Gitarrenhälse der Welt! Better Tone. Better World. Wenn mal alles so einfach wäre! Halle 4.0, Stand E66 und Halle 3.1, Stand G67.
  3. Ruokangas Guitars: Bisher hab ich diese Meisterinstrumente nicht gespielt. Dieses Jahr will ich sie mir nicht entgehen lassen. Halle 4.0, Stand B47.
  4. Coura African Guitars: Ein weiterer Geheimtip. Die Malindi-Modelle finde ich besonders sympathisch. Wunderbare Instrumente, die für Spieler sinnvolle Features bieten. Mit dabei: mehr Mojo als sämtliche ge-relic-te Custom Shop Gitarren zusammen. Live zu erfahren in der Test-Oase.
  5. Hughes&Kettner Amps: Ich spiele seit etwa 11 Jahren einen Hughes&Kettner Tube 50, ohne dass ich jemals ernsthaft über den Kauf eines anderen Verstärkers nachgedacht hätte. (Wahrscheinlich brennt er mir nächste Woche ab - die wollen schließlich auch neue Verstärker verkaufen...) Neuigkeiten und erstklassige Minikonzerte mit Strat-Meister Thomas Blug u.a. hörenswerten Musikern gibt es in Halle 4.1, Stand E09.
  6. EMG Pickups: Meine Lieblingstonabnehmer. Es geht nicht um die Frage Single-Coil oder Humbucker? Auch nicht um Aktiv oder Passiv?, sondern ob Tonabnehmer und Elektronik das an Saitenmanipulation übersetzen und an den Verstärker leiten, was ich als Spieler angebe. No Noise, All Tone. Halle 4.1 Stand E17.

Da ich nach Upgrade auf EMG-Tonabnehmer mit meinen beiden E-Gitarren sehr glücklich, dafür aber auf Bass-Suche bin, werde ich die Augen, Ohren und Hände für dicksaitige Instrumente offen halten.
Bisher interessieren mich:
  1. Esh Bässe: Ein Esh Sovereign Natural Oil. Halle 4.0, Stand J14.
  2. Luna Guitars: Gypsy Pre Natural
  3. Yamaha Instruments: RBX270 YNS Natural. Halle 0, Forum.
Test-Oasen der Begegnung
Worauf ich mich aber am meisten freue, sind die hoffentlich wiedereinmal entspannenden Begegnungen mit freundlichen Menschen rund um die Musik, alte Bekannte aus Foren, Gitarrenbauer, Aussteller und Musiker.

Gelegenheit gibt u.a. die extra dafür eingerichtete Test-Oase von Peter Coura, an der sich in der ruhigen Wohnzimmeratmosphäre des Guitar Centres direkt neben dem Messegelände Menschen treffen, um über Instrumente zu plaudern, sie ausgiebig ohne Lärmstörung zu testen, miteinander afrikanische Spezialitäten zu genießen und erstklassige Konzerte in Triobesetzung zu erleben.
Einen Bericht (auf Englisch) zur Test Oase 2010 gibt es auf meinem croon papillon@MySpace-Blog zu lesen.


Über weitere Empfehlungen und Witze (die o.a. habe ich extra für diesen Beitrag ersponnen) freue ich mich. Einfach einen Kommentar schreiben!

Ich wünsche allen Besuchern und Teilnehmern viel Spaß! Und achtet auf Eure Ohren!

Samstag, April 02, 2011

Das kleine orangene Notizbuch - April Blues

April Blues - Kugelschreiber im kleinen
orangefarbenen Notizbuch (ald)

Nachdem wieder ein kleines schwarzes Notizbuch gefüllt ist, mache ich nun mit einem orangefarbenen weiter. Das sieht etwas freundlicher aus und das Papier eignet sich aufgrund seiner Textur leicht besser für die Zeichnung mit Kugelschreiber. In den skalierten Scans sieht man das nicht so sehr. Die Originale sind übrigens nicht so pixelig.Wenn man auf die Bilder klickt, werden sie vergrößert angezeigt.


Schwertkampfszene und eine Lesende
beim Picknick im Frühling
Kugelschreiber im kleinen orangefarbenen Notizbuch (ald) 

Die Skizzen sind aus Kritzeleien (Kritzeltechnik) über den Tag verteilt entstanden.
  1. Ein Versuch einen E-Gitarristen im aprilverbluesten Solospiel einzufangen.
  2. Eine Schwertkampfszene, bei der mir schon beim Hinsehen das Knie weh tut.
  3. Ein lesender Akt beim Picknick auf einer Frühlingswiese.
  4. Ein perspektivisch verzerrter Akt.


Ein perspektivischer weiblicher Akt
Kugelschreiber im kleinen orangefarbenen Notizbuch (ald)