Montag, Dezember 24, 2012

Alles Gute (und Ist nicht das Ende der Welt)

Ohne Zeichnung.

Die Tage werden jetzt wieder länger, und ich wünsche Euch allen eine gute Zeit mit bemerkenswerten Begegnungen, erkenntnisreichen Gesprächen in guter Gesellschaft, ausreichend Erholung, dann Kraft und Ausdauer für sämtliche Unternehmungen, gute Aussprachen und Versöhnung, Freundschaft und Liebe.

Mein Dank gilt Euch allen, die Ihr mein Leben bereichert habt: alte und neue, verlorene und wiedergefundene Freunde, Verwandte, Zufallsbegegnungen und Kellertheatermenschen. Auf eine gute Zeit im kommenden Jahr!

Montag, September 24, 2012

Kleine Neuigkeiten

PyRoom - ein Textraum für ablenkungsfreies Schreiben.

Die neueste Entdeckung sinnvoller Software für Textarbeit war in der vergangenen Zeit der ablenkungsfreie Texteditor PyRoom. Ich schreibe schon seit langer Zeit manche Texte lieber in einem Texteditor, als in einer Textverarbeitung. Ich empfinde dann beim Schreiben eine gewisse Ruhe. Geleitet von Prokastinationsimpulsen suchte ich im Netz nach anderen guten Texteditoren und fand PyRoom. PyRoom ist OpenSource und trägt den simplen Slogan distraction free writing.
Das hörte sich soweit ganz gut an, also installierte ich PyRoom via Ubuntu Software Center, startete die Anwendung, wählte ein angenehmes Farbschema aus und begann zu schreiben. PyRoom füllt den kompletten Bildschirm aus, so das keine ablenkenden Icons zum Aufruf des Internet Browser locken können. Mich störte allerdings recht bald, dass man PyRoom nicht minimieren kann. Um auf den Desktop zuzugreifen, muss man das Programm komplett beenden. Wie blöd ist das denn? Fragte ich mich, bis mir auffiel, weshalb ich das Programm beenden wollte: um auf eines dieser verlockenden Icons zu klicken.

Ablenkungsfreies Schreiben. Eine einfache Idee und ein gelungenes Programm. Kann ich jedem empfehlen, der die Textarbeit voran stellt und sich erst danach mit Formatierung und Layout beschäftigt. Kann auch passagenweise verwendet werden.

Ein Ausschnitt des Unity Desktops unter Ubuntu 12.04.1

Die Thesis ist abgegeben. Und seit gestern ist Ubuntu 10.04 auf 12.04.1 geupgraded worden.

Neben der Thesis-Abgabe ist mir ein weiteres wichtiges Unterfangen gelungen: Makronentörtchen. Noch nicht perfekt, aber auf einem guten Wege. Das Rezept wird noch optimiert. Neben Makronentörtchen mit Marzipanfüllung gab es welche mit Apfelmarzipanfüllung.

 Marzipanliebling: Das Makronentörtchen.
Aufgrund mangelnden Angebots werden diese
vom Aussterben bedrohten kleinen Leckerwesen
nun selbst gebacken.

James Hutchings bat mich per Mail, eine Rezension zu seiner Anthologie The New Death and Others zu schreiben. Wird dieses Jahr noch geschehen. Die erste kurze Geschichte ist jedenfalls ein gelungener Aufhänger. Ich freu mich auf die Lektüre.

Ansonsten laufen die Proben für J.B. Priestley Bühnenstück "An Inspector Calls", das im November vom Keller Theatre in (auf?) der Kleinen Bühne Gießen aufgeführt wird.

Mittwoch, September 05, 2012

Text und Handwerk

"Writing Text is a craft. And it has some aspects of play to it,
as well." (ald)

Montag, September 03, 2012

AutoWrite 49 erneut am Anfang

"erneut am Anfang" (ald, gedit)
AutoWrite 49 
(Klick! aufs Bild zur Vergrößerung)

Dienstag, August 21, 2012

Singen macht glücklich (Ah!!!)

Für alle Wissen macht Ah!-Freunde gibt es auf dem YouTube-Kanal der ARD Wissenswertes in sehenswertem Format. Heute für alle musikpädagogisch Interessierten eine Episode zum Singen.


Dienstag, August 07, 2012

Mit Schreibwut

Wenn man eine BA-Thesis und ein paar wissenschaftliche Hausarbeiten zu schreiben hat, dann - so würden manche vielleicht kommentieren - sollte man seine Zeit damit nicht vertun, Blogartikel zu verfassen.

Aber ich entwickle gerade eine Schreibwut, die mir besonders leicht zu initiieren fällt, indem ich Blogartikel (vorwiegend für meinen Rollenspielblog Mad-Kyndalanth) schreibe. Die Schreibwut, einmal in Gang gebracht, soll sogleich für die Arbeit an Thesis und Hausarbeiten genutzt werden. Weg vom bloßen Lesen und Notizen sammeln, hin zum Texten. Alle Gedanken direkt abgetippt. Automatisch schreiben, wenn sonst nichts nützt und danach noch ein paar mal sieben, bis das Wesentliche zum Vorschein kommt und eingearbeitet werden kann.
Schreibwut soll nicht heißen Blindflug. Schreibwut soll heißen Ich will rechtzeitig fertig werden.

Kommentare und mutmachende Zusprüche sind sehr willkommen.

Dienstag, Juli 31, 2012

Kung-Fu Spot: The Fuzz and the Buzz (I am serene.)








"I am serene." (ald)
Grafiktablett und Inkscape.

Dieser Kung-Fu Cartoon ist aus Resten per Copy&Paste erstellt. Da ich zur Zeit kein funktionstüchtiges Grafiktablett habe, wird es bei solcher Resteverwertung bleiben und die Texte werden nicht per Hand geschrieben, sondern getippt.

Den Cartoon wollte ich schon vor einigen Wochen fertiggestellt haben, war mir aber nicht sicher, wie die Umsetzung aussehen würde. Das sieht man erst, wenn man sich daran macht, dachte ich dann und begann. Große und kleine Ideen zu entwickeln ist eine Leichtigkeit, jedoch die kleinste davon umzusetzen manchmal ein großes Unterfangen.
Mir gefällt der Cartoon. Ich mag seinen leisen Witz und die Lebensbezogenheit.

Montag, Juli 09, 2012

Was tun mit 'ner Milliun? (1.000.000 Euro Frage)

Des öfteren stellt man sich spaßenshalber die Frage, was man mit einer Million Euro tun würde, wenn man sie denn hätte. Zum Ausgeben.

Genügend Menschen werden etwa zweimal die Woche vom Lottofieber gepackt und malen sich dann Lottoträume aus und spinnen herum, was sie mit dem Gewinn anstellen werden (! nicht würden. Sie sind ja überzeugt, dass sie jetzt endlich gewinnen. ;-) ) Und dann geht die Fantasiererei los.
Kenn' ick alles, denn als Kind träumte ich von gefundenen Schätzen im Meer, im Wald und im Garten, geheimnisvollen Paketen mit Schlüsseln zu Zauberreichen und Karten zu vergessenen Orten, die mir per Post zugestellt wurden, Außerirdische, die mich zu den Sternen holten und mir die seltsamsten Planeten des Universums zeigten und Unsummen von Gewinnen, die ich bei Gewinnspielen gewinnen wollte. Tatsächlich gewann ich bisher je zwei Kinofreikarten zu (Wisu denn bluß?-)Ronja Räubertochter und Gritta vom Rattenschloss, einen Römertopf, eine Autorennbahn, die nicht funktionierte und ein Alt-Saxophon, das gespielt werden will.
Was würde ich denn mit 'ner Milliun machen? Und hat sich die Gewinnspinnerei im Laufe der Jahre geändert?

Was tun mit 'ner Milliun?

Eine der ersten Investitionen, die ich als Kind schon machen wollte, war, eine Bibliothek einzurichten. Mit allen möglichen Büchern, die ich irgendwann mal lesen oder darin stöbern möchte. Ich dachte dabei an ein Haus mit Bibiliothekszimmer oder Bibliotheksflügel. Und mit Geheimgängen. Und Regalen bis zur Decke und eine Kaminecke.
Eine Stereoanlage und eine passende riesige Musiksammlung käme mir jetzt auch in den Sinn. Zum gemütlichen Lesen die dazugehörigen Sessel, Couchen, Tische (für Tee, Kaffee und Kuchen), eine Terassentür in den Garten, damit man aus der Bibliothek hinausgehen kann und wieder hinein. Draußen eine Hollywoodschaukel. Und hinter den Beeten und vorbei an den Obstbäumen ein See mit Fischen.

Früher wollte ich 'nen Jeep Wrangler als Auto fahren. Oder 'ne Chevrolette Corvette Stingray. Im Zeitalter der völlig überflüssigen SUVs im Stadtverkehr wäre mir der Jeep eher peinlich. Aber ich könnte ihn neben die Corvette in die geheime Tiefgarage unter dem Bibliotheksflügel stellen.

Eine Million ist ja schneller aufgebraucht als man so denkt. Wenn ich allein an das Grundstück und das Haus denke - ganz zu schweigen von der geheimen Tiefgarage und den vielen Büchern, dürfte nicht mehr viel übrig bleiben.

Allerdings geht es nicht um Rechnerei, sondern um Spinnerei.

Daher mache ich mal weiter mit dem Kunstatelierzimmer und dem Musikzimmer (mit Blick auf den Garten) inklusive Tonstudio und eine Auswahl verschiedener Instrumente (man weiß ja nie, wer mitspielt). Dazu gehört eine Küche mit Speisekammer und ein gemütlicher Essbereich mit Anschluss an einen Wintergarten. Im Keller gibt es Spinnen und auf dem Dachboden Fledermäuse und Vögel.

Ein Arbeitszimmer für Computerkram und mit Archiv von Notizen, Unterlagen und Ideen.

Je nach Stärke des derzeitigen Hobby-Interesses hätte ich mir eine Sammlung sämtlicher Rollenspielmaterialien (AD&D 2nd Edition, StarWars West End Games usw.) verschiedener Spielsysteme gewünscht (gespielt wird in der Bibliothek beim Kamin oder auf der Terrasse oder auf einem Floß auf dem See), eine Skateboardbahn (Miniramplandschaft), eine E-Gitarren- und Verstärkersammlung oder eine geheime Kungfuausbildungsstätte.

Beruflich gedacht, würde ich mit 'ner Milliun eine Schule für Kunst, Musik und Literatur gründen und eröffnen. Das ist schon seit langem meine Vision. Mit entsprechenden Räumen in einem Haus mit Bibliothek, Atelier und Musikzimmer. Dort gibt es Workshops, freie Nutzung der Ateliers für Mitglieder sowie Studien, Diskurs und Ausstellungen.

Und ich würde schreiben. Romane und Kurzgeschichten und Fragmente. Gitarre spielen, aufnehmen und Stücke komponieren. Zeichnen. Und kochen und Gäste empfangen. In etwa wie Bilbo Beutlin in seiner Hobbithöhle.

Was ist...

Ich lese gerade den Herrn der Ringe - mal wieder auf Englisch. Das Buch (The Fellowship of the Ring) passt in die eine Hand, eine Tasse Tee in die andere. Mit beidem lässt sich leicht ein sonniges Plätzchen auf der Wiese finden.
Geht auch ohne Milliun.
Aber schön wär's ja.

Und was ich gerade von Tolkien lese, das weckt in mir wieder die Schreiblust. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich gebe die "Was tun mit einer Milliun?"-Frage an Jonny weiter, der mit seinen Kostbarkeiten und seinem Plunder sicherlich eine interessante Antwort darauf hat.

Montag, Juni 25, 2012

Auf dem Sturm und Klang-Festival 2012: Linda und Alex

Linda und Alex
Zwei Vornamen. Zwei Freunde.
Zwei Gitarren. Zwei Stimmen.
Acht Semester Musikpädagogik.
 Endlich auf der Bühne.
Mit Rock, Pop und Rhythm&Blues
Sturm und Klang

Seit dem vergangenen Wochenende steht es im Programm. Wir spielen am Samstag, den 30. Juni, ab 11 Uhr eine Stunde lang auf der Parkplatzbühne im Phil. 2 der Justus-Liebig-Universität.

Zwei Freunde, die Musik machen. Mal spielt die eine, dann hört der andere zu, mal umgekehrt, mal spielen beide zusammen.

Wer u.a. hören will, wie etwas croon papillon live klingt, ist herzlich zu uns eingeladen.

Von Freitag (29.7.) bis Samstag (30.7.) gibt es kostenlos und draußen drei Bühnen mit Live-Musik, Workshops, Poetry Slam und anderen künstlerischen Beiträgen. Das Audimax bietet nach kostenpflichtigem Eintritt mehrere Bands und Party auf großer Bühne. Für Verpflegung ist gesorgt.

Empfehlen kann ich Spreading Miasma (Fr 22 Uhr Parkplatzbühne), Am Leben Forbei (Sa 21 Uhr Waldbühne), Dimeless (Sa 20 Uhr Parkplatzbühne), Turbo Sapienova (Fr 22 Uhr Waldbühne) und Cepa Nueva (Fr 17 Uhr Parkplatzbühne). Außerdem gibt es Monologe vom Keller Theatre am Samstag um 12 Uhr auf der Kleinkunstbühne. Die anderen kenn' ich noch nicht, werde aber als Zuhörer hinzuschlendern.

Die Website Sturm und Klang 2012 gibt mehr Auskunft. 

Wir hoffen weniger auf Sturm denn auf Sonne und angenehmen Klang.

Montag, Juni 11, 2012

Wandel der Kunst

"Is' noch nich' soweit, wa." (ald)
Grafiktablett und Inkscape
Resteverwertung

Der letzte Eintrag auf diesem Blog liegt schon eine Weile zurück. Das liegt am Wandel. In knapper Zusammenfassung folgen Neuigkeiten zu diversen Themen.

Zeichnung 

Das geliehene Wacom-Grafiktablett gab ich wieder zurück, mein eigenes Grafiktablett hat einen Defekt und daher wird es erstmal keine neuen Grafiktablettzeichnungen geben.

Keene Sockencomics, keene Inkscape-Illustrationen.

Einiges des schon gezeichneten Materials lässt sich für Copy&Paste-Zwecke verwenden, so dass mit abgewandeltem Sprechblasentext noch das eine oder andere neue kleine Werk entstehen wird. Es gibt ganze Webcomics, die so erstellt werden.

Statt des Grafiktabletts werde ich wieder in mein kleines Notizbuch zeichnen und mit Aquarellfarben colorieren. Immerhin bin ich noch auf der Suche nach Claire Mux und ihren Travel-o-Fanten.

Mit Grafiktablett und Inkscape konnte ich der Idee eines eigenen Spreadshirt-Shops nachgehen. Da gibt's dann T-Shirts und Tassen und allerlei mit Illustrationen (Socken, Kung Fu Spot u.a.) und Text von mir zu kaufen. D.h., wenn ich wieder ein Grafiktablett habe. Alles zu seiner Zeit.

Musik

Mein treuer Gitarrenverstärker (Hughes&Kettner Tube 50) hat einen Defekt, so dass auf Aufnahmen und eventuelle Auftritte (Sturm und Klang 2012?) damit verzichtet werden muss. Ich verwende stattdessen meinen kleinen tragbaren Transistorverstärker (Peavey Backstage 2) und übe fleißig, meine Finger das spielen zu lassen, was ich innerlich höre. Außerdem studiere ich das Gitarrenspiel von Jimmy Raney und Robben Ford.

Für das croon papillon-Projekt ist ein Album mit dem Arbeitstitel anti-blues vorgesehen. E-Gitarrenblues und Jazz mit Gesang und zwischendurch ein paar Monologe über bluesrelevante Themen. Dass der Röhrenverstärker kaputt ging und ich das Album mit einem kleinen Transistorverstärker aufnehmen werde, dürfte der street credibility nicht schaden. Wenn ich einen zerschlissenen Anzug (oder überhaupt einen) hätte, würde ich ihn bei der Aufnahme tragen. Kaputte Jeans tun es vielleicht auch.

Außerdem entwickle ich Übungen für den Gitarrenunterricht zu Notationsmöglichkeiten, Komposition, Improvisation, Harmonielehre usw. Das soll mittelfristig zu einer Veröffentlichung führen.

An der JLU Gießen wurde jüngst ein OpenStage-Treff zu improvisierter Musik von Mitarbeitern des Instituts sowie dem Gießen Improvisers Pool ins Leben gerufen. Dort wird nicht-idiomatisch improvisiert - wobei ich der Meinung bin, dass diese Art der Improvisationsmusik doch wieder idiomatisch ist. Spätestens, wenn der vierte Gitarrist mit seinem Rasierer über die Tonabnehmer brummt, dürfte einem das auffallen.
Macht aber Spaß und die Begegnung der Musiker war beim ersten Mal angenehm und respektvoll und auch unerfahrene wurden in das Spiel integriert. Wer mitmachen will ist herzlich eingeladen.

Literatur

Das AutoWrite-Projekt nähert sich der Nummer 50. Anlässlich dieser runden Zahl - immerhin die Hälfte von Hundert - habe ich vor, eine PDF-Datei mit den gesammelten Werken, einer Einführung in das Projekt sowie einer Handvoll Texte auf Grundlage ausgewählter Autowriteskizzen zu verfassen. Vielleicht mache ich auch eine kleine Hörbuchversion daraus. Denn Gedichte gehören vorgetragen.

Während der erneuten Lektüre von Tolkiens Hobbit kamen mir ein paar wesentliche Gedanken zum Kampf im Rollenspiel und ich merkte, wie sehr die eigenen Vorstellungen, die man beim Lesen entwickelt, von dem, was tatsächlich im Text geschrieben steht, abweichen können.
Lange Zeit ging ich davon aus, Tolkien hätte so sehr genau und ausführlich beschrieben und die Reise der schatzsuchenden Abenteurer um Thorin Eichenschild ziehe sich endlos hin. Aber tatsächlich sind viele lang wirkenden Reisepassagen in kurzen Absätzen abgehandelt und die Situationsbeschreibungen beschränken sich auf wenige (aber wesentliche) Ausschnitte und der Rest wurde ausgefüllt von meiner Phantasie. Und über die Jahre wuchs die Geschichte des kleinen Hobbits durch meine inneren Nacherzählungen. (Und nun denke man mal darüber nach, dass so etwas nicht nur mit Abenteuerromanen so passiert, sondern auch mit anderem Zeug, das man liest und hört ...)

Das gab mir erneut zu denken, was das Verfassen eigener fiktionaler Texte betrifft. Die Kapitel zu drei Romanen, die ich mit mir herumschleppe, werde ich nun anders lesen und beizeiten durcharbeiten und manch überflüssig ausführliche Beschreibung kürzen können. Die Dekorationsarbeit liegt zu einem Teil beim Leser und ist dort vielleicht besser aufgehoben, als bei einem übereifrigen und pingelig genau schreibenden Schriftsteller. Vielleicht werde ich mit den Romanen dann auch in absehbarer fertig und kann mich um die Verlagsuche kümmern.

BA-Thesis

Aktuell schreibe ich an meiner Thesis über software-bedingte Komposition mit Tracker-Software (in diesem Fall Renoise.) Kleinere oder größere Blogbeiträge (wie dieser hier) entstehen entsprechend zwischendurch, um über anderes Nachzudenken oder um Kompositionsprozesse in anderen Bereichen zu bedenken.
Bei der Arbeit geht es um Kompositionspädagogik, die Demoszene, Computerspielmusik und wie man selbst komponieren lernen kann. Mehr dazu, wenn die Zeit reif dafür ist.

Zitate und Sprüche

Ich hatte schon lange vor, eine Sammlung von Eigenzitaten auf diesem Blog zu veröffentlichen. Jedem fällt der eine oder andere Spruch ein, da kann man den auch aufschreiben und sammeln.

Eines meiner Lieblingseigenzitate ist:

"Ich wollte dem Teufel meine Seele verkaufen, aber er konnte nicht bezahlen."

Gedacht als Spruch, der einem Schundromanhelden in den Mund gelegt wird. (Schundromane wie Actionfilme leben von dem, was die seltsamen Charaktere von sich geben. Ein guter Spruch ist besser als eine Superkraft. Eine Superkraft ohne guten Spruch langweilig.)

Ich habe die leise Befürchtung, dass es eine List des Teufels ist, abzuwarten bis man sich weit unter Wert verkauft. Unabhängig davon ob es einen oder mehrere Teufel geben mag, ist es ein Drama von Selbstfehleinschätzung, mangelnder Anerkennung, Not und Frustration und der Fehler sich auf halbem Weg nicht aus Bescheidenheit oder situationsbedingt mit wenigem zufrieden zu geben, sondern sich selbst und eigene Ziele aus der Sicht zu verlieren.

Dürfte ja als Aufhänger Stoff genug für einen Schundroman sein.

Wie dem auch sei, die Zitatesammlung gibt es dann unter dem Header bei den anderen Projekten.

Sonstiges

Das Leben kann wunderschön sein, wenn man relativ selbstbestimmt leben kann und darf. Das gilt besonders für die Liebe und auch für das künstlerische Schaffen.

Und für das Kochen.

Dank einer gußeisernen Bratpfanne, die ich geschenkt bekam, gibt es bei mir seit längerem die weltbesten Bratkartoffeln der Welt. Mal mit Zwiebeln, Knoblauch, Speck, Apfelmus oder als Beilage.

Kochen, Rezeptkunde usw. hat übrigens auch mit Komposition, mit Problemlösen, mit Naturwissenschaften (früher mit Magie) und ästhetischer Forschung und Erfahrung zu tun.

Ein andermal mehr dazu.

Mittwoch, April 18, 2012

Kleine schöne Dinge am Tag

"Nachts vor dem Schlafengehen
schick machen
und im Flur tanzen
und dann lachend ins Bett fallen."

Der Alltag kann langweilig sein

Was machst Du, um zu langweilige Phasen aufzulockern, die Langeweile nicht auf die Stimmung schlagen zu lassen?
Wenn man zum Beispiel seine Thesis für die Uni schreibt und aus festgefahrenen Gedankengängen nicht hinauskommt, sind kleine schöne Dinge, die den alltäglichen Tagesablauf unterbrechen, eine Möglichkeit aufzuhorchen und durchzuatmen.
Die festgefahrenen Gedanken sitzen dann zwei Meter abseits und können in Ruhe betrachtet werden, wie diese kleinen Labyrinthrätsel in Zeitschriften. Die sind leichter zu lösen, wenn man sich nicht im Labyrinth befindet, sondern sie aus der Vogelperspektive betrachtet.

Und dann: Der Tag läuft nicht ab. Ich laufe den Tag ab und wenn mich das langweilt, gehe ich andere Wege. Bleibe dort stehen, wo ich noch nie stehenblieb und sehe mich um, damit ich neue Eindrücke sammle ohne mein Ziel aus den Augen zu verlieren.

"Morgens, mit einer Tasse Tee
auf der Wiese
und dann hinein
E-Mails lesen."

Dienstag, April 17, 2012

Cthulhu und unheimliche Figuren

and some thanks to H.P. Lovecraft."
Inkscape und Grafiktablett
* Erwähnte ich schon, dass ich Sänger eine Doom-Metal bin?
Geprobt wurde leider noch nicht.
Aber etwas Cthulhu-Grusel passt bestimmt dazu.

Gruselbusel

H.P. Lovecraft war ein Meister des literarischen Verstandverquirlers und es gab Geschichten, die ich erst nach vielen Jahren zu Ende las, weil ich mich so sehr gruselte.
Was gruselt mich eigentlich?

Das innere Erleben konstruierter Vorstellungen beim Lesen. Da können unheimliche Monster aus anderen Dimensionen in der kleinen Spalte zwischen den Schrankbretter lauern und mit den Schatten wandernd durchs Zimmer huschen, um dann gigantisch groß zu werden, durch Decken und Wände zu bersten und die halbe Stadt auffressen.
Man vergisst wohl, dass das eigentliche ästhetische Wahrnehmen - nämlich, das Buch in den Händen, die Bettdecke über den Ohren und den angekauten Keks in der Backe - von der inneren Vorstellung überblendet wird.
Wenn man das Buch weglegt und die Aufmerksamkeit auf anderes lenkt, wird man sich der Umgebung wieder gewahr. Dann bleibt eine unheimliche Erinnerung, die aber lange nicht so schlimm ist, wie das Erleben in diesem Lesetagtraum.

Er müsste mal
die Hand aus der Tasche nehmen.

Die Leute, die so seltsame Geschichten erzählen wie H.P. Lovecraft, dürften eine sehr lebendige Vorstellungskraft haben und beim Schreiben das innerlich erleben, was sie in Text fassen. Wer weiß? Möglicherweise erleben sie noch mehr und der Text ist nur die gekürzte Nacherzählung?


Traumwelt/Wahnwelt
und der Zauber einer Pusteblume

Überwindung angsteinflößender Vorstellungen

Wenn eine Vorstellung durch einen literarischen Text, also durch Sprache hervorgerufen werden kann, dann kann man sie dadurch auch ändern. Indem man die Geschichte umerzählt. Oder sagt: Es gibt keine Gespenster.
Spannender, kreativer und langfristig unterhaltsamer ist es aber die Geschichte ganz selbst in die Hand zu nehmen.

Wer sich vor Cthulhu fürchtet, erzählt, wie man ihn in die Hand nimmt, weil er eigentlich ganz klein und flauschig ist und dann zu den anderen kleinen flauschigen Göttern und Flatterviechern ins Regal setzt und ihnen sagt: Still jetzt. Hört auf, Euch solch düstere Gruselgeschichten auszudenken. Ihr seid selbst nur Staub. Und dann zerfallen sie, wie die kleinen Sandbröckchen am Strand in den eigenen Händen und man hat die Sinne frei, das Rauschen der Wellen zu hören und mit Freunden in die glitzernden Wellen zu springen, im Sonnenlicht zu tauchen und danach am Strand sich trocknen zu lassen.

Viel Spaß beim Schreiben.
"Elektropoptanz in Socken auf Holzfußboden"
ist noch relativ wenig unheimlich.

Sonntag, April 15, 2012

Der stereotype E-Gitarrenspieler

"Ich spiel für Dich 'ne Melodie
und Du beginnst zu tanzen." (ald)
Inkscape und Grafiktablett
Entstand zwischendurch beim Chinesisch-Lernen.

Wer bin ich?

Klischees von E-Gitarristen waren schon einmal kurz thematisiert. Dieses Mal dachte ich an einen Typen in Anzug, der wahlweise einer Schlagerkapelle (passt, da der Typ kein Kabel an der Gitarre hat ...), 'ner Rock'n'Roll-Band oder einer Retro-Deutschrock-Gruppe zuzuordnen wäre. Vielleicht liege ich auch total daneben und die Stilmerkmale verweisen eher auf eine mir unbekannte Metalrichtung. Kennt sich da jemand aus?

Donnerstag, April 12, 2012

Kung Fu Spot: Enter the Spot (Panic!)

"Panic is the right word." (ald)
Grafiktablett und Inkscape
Allmachtsfantasien

Als Spot begann, Kung Fu zu lernen, tagträumte er wie viele andere Anfänger und leicht fortgeschrittene Schüler von großen Heldentaten, der Befreiung diverser Prinzessinnen und allerlei anderen Abenteuern.

Die Angeber, fiesen Bösewichte, Unterdrücker und ihre widerlichen Gefolgsleute vertrieb er mit weisen Worten und meisterhafter Kampfkunst.

Und dann wurde er oft aus seinem Tagtraum in die gegenwärtige Situation gerufen: "Geh üben," sagte sein Lehrmeister. "Mach ich," antwortete Spot.


"Go practice."
"I will."
Und dann ging er üben.
Alle Tricks, alle Tritte.
Einmal durch.
Und tagträumte von langen Wanderungen durch die Wildnis und Begegnungen mit Ungeheuern und Drachen, die er mit seinem Kung Fu bezwang.

"I can do all the kicks."

Funktion des Tagtraums für das Lernen

Es ist zunächst eine Frage: Welche Funktion hat das Tagträumen für das Lernen?
Wer wie Spot Kung Fu, Gitarre, Skateboardfahren, Schwimmen, Autofahren o.ä. lernt wird hin und wieder Tagträume erleben und sie teilweise ganz bewußt beginnen, um die geübten Fertigkeiten auszuprobieren oder sich vorzustellen, was vielleicht mit manchen Fertigkeiten anzustellen wäre.

Nun ist ein Tagtraum wie literarische Fiktion. Es ist möglich zu sagen: Ich sprang mit einem mächtigen Satz über den breiten Fluß und landete auf der anderen Seite im Fahrersitz des offenen Sportwagens und begann ein Rennen mit Wind und Wolken über mir.

Und wer den Satz liest, tagträumt sofort diese Szene. Auch, wenn dieser Sprung so kaum möglich ist.

Vielleicht ist es nun wichtig zu untersuchen, was ich bei diesem kurzen Tagtraum empfinde. Spüre ich in meinem Körper die Bewegungsimpulse zum Sprung? Oder fehlt mir dazu noch die Beschreibung des Anlauf-Nehmens, dem kurzen Sprint, die Anzahl der Schritte vor dem Absprung? Wer zu lange keine oder nie irgendwelche Sprünge gemacht hat, wie empfindet der die Vorstellung der Bewegung?

Werden im Tagtraum und der Tagtraumschau anderer, die man im Inneren sieht, die Spiegelneurone abgefeuert?

Was geschieht alles beim Tagtraum, das nicht mit dem Vorwurf der sinnlosen Träumerei abgetan werden sollte?

Vektorkritzel: Das Leben ist kein Schaukelpferd ...

"Das Leben ist kein Schaukelpferd,
es ist ein Ponyhof
und Du der Esel." (ald)

Ich kritzelte ein blödes Tier und dann kam mir der Spruch und dann wurde es bunt. So zwischendurch als ich beim Zeichnen der Kung Fu Spot Cartoons war.

Mittwoch, April 11, 2012

Vektorkritzel: One of these three is a ninja.

Mein kleiner Beitrag zur Verbreitung des "The Invisible Ninja"-Mems.

Dienstag, April 10, 2012

The Adventures of Lost Socks: The Meaning of Life 3

"Get a life."

We're allprevious sockslost sockstrying to findnew socksthe meaningnext socksof life.

Damit es ein wenig weitergeht mit dem Sockencomic, hier eine weitere Szene mit der verlorenen Socke Orange und der Frage nach dem Sinn des Lebens.

Donnerstag, April 05, 2012

Vektorkritzel: Nein, es gibt keinen Osterhasen. (Frohe Ostern.)

"Nein. Es gibt keinen..."
Osterhasen.

Ich wünsche frohe Ostern, einen tollen Frühlingsanfang und sämtliches anderes feines Zeug, das man sich irgendwo auf der Welt zu dieser Jahreszeit wünscht.

Und um einen geliehenen Witz anzubringen: Passt am Sonntagmorgen auf, dass Euch kein Pudel hinterherläuft! (cud)

Vektorkritzel: Can you please tell me what is going wrong with my life?






"Yeah."
Inkscape und Grafiktablett.

Vektorkritzel: Kunst oder nicht! Hauptsache eena kooft es.

"Kunst oder nich'. Hauptsache eena kooft es." (ald)
Also, kieken und koofen.

Kunst oder nicht.

Seit einer Weile wandert der Spruch "Ist das Kunst oder kann das weg?" durch die Komikerlandschaft und wird gerne als Kommentar gebraucht, z.B., wenn die Schimmelpilze die Herrschaft über den Abwasch der letzten Gemüsepfanne an sich gerissen haben.

Es schwingen zwei Dimensionen einer unbrauchbaren Sache mit: das Unverwertbare als Müll und das Unverwertbare als Kunst.

Tatsächlich sieht es anders aus: Müll wird weggeworfen, gelangt in den Müllhandel und wird wieder-, zumindestens weiterverwertet. Kunst bleibt. (Müll auch, aber das ist in diesem Text nicht der Punkt.)

Ist das Kunst? Und wenn nicht, wie kommt es weg?
Kunst bleibt.

Und man muss sich irgendwie damit arrangieren, dass sie bleibt. Z.B. kann man ein Picknick im Schatten der Plastiken im Park machen, oder man macht einen großen Bogen um Museen und Ausstellungen, weil sie gähnend langweilig sein können, oder trifft sich zur gemeinsamen Interpretation von Gedichten.

Manchmal stört Kunst gewaltig. Dann wirft man ihr Chaos vor und versucht sie zu bändigen, in dem man sie an einen sicheren Raum mit anderer Kunst stellt, wohl wissend, dass dort nur wenige hingelangen wollen.

Oft ist Kunst nur ein diffuses Etwas, ein Ding, das in der eigenen Vorstellung wabert wie ein großer Kleisterklumpen in der Schwerelosigkeit einer verrückten Landschaft. Man kann Namen damit verknüpfen und erinnert sich an Picasso, Rembrandt, Beethoven und andere Maler, die ihre Köpfe aus dem Kleisterklumpen stecken und sich leise beschweren, das noch irgendein Auftraggeber seine Rechnung nicht beglichen habe.

Man weiß, dass es Bilder, Skulpturen und derlei gibt, die von Experten als Kunst bezeichnet werden und wundert sich selbst, was so besonders daran sei. Wirft sich gelegentlich fehlende Ahnung vor oder betont, man könnte das besser. (Was gelegentlich sogar stimmt. Das hat nur mit der Sache nichts zu tun.)

Was ist Chaos? Was ist Kunst?
Was ist Ordnung? Wer fragt und wer antwortet?

Manch einer erinnert sich an Kunstunterricht oder Freizeitmalerei, Comicversuche und Bastelarbeiten. Kleine Geschenke, die man einander gemacht hat und die wertvoll bleiben unabhängig des Staubes, den sie sammeln.

Die Dinge, die geschaffen wurden, bewahrte man eine Weile auf und einige ausgewählte Stücke trägt man mit sich, legt sie an einen besonderen Platz in der Wohnung. Sie werden zu Dingen, die bleiben. Dinge, die man behält.

Sie sind Teil des eigenen Lebens und Schaffens. Es mag sein, dass andere kommen und sie weiterverwerten wollen, sei es, um sie dem Wiederwertungskreislauf zuzuführen oder um sie gegen Bezahlung in die eigene Wohnung zu stellen.

Es kann sogar sein, dass jemand die Dinge in ein Museum hängt. Und dann bezahlen Leute Eintritt, um das Ding im Museum zu sehen. Was ist dabei der Unterschied, wenn ein Bild im Museum hängt, oder ein Haufen Altpapier, der als "Installation alter Neuigkeiten" betitelt wird?

Es scheint gerade so, als ob der Umgang der Menschen bestimmend ist, ob die Dinge als Kunst oder Müll betrachtet werden.

Die Wahrheit und die Kunst.
Mal so tun, als ob.

Vielleicht ist dann zunächst nicht die Frage wichtig, ob das und was eigentlich überhaupt Kunst sei, sondern, was ich mit den Dingen anstelle:
  • Ansehen, weil es mir gefällt. 
  • Ein Foto von machen, um es zu versenden. 
  • Ein T-Shirt mit dem Motiv bedrucken. 
  • Mit Freunden um die Skulptur im Park zur Lieblingsmusik tanzen. 
  • Vor dem Bild im Museum stehen und singen.
  • Alte Briefe von lieben Menschen aufbewahren und heute nochmal lesen.
Oder den Abwasch machen und den Müll rausbringen.

# An dieser Stelle wollte ich den Text beenden. Mir fiel beim Korrekturlesen auf, dass ich bei allem Augenzwinkern noch mit Ernst hinzufügen möchte: Das Schaffen, Bewahren, Sammeln und Archivieren von Dingen ist eine wichtige Tätigkeit. Auch die Auswahl von all dem. Und wenn aus verschiedenen Gründen nicht viel bleiben sollte: "Ich halte in meinen Händen ein Kleinod, wie das letzte Sandkorn Fantasiens und erzähle daran Lebensgeschichte."

Mittwoch, April 04, 2012

Vektorkritzel: Kung Fu Spot 2 und Kritzeleien

"Hello, Mr. 9mm."
Kung Fu und Kanonen

Nachdem Kung Fu Spot kürzlich in Bedrängnis durch ein paar große Angeber geraten war, steht er nun dem nächsten finsteren Gesellen gegenüber.

Auch wenn man bei Actionfilmen ganz klare Erwartungen hegt, wie es denn nun weitergehen müsse, sieht Kung Fu Spot die Sache auf eigene Weise.

Kung Fu Spot: Keene Schangse. Also, sach ick: Hallo.

Kleine Nachtlandschaft. (ald)
Inkscape und Grafiktablett.

Gekritzelte Landschaften

Zugegeben, kleine gekritzelte Landschaften sind nicht wahnsinnig aufregend. Sie sind leicht und schnell angefertigt und eignen sich als Dekoration oder Illustration.
Interessant ist dabei die Linienführung bei der Komposition (es sind tatsächlich Improvisationen), die man während des Zeichnens beobachten kann. Und jetzt eben nicht mehr, weil der Zeichenvorgang abgeschlossen ist und ich kein Video angefertigt habe.
Wer beim Fernsehen, Telefonieren, in der Schule, in der Uni oder sonstwie gerade Stift und Papier zu Hand hat, kann ja ein paar solcher Landschaftkritzeleien anfertigten und die eigene Hand beobachten und was die Kritzelei für innere Vorstellungen weckt.

Stadt und Fluss.

Freitag, März 30, 2012

Frankfurt Musikmesse 2012: Entdeckungsreise und Bericht über Gitarren und Innovationen

"Fly on the Vibe of Your Song" (ald)
Intro

Auf der Frankfurter Musikmesse 2012 haben mir drei Dinge besonders gut gefallen.
  1. Wie in den Jahren zuvor besuchte ich den Stand von Flaxwood Guitars, die in diesem Jahr zusammen mit anderen finnischen Unternehmen (Yeseco, Prime Loudspeakers) des TONIC (Tonal Innovation Centers) ausstellten. 
  2. Dann hatte ich eine bemerkenswerte Begegnung mit VGS Gitarren und der Evertune Bridge, für die es nur ein Wort gibt: Supercalifragilisticexpialidocious
  3. Und drittens die elektrischen Celli und Violinen von sbip.
Es folgt ein kleiner Bericht mit Text und Bildern auch über andere Dinge, die mein Interesse weckten.

Anmerkungen
  1. Wer nur die Bilder sehen will, klickt auf ein Bild und kann dann sämtliche Bilder zur Ansicht auswählen.
  2. Gitarre spielen lernen heißt spielen, hören, üben, ausprobieren, Fehler machen, Fragen stellen, Antworten prüfen uvm.  Das geht mit jedem geeigneten Instrument. Zum Lernen sind eine Gitarre und Schreibzeug für Notizen ein guter Anfang. Alles weitere braucht man nur für entsprechende Aufgaben.
  3. Wer auf der Instrumentensuche ist, liest diesen Bericht mit Vorsicht. Denn bei allem Gerede über Instrumente: Das Instrument soll das eigene Spiel unterstützen. Danach sucht man sich ein geeignetes Instrument aus.
Urlaub auf der Musikmesse Frankfurt

Ich hatte mir vorgenommen, den Freitag auf der Musikmesse als einen Urlaubstag zu gestalten.
Ohne Hast. 
Wer die Musikmesse aus musikalischem und beruflichem Interesse kennt, weiß, dass die Musikmesse vor allem laut, stressig und wenig erholsam ist. Wenn man sich nicht vor der Reizüberflutung schützt. Das kann man, indem man ganz bewusst selektive Wahrnehmung verwendet.
Z.B. blendete ich sämtliche Produkte mit dem Hype-Label vintage aus. Alte Gitarren und besonders neue, die auf alt gemacht sind, interessieren mich nicht.

Kleiner Exkurs zu Vintage-Hype und Gitarreninnovationen

"Oh, no. Vintage guitars."

Ich verstehe das Interesse anderer Leute an echten Vintage-Instrumenten. Den Marketing-Gag, überholte Konstruktionsmerkmale von Instrumenten als besondere Qualität zu verkaufen, finde ich dagegen nicht mehr lustig. Und die Versuche an innovativen Weiterentwicklungen vieler bedeutender Unternehmen weisen - wenn auch etwas leise - daraufhin, dass sie ihre einstige Vorreiterrollen wieder einnehmen wollen, denn die unzähligen Konkurrenten bieten Instrumente in Anlehnung an bekannte Designs (S, T, LP, SG, V) oft schon lange kostengünstiger bei gleicher oder besserer Qualität an. Es gibt zwar für die bekannten Modelle Optionen mit zeitgenössischen Konstruktionsmerkmalen, die sind aber allesamt nicht bahnbrechend innovativ. Z.B. verwendet Fender für viele Serien nun spezielle Humbucker im Single-Coil-Format. Mir gefällt das, nur ist das kein Geniestreich.

Vom Neuen
  • Gibson brachte vor einer Weile die digitale Les Paul, die Dusk Tiger und just auf der Messe 2012 die Firebird-X heraus. Dazu Serien mit dem RobotGuitar Stimmsystem.
  • Fender stellte die Neuauflage der in Zusammenarbeit mit Roland entwickelten VG Stratocaster vor (YT-Video). 
  • Line6 bietet seit Jahren schon eine Modelling-Guitar mit der Variax-Serie an und seit kurzem ein komplettes System, das Modelling-Gitarre und Modelling-Amp von Line6 nahtlos integriert: die Tyler Variax.
  • Von MusicMan gibt es endlich das GameChanger-System, das eine software-gesteuerte analoge Verschaltung der Tonabnehmer ermöglicht. Sämtliche Kombinationsmöglichkeiten sind programmierbar und mittels  übersichtlicher Schalter und Potis wählbar. Lötorgien kann man sich sparen. Nur die Pickupaustauschfreaks, was machen die nun? Ein neues Hobby suchen oder anstatt zu löten, Pickups per Steckverbindung austauschen? Es wird bestimmt ein Forum für GameChanger-Tweaker geben.
  • Peavey stellte zusammen mit Antares Audio Technologies die Peavey AT-200 Auto-Tune Gitarre vor. Die Auto-Tune Software arbeitet in der Gitarre und rechnet in Echtzeit verstimmte Saiten in die gewünschte Stimmung (z.B. EADGBE) und korrekte Tonhöhe gegriffener Saiten. Dabei wird zudem die Temperierung des Instruments berücksichtigt. Die wohltemperierte Gitarre per Software? (Ein Video von PremierGuitar gibt's hier.) Ob das für bundlose (fretless) Gitarren auch funktioniert?
Neben den Erweiterungen durch Technologie, die meiner Ansicht nach großes Potential für viele Musiker und deren Arbeit bereit halten, werden andere Ansätze entwickelt und verfolgt, wie die Optimierung von Hardware (siehe Schaller, True Temperament und Evertune), Fertigungsprozesse und Materialien (siehe Flaxwood).
Eine Verknüpfung dieser Ansätze mit den o.a. Entwicklungen ist denkbar und damit eröffneten sich neue Möglichkeiten, Musikinstrumente zu gestalten, sofern sich die Unternehmen auf Zusammenarbeit einigen bzw. Musiker ihre Instrumente entsprechend modifizieren oder mit Sonderwünschen bauen lassen.

Und ich rede nicht von Wunschfarben und Schnitzereien, sondern von ergonomisch angepassten Gitarren, die langlebig, robust, leicht zu warten und für den Musikeralltag geschaffen sind.

Zurück zum Urlaub

Ich wollte mir einen Überblick über das Angebot instrumentalpädagogischer Veröffentlichungen für (E-)Gitarre zu machen, da ich selbst an Übungsmaterial für Gitarrenunterricht arbeite, ein paar Instrumente spielen und einen Bekannten zu treffen.

Das morgendliche Wetter versprach einen heißen Tag, Frühstück gab's beim Bäcker und auf dem Weg zum Zug verbrannte ich mir meine Lippe an heißem Kaffee to go. Im Zug suchte ich mir einen Sitzplatz und reiste in Gedanken und mit dem restlichen Kaffee durch die mögliche Landschaft großartiger Begegnungen, die der Tag bereit hielt.

Es wurde sehr viel besser als erahnt.

Evertune Bridges und VGS Gitarren

VGS Radioactive TD-Special Evertune.

Gitarren verstimmen sich aufgrund von Temperaturschwankungen, bei bestimmten Spieltechniken (extremen Bendings) und wenn irgendein vorbeigehender Witzbold meint, die Flügel der Stimmechaniken müssen alle in dieselbe Richtung stehen.
Kein Grund zur Sorge mehr. Mit der Evertune Bridge sind das Anekdoten von gestern.



Cosmos Lyles, der Entwickler, erklärte mir die Anwendung. Einmal gestimmt, kompensiert das mechanische System (Wiki mit Bild) Stimmungsveränderungen sofort oder bedingt.
Sofort heißt sofort. Wenn das System so eingestellt ist, dann werden so auch Bendings verhindert.
Der Clou dabei ist, dass man das Kompensationsverhalten des Systems für jede Saite einzeln ganz nach Vorliebe einstellen kann. Wer gerne auf den Diskantsaiten Bendings anwendet, mit seinen Patschehänden und Daumenspieltechniken aber gerne mal die Bassaiten verzieht, kann sich das System so einstellen, dass Verstimmungen der Bassaiten sofort kompensiert werden.


VGS Radioactive mit TrueTemperament Bundierung
gespielt über ein Laboga - The Beast.

Keine Sorge, man verlernt dadurch nicht das Gitarrespielen. Man hat nur mehr Zeit und Gelassenheit dazu, weil man nicht mehr fürchten muss, dass die Stimmung während des Stückes verloren geht, wenn man im Winter das Wohnzimmerfenster aufmacht. Studiomusikern und Bühnenspielern hilft das sicherlich auch.
Und spielt man Punk oder Neue Musik und die Verstimmung gehört konzeptuell dazu, dann kann man die Evertune Bridge auch konsequent auf immer verstimmt einstellen. Wie gut ist das denn!?

An dieser Stelle wird mir klar, was die vorbeigehenden Witzbolde demnächst bei Gitarristen mit Evertune Bridge anstellen werden ...

VGS Roadcruiser und Evertune.

Das System ist durchdacht einfach und erfordert kein Hi-Tech wie die oben genannten Entwicklungen von Gibson und Peavey. Möglicherweise ist es daher für bestimmte Anforderungen im Musikeralltag besser geeignet.

VGS Eruption Pro, TrueTemperament und Evertune.

Flaxwood Guitars

Industriedesign berücksichtigt beim Entwurf neuer Produkte die industriellen Fertigungsprozesse, deren Einschränkungen und Möglichkeiten sowie die Anwendungsbereiche des Produkts.
Da hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Leo Fender entwarf z.B. seine Strat für optimale Bespielbarkeit und für möglichst kostengünstige Serienherstellung.


Unbearbeitete Bodies und Necks von Flaxwood.
Das Holz-Kompositmaterial wird im
Injection-Molding-Verfahren in Form gegossen und bietet
hervorragende akustische Schwingungseigenschaften
bei geringster Fertigungstoleranz, d.h., keine
nennenswerte Serienstreuung mehr.

Flaxwood entschied sich, nicht nur den Herstellungsprozess des Instruments, sondern ebenfalls die Rohstoffverarbeitung zu berücksichtigen. Durch Natural Fiber Composite (NFC) Technologie kann auf die Verwendung gefährdeter Holzarten verzichtet und Transportwege vermieden sowie Bearbeitungsschritte verkürzt werden, so dass Herstellungskosten reduziert werden. (Mal abgesehen von den teuren Maschinen und die Formen für Korpus und Hals.)



Für den Gitarristen ist entscheidend: die Serienstreuung wird so gering gehalten, dass die Selektion im Gitarrenladen weg fällt. Keine toten Gitarren mehr.

Einfach das Modell mit der Lieblingsfarbe und der gewünschten Hardware auswählen und Musik machen.

Die Eine kann man dabei immer noch finden, denn bei der Suche nach dem eigenen Instrument spielen noch andere Faktoren eine Rolle. (Werbung, die Geschichten, die man sich zu dem Instrument erzählt, das Kauferlebnis usw. - Meine selbstgebaute Strat ist ja auch die beste, weil ich sie selbst zusammenschraubte.)

Die industrielle Fertigung von Instrumenten wie der E-Gitarre stellt dabei den handwerklichen Instrumentenbau nicht in Frage. Mich interessiert das Industriedesign genauso wie Einzelanfertigungen wie z.B. von Jan Fišer (siehe unten), Coura, Kraushaar, Ruokangas u.a.
Zudem werden die Flaxwood Rohgitarren von Instrumentenbauern traditionell weiterberarbeitet. Das Handwerk spielt eine wesentliche Rolle.

Ich denke mir auch eine Verknüpfung von Injection-Molding und 3D-Printing, um Sonderanfertigungen umzusetzen.

Flaxwood Liekki

Flaxwood Liekki.

Die Liekki ist eine Art Vorzeigemodell von Flaxwood. Wahlweise mit Stoptail-Bridge oder Schaller LP-Tremolo, 2 P90-artigen Tonabnehmern und F-Loch. P90 Single-Coils sind mitunter sehr beliebt und werden von manchen als die einzig wahren Tonabnehmer bezeichnet. So wie andere nur Apple-Produkte mögen.
Ich finde: Wer sie mag, mag sie.

Ich mag kein Single-Coil-Brummen, weswegen ich auf die P90-er gerne verzichte. Der Rest stimmt aber.


Der Hals-Korpus-Übergang erlaubt müheloses Griffbrettspiel und
kann als Handschmeichler verwendet werden, wenn man
beim Auftritt nervös wird.

Dieses Liekki-Modell mit lederartigem Finish erinnerte mich sofort an ein Laine-Modell in Oiled-Rock Brown, das ich einmal in einer Bildergalerie fand.

Übersichtlich, ergonomisch, klingt.

"It won't turn you into a holy man,
but it sure helps you to play that song
from your heart. Especially, if you know the chords." (ald)
Repeat: Especially, if you know the chords.

Übrigens ist Axel "Ironfinger" Ritt seit Neuestem Flaxwood-Spieler und erhielt sein eigenes Signature Modell, das auf der Flaxwood Äijä basiert. Merkmale sind eine besondere Lackierung (schwarz-weiß gestreift), scalloped fretboard, aktive EMG-Tonabnehmer und wird von Axel Ritt mit seinen Signature-Stahlssaiten von Pyramid gespielt (13-56).

Flaxwood Hybrid 3SC in weiß.
Standard-Hardware (u.a. Seymour Duncan) und ein original Flaxwood-Hals
für optimale Bespielbarkeit und Handschmeichler-Effekt.

Ein Testbericht der Flaxwood Hybrid kann auf Axel Ritts Blog gelesen werden.

Violin Fingerboards aus Flaxwood

Was sagen die Violin-Spieler zu Griffbrettern aus dem Flaxwood-Material? Nach dem Stradivari-Hörtest neulich, dürfte es bezüglich des Klangs nichts zu meckern geben. Es geht ja auch vornehmlich um Spielgefühl und Verarbeitung.

Griffbretter für Geigen aus dem Flaxwood-Material.

Die Texturen würden mir auch bei Gitarrengriffbrettern gefallen.


Yeseco

Ich wünsche mir solche Platten für den nächsten
Proberaum - mit anderen Motiven.

Wer bei Proberäumen und Aufnahmestudios an dunkle Räume mit schwarzem akustischen Absorber-Material denkt, der wird bei den Acoustic Panels von Yeseco aufatmen.
Die schalldämpfenden Platten können mit Motiven bedruckt werden und verfügen über sehr gute Dämpfungseigenschaften für Studios, Büroräume, Wohnzimmer und überall sonst.

Yeseco Panels und ein Prime Lautsprecher beim Hörtest.

Prime Speakers (the Voice of the Moon)

Stein-basiert. Lautsprecher und Snare.

Die Lautsprecher von Prime aus Soapstone versprechen exzellente akustische Eigenschaften (neutrale Klangwiedergabe) und sehen gut aus. Ich konnte einen Hörtest in einem Raum mit Yeseco Absorbern machen und lauschte den Dire Straits.

StoneEdgeDrums

Nicht nur für Hard-Rocker, die Snare aus Stein.



Ich meine mich zu erinnern, dass ich schon einmal von Snare-Drums aus einem Stein-Kompositmaterial berichtete. Jedenfalls wurden sie dieses Jahr unter dem Namen StonEdge vorgestellt. Ich hab nicht draufgehauen.

sbip - elektrisches Cello und Violine

Elektrische Celli und Violine

Es gibt sog. E-Geigen und es gibt die Instrumente von sbip. sbip stellte das Serienmodell eines elektrischen Cellos vor, das sich nicht an klassischen Instrumenten orientiert, sondern - wie die E-Gitarre im Gegensatz zur Akustikgitarre - ein eigenständiges Instrument ist.
Magnetische Tonabnehmer und Stahlkernsaiten ermöglichen die Anwendung sämtlicher Effektgeräte für E-Gitarre usw.

Das Instrument ist besonders für den Bühnengebrauch ausgelegt und kann umgehängt werden, so dass man sich damit beim Spiel bewegen kann.

Ich bin kein Cellist. Die seltenen Versuche, bei denen ich Cello spielte wurden mir von meinem Gehör sofort verboten, da ich unsauber intonierte und ungeduldig war. Wie gut, dass es von sbip auch die Option eines bundierten Griffbretts gibt.

Das bedeutet, dass hier tatsächlich ein Instrument für neue Anwendungsbereiche vorgestellt wird, für eine andere Zielgruppe, für Leute, die damit etwas anderes anstellen wollen, als normal Cello zu spielen.

Ich bin gespannt, was es da bald zu hören gibt.

Was wohl Apocylyptica damit anstellen würden?

Der Prototyp einer elektrischen Violine.
Noch ohne Tonabnehmer.

Andere feine Dinge

Eine kleine Auswahl anderer Produkte, die mir aufgefallen sind.

Schaller

Von Schaller gab es drei interessante Neuigkeiten:
  1. Da Vinci-Mechaniken: für alle, die gerne sehen möchten, wie die Mechaniken arbeiten. Geschlossene Mechaniken mit Sichtfenster. Sehr schön ist bei Schaller die Kombinationsvielfalt von Mechaniktypen, Flügeln und Legierungen.
  2. LockMeister Tremolo: für Freunde von Locking-Trems gibt es von Schaller beste Qualität und lebenslange Garantie. Und den Spielspaß gibt es kostenlos dazu.
  3. Hannes Piezo Bridge: Ich dachte neulich schon an eine Tausch Slashdot mit Hannesbridge. Vielleicht wäre eine Hannes Piezo Bridge noch interessanter?

Artistides OIO

Artistides OIO - Gitarre aus Arium.
Einfach mal Ausprobieren.

Tonehenge Amplification

Tonehenge Amp als Möbelstück.


Kemper Profiling Amp


für rege Diskussionen um die Zukunft
des Amp-Modelling sorgt.
Gut für Studios und Leute mit Ideen, die
über das Profiling eines AC30 hinausgehen.
Zeal guitars

Auffällige Designs von Zeal Guitars.

Ibanez ganz bunt

Die RG-Serie von Ibanez interessiert mich schon
eine ganze Weile.
Weil ich gerne eine E-Gitarre mit 24 Bünden
und in bunt hätte.

Und noch mehr Buntes von Ibanez zum 25-jährigen Jubiläum
der S- und RG-Modelle.
Wie früher als es noch Neon-Metal gab. Gab es den?

Ein Arzt der Ärzte

"Ernie?
Du hast mich Ernie genannt?
Weißte,
ich mal Dir jetzt 'nen Punkt auf die Nase."

Der sechste Sinn

Manchmal ahne ich, dass hinter einer Ecke eine besondere Begegnung wartet, dass in einem Bücherregal das Buch steht, von dem ich noch nichts weiß, das mir allerdings für meine Recherche fehlt und manchmal ist es ein Gitarrenbauer, der Jazz spielt und unprätentiös über seine Arbeit und seine Gitarren redet. An einem kleine Stand in der hintersten Reihe einer großen Ausstellungshalle. Dort wo zu wenige Leute hingelangen.

Jan Fišer spielt seine Violin Guitar.

Jan Fišer - Jazz and Blues Guitars

Jan Fišer fertigt seine Gitarren seit 2005 unter eigener Marke. Er unterrichtet Instrumentenbau, spielt selbst Musik und weiß, worauf es ankommt.

Jan Fišer versucht nach eigener Aussage die konservativen Gitarristen anzusprechen. Das tut er mit bekannten Modellen und Konstruktionsmerkmalen und geht dabei auch eigene Wege, beispielsweise mit der Übertragung von Erkenntnissen aus dem Geigenbau auf Archtop-Gitarren.

 Violin Guitar am Vox-Verstärker

Diese Gitarre liegt leicht am Körper, lässt sich gut kontrollieren und abgesehen von den hohen Lagen einfach zu bespielen. Die Modelle mit Cutaway würde ich persönlich bevorzugen.

Jazz Guitar.
Zu teuer für meine Musik, aber
ihren Preis wert für Musiker, die
solch besonderen Instrumente zu schätzen wissen.

Am Ende

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, über die Messe zu wandern. Ich hatte schöne Eindrücke gesammelt, Gitarren gespielt, Gespräche geführt und das gute Wetter im Außengelände genossen. Dieses Jahr ganz ohne Stress.
Von den Ständen und Orten, die ich noch hätte ansteuern wollen, ließ ich ab, um den Rest in Ruhe zu genießen.
Mein Interesse wurde beispielsweise noch von Gibsons Firebird-X geweckt, die ich zwar in der Hand hatte, allerdings nicht spielte, da die angebrachten Kopfhörerverstärker nicht funktionierten (nach dem dritten Wechsel hatte ich keine Lust mehr.)

Ein wenig Ruhe, Kaffee und Gespräche unter bunten Lampen.

Vor der Abreise gab es noch Gespräche über Instrumentalpädagogik, Spieltechniken und musikalische Projekte bei einem Kaffee in relativ ruhigen Räumlichkeiten.

Den Rückweg gestaltete ich mit chinesischem Essen und hatte eine angenehme Zugfahrt hinein in einen schönen Abend. Wie gut :)

Die Fotos nahm ich mit einem Sony Ericsson K880i auf und bearbeitete sie anschließend mit GIMP.