Mittwoch, April 18, 2012

Kleine schöne Dinge am Tag

"Nachts vor dem Schlafengehen
schick machen
und im Flur tanzen
und dann lachend ins Bett fallen."

Der Alltag kann langweilig sein

Was machst Du, um zu langweilige Phasen aufzulockern, die Langeweile nicht auf die Stimmung schlagen zu lassen?
Wenn man zum Beispiel seine Thesis für die Uni schreibt und aus festgefahrenen Gedankengängen nicht hinauskommt, sind kleine schöne Dinge, die den alltäglichen Tagesablauf unterbrechen, eine Möglichkeit aufzuhorchen und durchzuatmen.
Die festgefahrenen Gedanken sitzen dann zwei Meter abseits und können in Ruhe betrachtet werden, wie diese kleinen Labyrinthrätsel in Zeitschriften. Die sind leichter zu lösen, wenn man sich nicht im Labyrinth befindet, sondern sie aus der Vogelperspektive betrachtet.

Und dann: Der Tag läuft nicht ab. Ich laufe den Tag ab und wenn mich das langweilt, gehe ich andere Wege. Bleibe dort stehen, wo ich noch nie stehenblieb und sehe mich um, damit ich neue Eindrücke sammle ohne mein Ziel aus den Augen zu verlieren.

"Morgens, mit einer Tasse Tee
auf der Wiese
und dann hinein
E-Mails lesen."

Dienstag, April 17, 2012

Cthulhu und unheimliche Figuren

and some thanks to H.P. Lovecraft."
Inkscape und Grafiktablett
* Erwähnte ich schon, dass ich Sänger eine Doom-Metal bin?
Geprobt wurde leider noch nicht.
Aber etwas Cthulhu-Grusel passt bestimmt dazu.

Gruselbusel

H.P. Lovecraft war ein Meister des literarischen Verstandverquirlers und es gab Geschichten, die ich erst nach vielen Jahren zu Ende las, weil ich mich so sehr gruselte.
Was gruselt mich eigentlich?

Das innere Erleben konstruierter Vorstellungen beim Lesen. Da können unheimliche Monster aus anderen Dimensionen in der kleinen Spalte zwischen den Schrankbretter lauern und mit den Schatten wandernd durchs Zimmer huschen, um dann gigantisch groß zu werden, durch Decken und Wände zu bersten und die halbe Stadt auffressen.
Man vergisst wohl, dass das eigentliche ästhetische Wahrnehmen - nämlich, das Buch in den Händen, die Bettdecke über den Ohren und den angekauten Keks in der Backe - von der inneren Vorstellung überblendet wird.
Wenn man das Buch weglegt und die Aufmerksamkeit auf anderes lenkt, wird man sich der Umgebung wieder gewahr. Dann bleibt eine unheimliche Erinnerung, die aber lange nicht so schlimm ist, wie das Erleben in diesem Lesetagtraum.

Er müsste mal
die Hand aus der Tasche nehmen.

Die Leute, die so seltsame Geschichten erzählen wie H.P. Lovecraft, dürften eine sehr lebendige Vorstellungskraft haben und beim Schreiben das innerlich erleben, was sie in Text fassen. Wer weiß? Möglicherweise erleben sie noch mehr und der Text ist nur die gekürzte Nacherzählung?


Traumwelt/Wahnwelt
und der Zauber einer Pusteblume

Überwindung angsteinflößender Vorstellungen

Wenn eine Vorstellung durch einen literarischen Text, also durch Sprache hervorgerufen werden kann, dann kann man sie dadurch auch ändern. Indem man die Geschichte umerzählt. Oder sagt: Es gibt keine Gespenster.
Spannender, kreativer und langfristig unterhaltsamer ist es aber die Geschichte ganz selbst in die Hand zu nehmen.

Wer sich vor Cthulhu fürchtet, erzählt, wie man ihn in die Hand nimmt, weil er eigentlich ganz klein und flauschig ist und dann zu den anderen kleinen flauschigen Göttern und Flatterviechern ins Regal setzt und ihnen sagt: Still jetzt. Hört auf, Euch solch düstere Gruselgeschichten auszudenken. Ihr seid selbst nur Staub. Und dann zerfallen sie, wie die kleinen Sandbröckchen am Strand in den eigenen Händen und man hat die Sinne frei, das Rauschen der Wellen zu hören und mit Freunden in die glitzernden Wellen zu springen, im Sonnenlicht zu tauchen und danach am Strand sich trocknen zu lassen.

Viel Spaß beim Schreiben.
"Elektropoptanz in Socken auf Holzfußboden"
ist noch relativ wenig unheimlich.

Sonntag, April 15, 2012

Der stereotype E-Gitarrenspieler

"Ich spiel für Dich 'ne Melodie
und Du beginnst zu tanzen." (ald)
Inkscape und Grafiktablett
Entstand zwischendurch beim Chinesisch-Lernen.

Wer bin ich?

Klischees von E-Gitarristen waren schon einmal kurz thematisiert. Dieses Mal dachte ich an einen Typen in Anzug, der wahlweise einer Schlagerkapelle (passt, da der Typ kein Kabel an der Gitarre hat ...), 'ner Rock'n'Roll-Band oder einer Retro-Deutschrock-Gruppe zuzuordnen wäre. Vielleicht liege ich auch total daneben und die Stilmerkmale verweisen eher auf eine mir unbekannte Metalrichtung. Kennt sich da jemand aus?

Donnerstag, April 12, 2012

Kung Fu Spot: Enter the Spot (Panic!)

"Panic is the right word." (ald)
Grafiktablett und Inkscape
Allmachtsfantasien

Als Spot begann, Kung Fu zu lernen, tagträumte er wie viele andere Anfänger und leicht fortgeschrittene Schüler von großen Heldentaten, der Befreiung diverser Prinzessinnen und allerlei anderen Abenteuern.

Die Angeber, fiesen Bösewichte, Unterdrücker und ihre widerlichen Gefolgsleute vertrieb er mit weisen Worten und meisterhafter Kampfkunst.

Und dann wurde er oft aus seinem Tagtraum in die gegenwärtige Situation gerufen: "Geh üben," sagte sein Lehrmeister. "Mach ich," antwortete Spot.


"Go practice."
"I will."
Und dann ging er üben.
Alle Tricks, alle Tritte.
Einmal durch.
Und tagträumte von langen Wanderungen durch die Wildnis und Begegnungen mit Ungeheuern und Drachen, die er mit seinem Kung Fu bezwang.

"I can do all the kicks."

Funktion des Tagtraums für das Lernen

Es ist zunächst eine Frage: Welche Funktion hat das Tagträumen für das Lernen?
Wer wie Spot Kung Fu, Gitarre, Skateboardfahren, Schwimmen, Autofahren o.ä. lernt wird hin und wieder Tagträume erleben und sie teilweise ganz bewußt beginnen, um die geübten Fertigkeiten auszuprobieren oder sich vorzustellen, was vielleicht mit manchen Fertigkeiten anzustellen wäre.

Nun ist ein Tagtraum wie literarische Fiktion. Es ist möglich zu sagen: Ich sprang mit einem mächtigen Satz über den breiten Fluß und landete auf der anderen Seite im Fahrersitz des offenen Sportwagens und begann ein Rennen mit Wind und Wolken über mir.

Und wer den Satz liest, tagträumt sofort diese Szene. Auch, wenn dieser Sprung so kaum möglich ist.

Vielleicht ist es nun wichtig zu untersuchen, was ich bei diesem kurzen Tagtraum empfinde. Spüre ich in meinem Körper die Bewegungsimpulse zum Sprung? Oder fehlt mir dazu noch die Beschreibung des Anlauf-Nehmens, dem kurzen Sprint, die Anzahl der Schritte vor dem Absprung? Wer zu lange keine oder nie irgendwelche Sprünge gemacht hat, wie empfindet der die Vorstellung der Bewegung?

Werden im Tagtraum und der Tagtraumschau anderer, die man im Inneren sieht, die Spiegelneurone abgefeuert?

Was geschieht alles beim Tagtraum, das nicht mit dem Vorwurf der sinnlosen Träumerei abgetan werden sollte?

Vektorkritzel: Das Leben ist kein Schaukelpferd ...

"Das Leben ist kein Schaukelpferd,
es ist ein Ponyhof
und Du der Esel." (ald)

Ich kritzelte ein blödes Tier und dann kam mir der Spruch und dann wurde es bunt. So zwischendurch als ich beim Zeichnen der Kung Fu Spot Cartoons war.

Mittwoch, April 11, 2012

Vektorkritzel: One of these three is a ninja.

Mein kleiner Beitrag zur Verbreitung des "The Invisible Ninja"-Mems.

Dienstag, April 10, 2012

The Adventures of Lost Socks: The Meaning of Life 3

"Get a life."

We're allprevious sockslost sockstrying to findnew socksthe meaningnext socksof life.

Damit es ein wenig weitergeht mit dem Sockencomic, hier eine weitere Szene mit der verlorenen Socke Orange und der Frage nach dem Sinn des Lebens.

Donnerstag, April 05, 2012

Vektorkritzel: Nein, es gibt keinen Osterhasen. (Frohe Ostern.)

"Nein. Es gibt keinen..."
Osterhasen.

Ich wünsche frohe Ostern, einen tollen Frühlingsanfang und sämtliches anderes feines Zeug, das man sich irgendwo auf der Welt zu dieser Jahreszeit wünscht.

Und um einen geliehenen Witz anzubringen: Passt am Sonntagmorgen auf, dass Euch kein Pudel hinterherläuft! (cud)

Vektorkritzel: Can you please tell me what is going wrong with my life?






"Yeah."
Inkscape und Grafiktablett.

Vektorkritzel: Kunst oder nicht! Hauptsache eena kooft es.

"Kunst oder nich'. Hauptsache eena kooft es." (ald)
Also, kieken und koofen.

Kunst oder nicht.

Seit einer Weile wandert der Spruch "Ist das Kunst oder kann das weg?" durch die Komikerlandschaft und wird gerne als Kommentar gebraucht, z.B., wenn die Schimmelpilze die Herrschaft über den Abwasch der letzten Gemüsepfanne an sich gerissen haben.

Es schwingen zwei Dimensionen einer unbrauchbaren Sache mit: das Unverwertbare als Müll und das Unverwertbare als Kunst.

Tatsächlich sieht es anders aus: Müll wird weggeworfen, gelangt in den Müllhandel und wird wieder-, zumindestens weiterverwertet. Kunst bleibt. (Müll auch, aber das ist in diesem Text nicht der Punkt.)

Ist das Kunst? Und wenn nicht, wie kommt es weg?
Kunst bleibt.

Und man muss sich irgendwie damit arrangieren, dass sie bleibt. Z.B. kann man ein Picknick im Schatten der Plastiken im Park machen, oder man macht einen großen Bogen um Museen und Ausstellungen, weil sie gähnend langweilig sein können, oder trifft sich zur gemeinsamen Interpretation von Gedichten.

Manchmal stört Kunst gewaltig. Dann wirft man ihr Chaos vor und versucht sie zu bändigen, in dem man sie an einen sicheren Raum mit anderer Kunst stellt, wohl wissend, dass dort nur wenige hingelangen wollen.

Oft ist Kunst nur ein diffuses Etwas, ein Ding, das in der eigenen Vorstellung wabert wie ein großer Kleisterklumpen in der Schwerelosigkeit einer verrückten Landschaft. Man kann Namen damit verknüpfen und erinnert sich an Picasso, Rembrandt, Beethoven und andere Maler, die ihre Köpfe aus dem Kleisterklumpen stecken und sich leise beschweren, das noch irgendein Auftraggeber seine Rechnung nicht beglichen habe.

Man weiß, dass es Bilder, Skulpturen und derlei gibt, die von Experten als Kunst bezeichnet werden und wundert sich selbst, was so besonders daran sei. Wirft sich gelegentlich fehlende Ahnung vor oder betont, man könnte das besser. (Was gelegentlich sogar stimmt. Das hat nur mit der Sache nichts zu tun.)

Was ist Chaos? Was ist Kunst?
Was ist Ordnung? Wer fragt und wer antwortet?

Manch einer erinnert sich an Kunstunterricht oder Freizeitmalerei, Comicversuche und Bastelarbeiten. Kleine Geschenke, die man einander gemacht hat und die wertvoll bleiben unabhängig des Staubes, den sie sammeln.

Die Dinge, die geschaffen wurden, bewahrte man eine Weile auf und einige ausgewählte Stücke trägt man mit sich, legt sie an einen besonderen Platz in der Wohnung. Sie werden zu Dingen, die bleiben. Dinge, die man behält.

Sie sind Teil des eigenen Lebens und Schaffens. Es mag sein, dass andere kommen und sie weiterverwerten wollen, sei es, um sie dem Wiederwertungskreislauf zuzuführen oder um sie gegen Bezahlung in die eigene Wohnung zu stellen.

Es kann sogar sein, dass jemand die Dinge in ein Museum hängt. Und dann bezahlen Leute Eintritt, um das Ding im Museum zu sehen. Was ist dabei der Unterschied, wenn ein Bild im Museum hängt, oder ein Haufen Altpapier, der als "Installation alter Neuigkeiten" betitelt wird?

Es scheint gerade so, als ob der Umgang der Menschen bestimmend ist, ob die Dinge als Kunst oder Müll betrachtet werden.

Die Wahrheit und die Kunst.
Mal so tun, als ob.

Vielleicht ist dann zunächst nicht die Frage wichtig, ob das und was eigentlich überhaupt Kunst sei, sondern, was ich mit den Dingen anstelle:
  • Ansehen, weil es mir gefällt. 
  • Ein Foto von machen, um es zu versenden. 
  • Ein T-Shirt mit dem Motiv bedrucken. 
  • Mit Freunden um die Skulptur im Park zur Lieblingsmusik tanzen. 
  • Vor dem Bild im Museum stehen und singen.
  • Alte Briefe von lieben Menschen aufbewahren und heute nochmal lesen.
Oder den Abwasch machen und den Müll rausbringen.

# An dieser Stelle wollte ich den Text beenden. Mir fiel beim Korrekturlesen auf, dass ich bei allem Augenzwinkern noch mit Ernst hinzufügen möchte: Das Schaffen, Bewahren, Sammeln und Archivieren von Dingen ist eine wichtige Tätigkeit. Auch die Auswahl von all dem. Und wenn aus verschiedenen Gründen nicht viel bleiben sollte: "Ich halte in meinen Händen ein Kleinod, wie das letzte Sandkorn Fantasiens und erzähle daran Lebensgeschichte."

Mittwoch, April 04, 2012

Vektorkritzel: Kung Fu Spot 2 und Kritzeleien

"Hello, Mr. 9mm."
Kung Fu und Kanonen

Nachdem Kung Fu Spot kürzlich in Bedrängnis durch ein paar große Angeber geraten war, steht er nun dem nächsten finsteren Gesellen gegenüber.

Auch wenn man bei Actionfilmen ganz klare Erwartungen hegt, wie es denn nun weitergehen müsse, sieht Kung Fu Spot die Sache auf eigene Weise.

Kung Fu Spot: Keene Schangse. Also, sach ick: Hallo.

Kleine Nachtlandschaft. (ald)
Inkscape und Grafiktablett.

Gekritzelte Landschaften

Zugegeben, kleine gekritzelte Landschaften sind nicht wahnsinnig aufregend. Sie sind leicht und schnell angefertigt und eignen sich als Dekoration oder Illustration.
Interessant ist dabei die Linienführung bei der Komposition (es sind tatsächlich Improvisationen), die man während des Zeichnens beobachten kann. Und jetzt eben nicht mehr, weil der Zeichenvorgang abgeschlossen ist und ich kein Video angefertigt habe.
Wer beim Fernsehen, Telefonieren, in der Schule, in der Uni oder sonstwie gerade Stift und Papier zu Hand hat, kann ja ein paar solcher Landschaftkritzeleien anfertigten und die eigene Hand beobachten und was die Kritzelei für innere Vorstellungen weckt.

Stadt und Fluss.