Freitag, März 30, 2012

Frankfurt Musikmesse 2012: Entdeckungsreise und Bericht über Gitarren und Innovationen

"Fly on the Vibe of Your Song" (ald)
Intro

Auf der Frankfurter Musikmesse 2012 haben mir drei Dinge besonders gut gefallen.
  1. Wie in den Jahren zuvor besuchte ich den Stand von Flaxwood Guitars, die in diesem Jahr zusammen mit anderen finnischen Unternehmen (Yeseco, Prime Loudspeakers) des TONIC (Tonal Innovation Centers) ausstellten. 
  2. Dann hatte ich eine bemerkenswerte Begegnung mit VGS Gitarren und der Evertune Bridge, für die es nur ein Wort gibt: Supercalifragilisticexpialidocious
  3. Und drittens die elektrischen Celli und Violinen von sbip.
Es folgt ein kleiner Bericht mit Text und Bildern auch über andere Dinge, die mein Interesse weckten.

Anmerkungen
  1. Wer nur die Bilder sehen will, klickt auf ein Bild und kann dann sämtliche Bilder zur Ansicht auswählen.
  2. Gitarre spielen lernen heißt spielen, hören, üben, ausprobieren, Fehler machen, Fragen stellen, Antworten prüfen uvm.  Das geht mit jedem geeigneten Instrument. Zum Lernen sind eine Gitarre und Schreibzeug für Notizen ein guter Anfang. Alles weitere braucht man nur für entsprechende Aufgaben.
  3. Wer auf der Instrumentensuche ist, liest diesen Bericht mit Vorsicht. Denn bei allem Gerede über Instrumente: Das Instrument soll das eigene Spiel unterstützen. Danach sucht man sich ein geeignetes Instrument aus.
Urlaub auf der Musikmesse Frankfurt

Ich hatte mir vorgenommen, den Freitag auf der Musikmesse als einen Urlaubstag zu gestalten.
Ohne Hast. 
Wer die Musikmesse aus musikalischem und beruflichem Interesse kennt, weiß, dass die Musikmesse vor allem laut, stressig und wenig erholsam ist. Wenn man sich nicht vor der Reizüberflutung schützt. Das kann man, indem man ganz bewusst selektive Wahrnehmung verwendet.
Z.B. blendete ich sämtliche Produkte mit dem Hype-Label vintage aus. Alte Gitarren und besonders neue, die auf alt gemacht sind, interessieren mich nicht.

Kleiner Exkurs zu Vintage-Hype und Gitarreninnovationen

"Oh, no. Vintage guitars."

Ich verstehe das Interesse anderer Leute an echten Vintage-Instrumenten. Den Marketing-Gag, überholte Konstruktionsmerkmale von Instrumenten als besondere Qualität zu verkaufen, finde ich dagegen nicht mehr lustig. Und die Versuche an innovativen Weiterentwicklungen vieler bedeutender Unternehmen weisen - wenn auch etwas leise - daraufhin, dass sie ihre einstige Vorreiterrollen wieder einnehmen wollen, denn die unzähligen Konkurrenten bieten Instrumente in Anlehnung an bekannte Designs (S, T, LP, SG, V) oft schon lange kostengünstiger bei gleicher oder besserer Qualität an. Es gibt zwar für die bekannten Modelle Optionen mit zeitgenössischen Konstruktionsmerkmalen, die sind aber allesamt nicht bahnbrechend innovativ. Z.B. verwendet Fender für viele Serien nun spezielle Humbucker im Single-Coil-Format. Mir gefällt das, nur ist das kein Geniestreich.

Vom Neuen
  • Gibson brachte vor einer Weile die digitale Les Paul, die Dusk Tiger und just auf der Messe 2012 die Firebird-X heraus. Dazu Serien mit dem RobotGuitar Stimmsystem.
  • Fender stellte die Neuauflage der in Zusammenarbeit mit Roland entwickelten VG Stratocaster vor (YT-Video). 
  • Line6 bietet seit Jahren schon eine Modelling-Guitar mit der Variax-Serie an und seit kurzem ein komplettes System, das Modelling-Gitarre und Modelling-Amp von Line6 nahtlos integriert: die Tyler Variax.
  • Von MusicMan gibt es endlich das GameChanger-System, das eine software-gesteuerte analoge Verschaltung der Tonabnehmer ermöglicht. Sämtliche Kombinationsmöglichkeiten sind programmierbar und mittels  übersichtlicher Schalter und Potis wählbar. Lötorgien kann man sich sparen. Nur die Pickupaustauschfreaks, was machen die nun? Ein neues Hobby suchen oder anstatt zu löten, Pickups per Steckverbindung austauschen? Es wird bestimmt ein Forum für GameChanger-Tweaker geben.
  • Peavey stellte zusammen mit Antares Audio Technologies die Peavey AT-200 Auto-Tune Gitarre vor. Die Auto-Tune Software arbeitet in der Gitarre und rechnet in Echtzeit verstimmte Saiten in die gewünschte Stimmung (z.B. EADGBE) und korrekte Tonhöhe gegriffener Saiten. Dabei wird zudem die Temperierung des Instruments berücksichtigt. Die wohltemperierte Gitarre per Software? (Ein Video von PremierGuitar gibt's hier.) Ob das für bundlose (fretless) Gitarren auch funktioniert?
Neben den Erweiterungen durch Technologie, die meiner Ansicht nach großes Potential für viele Musiker und deren Arbeit bereit halten, werden andere Ansätze entwickelt und verfolgt, wie die Optimierung von Hardware (siehe Schaller, True Temperament und Evertune), Fertigungsprozesse und Materialien (siehe Flaxwood).
Eine Verknüpfung dieser Ansätze mit den o.a. Entwicklungen ist denkbar und damit eröffneten sich neue Möglichkeiten, Musikinstrumente zu gestalten, sofern sich die Unternehmen auf Zusammenarbeit einigen bzw. Musiker ihre Instrumente entsprechend modifizieren oder mit Sonderwünschen bauen lassen.

Und ich rede nicht von Wunschfarben und Schnitzereien, sondern von ergonomisch angepassten Gitarren, die langlebig, robust, leicht zu warten und für den Musikeralltag geschaffen sind.

Zurück zum Urlaub

Ich wollte mir einen Überblick über das Angebot instrumentalpädagogischer Veröffentlichungen für (E-)Gitarre zu machen, da ich selbst an Übungsmaterial für Gitarrenunterricht arbeite, ein paar Instrumente spielen und einen Bekannten zu treffen.

Das morgendliche Wetter versprach einen heißen Tag, Frühstück gab's beim Bäcker und auf dem Weg zum Zug verbrannte ich mir meine Lippe an heißem Kaffee to go. Im Zug suchte ich mir einen Sitzplatz und reiste in Gedanken und mit dem restlichen Kaffee durch die mögliche Landschaft großartiger Begegnungen, die der Tag bereit hielt.

Es wurde sehr viel besser als erahnt.

Evertune Bridges und VGS Gitarren

VGS Radioactive TD-Special Evertune.

Gitarren verstimmen sich aufgrund von Temperaturschwankungen, bei bestimmten Spieltechniken (extremen Bendings) und wenn irgendein vorbeigehender Witzbold meint, die Flügel der Stimmechaniken müssen alle in dieselbe Richtung stehen.
Kein Grund zur Sorge mehr. Mit der Evertune Bridge sind das Anekdoten von gestern.



Cosmos Lyles, der Entwickler, erklärte mir die Anwendung. Einmal gestimmt, kompensiert das mechanische System (Wiki mit Bild) Stimmungsveränderungen sofort oder bedingt.
Sofort heißt sofort. Wenn das System so eingestellt ist, dann werden so auch Bendings verhindert.
Der Clou dabei ist, dass man das Kompensationsverhalten des Systems für jede Saite einzeln ganz nach Vorliebe einstellen kann. Wer gerne auf den Diskantsaiten Bendings anwendet, mit seinen Patschehänden und Daumenspieltechniken aber gerne mal die Bassaiten verzieht, kann sich das System so einstellen, dass Verstimmungen der Bassaiten sofort kompensiert werden.


VGS Radioactive mit TrueTemperament Bundierung
gespielt über ein Laboga - The Beast.

Keine Sorge, man verlernt dadurch nicht das Gitarrespielen. Man hat nur mehr Zeit und Gelassenheit dazu, weil man nicht mehr fürchten muss, dass die Stimmung während des Stückes verloren geht, wenn man im Winter das Wohnzimmerfenster aufmacht. Studiomusikern und Bühnenspielern hilft das sicherlich auch.
Und spielt man Punk oder Neue Musik und die Verstimmung gehört konzeptuell dazu, dann kann man die Evertune Bridge auch konsequent auf immer verstimmt einstellen. Wie gut ist das denn!?

An dieser Stelle wird mir klar, was die vorbeigehenden Witzbolde demnächst bei Gitarristen mit Evertune Bridge anstellen werden ...

VGS Roadcruiser und Evertune.

Das System ist durchdacht einfach und erfordert kein Hi-Tech wie die oben genannten Entwicklungen von Gibson und Peavey. Möglicherweise ist es daher für bestimmte Anforderungen im Musikeralltag besser geeignet.

VGS Eruption Pro, TrueTemperament und Evertune.

Flaxwood Guitars

Industriedesign berücksichtigt beim Entwurf neuer Produkte die industriellen Fertigungsprozesse, deren Einschränkungen und Möglichkeiten sowie die Anwendungsbereiche des Produkts.
Da hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Leo Fender entwarf z.B. seine Strat für optimale Bespielbarkeit und für möglichst kostengünstige Serienherstellung.


Unbearbeitete Bodies und Necks von Flaxwood.
Das Holz-Kompositmaterial wird im
Injection-Molding-Verfahren in Form gegossen und bietet
hervorragende akustische Schwingungseigenschaften
bei geringster Fertigungstoleranz, d.h., keine
nennenswerte Serienstreuung mehr.

Flaxwood entschied sich, nicht nur den Herstellungsprozess des Instruments, sondern ebenfalls die Rohstoffverarbeitung zu berücksichtigen. Durch Natural Fiber Composite (NFC) Technologie kann auf die Verwendung gefährdeter Holzarten verzichtet und Transportwege vermieden sowie Bearbeitungsschritte verkürzt werden, so dass Herstellungskosten reduziert werden. (Mal abgesehen von den teuren Maschinen und die Formen für Korpus und Hals.)



Für den Gitarristen ist entscheidend: die Serienstreuung wird so gering gehalten, dass die Selektion im Gitarrenladen weg fällt. Keine toten Gitarren mehr.

Einfach das Modell mit der Lieblingsfarbe und der gewünschten Hardware auswählen und Musik machen.

Die Eine kann man dabei immer noch finden, denn bei der Suche nach dem eigenen Instrument spielen noch andere Faktoren eine Rolle. (Werbung, die Geschichten, die man sich zu dem Instrument erzählt, das Kauferlebnis usw. - Meine selbstgebaute Strat ist ja auch die beste, weil ich sie selbst zusammenschraubte.)

Die industrielle Fertigung von Instrumenten wie der E-Gitarre stellt dabei den handwerklichen Instrumentenbau nicht in Frage. Mich interessiert das Industriedesign genauso wie Einzelanfertigungen wie z.B. von Jan Fišer (siehe unten), Coura, Kraushaar, Ruokangas u.a.
Zudem werden die Flaxwood Rohgitarren von Instrumentenbauern traditionell weiterberarbeitet. Das Handwerk spielt eine wesentliche Rolle.

Ich denke mir auch eine Verknüpfung von Injection-Molding und 3D-Printing, um Sonderanfertigungen umzusetzen.

Flaxwood Liekki

Flaxwood Liekki.

Die Liekki ist eine Art Vorzeigemodell von Flaxwood. Wahlweise mit Stoptail-Bridge oder Schaller LP-Tremolo, 2 P90-artigen Tonabnehmern und F-Loch. P90 Single-Coils sind mitunter sehr beliebt und werden von manchen als die einzig wahren Tonabnehmer bezeichnet. So wie andere nur Apple-Produkte mögen.
Ich finde: Wer sie mag, mag sie.

Ich mag kein Single-Coil-Brummen, weswegen ich auf die P90-er gerne verzichte. Der Rest stimmt aber.


Der Hals-Korpus-Übergang erlaubt müheloses Griffbrettspiel und
kann als Handschmeichler verwendet werden, wenn man
beim Auftritt nervös wird.

Dieses Liekki-Modell mit lederartigem Finish erinnerte mich sofort an ein Laine-Modell in Oiled-Rock Brown, das ich einmal in einer Bildergalerie fand.

Übersichtlich, ergonomisch, klingt.

"It won't turn you into a holy man,
but it sure helps you to play that song
from your heart. Especially, if you know the chords." (ald)
Repeat: Especially, if you know the chords.

Übrigens ist Axel "Ironfinger" Ritt seit Neuestem Flaxwood-Spieler und erhielt sein eigenes Signature Modell, das auf der Flaxwood Äijä basiert. Merkmale sind eine besondere Lackierung (schwarz-weiß gestreift), scalloped fretboard, aktive EMG-Tonabnehmer und wird von Axel Ritt mit seinen Signature-Stahlssaiten von Pyramid gespielt (13-56).

Flaxwood Hybrid 3SC in weiß.
Standard-Hardware (u.a. Seymour Duncan) und ein original Flaxwood-Hals
für optimale Bespielbarkeit und Handschmeichler-Effekt.

Ein Testbericht der Flaxwood Hybrid kann auf Axel Ritts Blog gelesen werden.

Violin Fingerboards aus Flaxwood

Was sagen die Violin-Spieler zu Griffbrettern aus dem Flaxwood-Material? Nach dem Stradivari-Hörtest neulich, dürfte es bezüglich des Klangs nichts zu meckern geben. Es geht ja auch vornehmlich um Spielgefühl und Verarbeitung.

Griffbretter für Geigen aus dem Flaxwood-Material.

Die Texturen würden mir auch bei Gitarrengriffbrettern gefallen.


Yeseco

Ich wünsche mir solche Platten für den nächsten
Proberaum - mit anderen Motiven.

Wer bei Proberäumen und Aufnahmestudios an dunkle Räume mit schwarzem akustischen Absorber-Material denkt, der wird bei den Acoustic Panels von Yeseco aufatmen.
Die schalldämpfenden Platten können mit Motiven bedruckt werden und verfügen über sehr gute Dämpfungseigenschaften für Studios, Büroräume, Wohnzimmer und überall sonst.

Yeseco Panels und ein Prime Lautsprecher beim Hörtest.

Prime Speakers (the Voice of the Moon)

Stein-basiert. Lautsprecher und Snare.

Die Lautsprecher von Prime aus Soapstone versprechen exzellente akustische Eigenschaften (neutrale Klangwiedergabe) und sehen gut aus. Ich konnte einen Hörtest in einem Raum mit Yeseco Absorbern machen und lauschte den Dire Straits.

StoneEdgeDrums

Nicht nur für Hard-Rocker, die Snare aus Stein.



Ich meine mich zu erinnern, dass ich schon einmal von Snare-Drums aus einem Stein-Kompositmaterial berichtete. Jedenfalls wurden sie dieses Jahr unter dem Namen StonEdge vorgestellt. Ich hab nicht draufgehauen.

sbip - elektrisches Cello und Violine

Elektrische Celli und Violine

Es gibt sog. E-Geigen und es gibt die Instrumente von sbip. sbip stellte das Serienmodell eines elektrischen Cellos vor, das sich nicht an klassischen Instrumenten orientiert, sondern - wie die E-Gitarre im Gegensatz zur Akustikgitarre - ein eigenständiges Instrument ist.
Magnetische Tonabnehmer und Stahlkernsaiten ermöglichen die Anwendung sämtlicher Effektgeräte für E-Gitarre usw.

Das Instrument ist besonders für den Bühnengebrauch ausgelegt und kann umgehängt werden, so dass man sich damit beim Spiel bewegen kann.

Ich bin kein Cellist. Die seltenen Versuche, bei denen ich Cello spielte wurden mir von meinem Gehör sofort verboten, da ich unsauber intonierte und ungeduldig war. Wie gut, dass es von sbip auch die Option eines bundierten Griffbretts gibt.

Das bedeutet, dass hier tatsächlich ein Instrument für neue Anwendungsbereiche vorgestellt wird, für eine andere Zielgruppe, für Leute, die damit etwas anderes anstellen wollen, als normal Cello zu spielen.

Ich bin gespannt, was es da bald zu hören gibt.

Was wohl Apocylyptica damit anstellen würden?

Der Prototyp einer elektrischen Violine.
Noch ohne Tonabnehmer.

Andere feine Dinge

Eine kleine Auswahl anderer Produkte, die mir aufgefallen sind.

Schaller

Von Schaller gab es drei interessante Neuigkeiten:
  1. Da Vinci-Mechaniken: für alle, die gerne sehen möchten, wie die Mechaniken arbeiten. Geschlossene Mechaniken mit Sichtfenster. Sehr schön ist bei Schaller die Kombinationsvielfalt von Mechaniktypen, Flügeln und Legierungen.
  2. LockMeister Tremolo: für Freunde von Locking-Trems gibt es von Schaller beste Qualität und lebenslange Garantie. Und den Spielspaß gibt es kostenlos dazu.
  3. Hannes Piezo Bridge: Ich dachte neulich schon an eine Tausch Slashdot mit Hannesbridge. Vielleicht wäre eine Hannes Piezo Bridge noch interessanter?

Artistides OIO

Artistides OIO - Gitarre aus Arium.
Einfach mal Ausprobieren.

Tonehenge Amplification

Tonehenge Amp als Möbelstück.


Kemper Profiling Amp


für rege Diskussionen um die Zukunft
des Amp-Modelling sorgt.
Gut für Studios und Leute mit Ideen, die
über das Profiling eines AC30 hinausgehen.
Zeal guitars

Auffällige Designs von Zeal Guitars.

Ibanez ganz bunt

Die RG-Serie von Ibanez interessiert mich schon
eine ganze Weile.
Weil ich gerne eine E-Gitarre mit 24 Bünden
und in bunt hätte.

Und noch mehr Buntes von Ibanez zum 25-jährigen Jubiläum
der S- und RG-Modelle.
Wie früher als es noch Neon-Metal gab. Gab es den?

Ein Arzt der Ärzte

"Ernie?
Du hast mich Ernie genannt?
Weißte,
ich mal Dir jetzt 'nen Punkt auf die Nase."

Der sechste Sinn

Manchmal ahne ich, dass hinter einer Ecke eine besondere Begegnung wartet, dass in einem Bücherregal das Buch steht, von dem ich noch nichts weiß, das mir allerdings für meine Recherche fehlt und manchmal ist es ein Gitarrenbauer, der Jazz spielt und unprätentiös über seine Arbeit und seine Gitarren redet. An einem kleine Stand in der hintersten Reihe einer großen Ausstellungshalle. Dort wo zu wenige Leute hingelangen.

Jan Fišer spielt seine Violin Guitar.

Jan Fišer - Jazz and Blues Guitars

Jan Fišer fertigt seine Gitarren seit 2005 unter eigener Marke. Er unterrichtet Instrumentenbau, spielt selbst Musik und weiß, worauf es ankommt.

Jan Fišer versucht nach eigener Aussage die konservativen Gitarristen anzusprechen. Das tut er mit bekannten Modellen und Konstruktionsmerkmalen und geht dabei auch eigene Wege, beispielsweise mit der Übertragung von Erkenntnissen aus dem Geigenbau auf Archtop-Gitarren.

 Violin Guitar am Vox-Verstärker

Diese Gitarre liegt leicht am Körper, lässt sich gut kontrollieren und abgesehen von den hohen Lagen einfach zu bespielen. Die Modelle mit Cutaway würde ich persönlich bevorzugen.

Jazz Guitar.
Zu teuer für meine Musik, aber
ihren Preis wert für Musiker, die
solch besonderen Instrumente zu schätzen wissen.

Am Ende

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, über die Messe zu wandern. Ich hatte schöne Eindrücke gesammelt, Gitarren gespielt, Gespräche geführt und das gute Wetter im Außengelände genossen. Dieses Jahr ganz ohne Stress.
Von den Ständen und Orten, die ich noch hätte ansteuern wollen, ließ ich ab, um den Rest in Ruhe zu genießen.
Mein Interesse wurde beispielsweise noch von Gibsons Firebird-X geweckt, die ich zwar in der Hand hatte, allerdings nicht spielte, da die angebrachten Kopfhörerverstärker nicht funktionierten (nach dem dritten Wechsel hatte ich keine Lust mehr.)

Ein wenig Ruhe, Kaffee und Gespräche unter bunten Lampen.

Vor der Abreise gab es noch Gespräche über Instrumentalpädagogik, Spieltechniken und musikalische Projekte bei einem Kaffee in relativ ruhigen Räumlichkeiten.

Den Rückweg gestaltete ich mit chinesischem Essen und hatte eine angenehme Zugfahrt hinein in einen schönen Abend. Wie gut :)

Die Fotos nahm ich mit einem Sony Ericsson K880i auf und bearbeitete sie anschließend mit GIMP.

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