Dienstag, April 23, 2013

Auf zum Mars! mit der Mars One TV Show

Gerade auf heise.de/telepolis gelesen, dass ausgesuchte Bewerber zur ersten bemannten Marsmission ohne Rückflugticket gesucht werden, die auf der roten Heimat der grünen Bewohner eine Basisstation errichten. Das ganze wird als Reality-TV-Show aufgezogen.
Ich nehme an, dass Ergebnis sieht dann in etwa wie in dem Film Virtuality aus.

Ich wollte früher Weltraumpilot werden. Das könnte meine Chance sein. Da gebe es auch einiges zu tun:
  • Das Marsgesicht aus nächster Nähe fotografieren, 
  • Marsianisch lernen, sofern die Bewohner nicht - wie alle Aliens in Filmen - Englisch (mit amerikansichem Akzent) sprechen.
  • Übergroße Figuren in den Marsboden zeichnen, die nur aus großer Entfernung (aus dem Weltall oder mit Teleskop von der Erde) gesehen werden können.
  • Die unterirdischen Forschungsanlagen begutachten.
  • Das wahre Hauptquartier der CIA besuchen.
Ziemlich albern, das alles. Aber warum nicht.

Samstag, April 20, 2013

Schöne vier Saiten (Ken Rose STB 5004 mit EMG DC40)

Ken Rose STB 5004 mit einem EMG DC40 am Steg.
Es fehlt noch ein 'Schlagbrett' aus buntem Filz.
Bass
Seit Jahren summe ich Jazzbassläufe, bisher habe ich mich aber von einer Bassgitarre ferngehalten. Auch weil ich bei Jamsessions, wenn ich dann mal einen Bass in den Händen hatte, nie gehört habe, was ich gerade spielte, weil es mir alles zu dumpf und undifferenziert klang. Vielleicht musste ich auf das passende Instrument warten.

Der Bass ist leicht, spielt sich bequem im Sitzen und im Stehen, gefällt mir vom Aussehen und klingt nach Bass.
Es ist ein Viersaiter, die Pickupfräsungen sind allerdings passend für die Modelle für Fünfsaiter. Warum auch immer.

Erst habe ich ihn nur repariert, dann gebraucht gekauft und anschließend mit einem EMG DC40 ausgestattet. Und mir macht das Bass-Spielen richtig Spaß. Außerdem höre ich ganz genau, was ich spiele. (Ich verwende zur Zeit noch einen Gitarrenverstärker.) Es ist eine Horizonterweiterung, die mir beim eigenen Gitarrenspiel hilft, es mir ermöglicht, meine croon papillon Aufnahmen mit Bass zu versehen und außerdem höre ich jetzt anders Musik. Der Bass fällt mir auf. Bei Popmusik, bei Rockmusik und überall sonst.

Fehlen noch ein Schlagbrett aus buntem Filz und ein Bassverstärker ... :)

Mittwoch, April 10, 2013

Seifenkunst - Schnitzerei und Rezeptionsweisen

Seifenkopf (ald)
Ein Stück Seife für ca. 30 Cent, eine Radiernadel
und etwas mehr als eine Stunde Schnitzerei

Saubere Kunst

Das Material ist günstig, lässt sich leichter bearbeiten als Speckstein und man kann sich mit der Seifenspäne anschließend die Hände waschen.
Ob es sich dabei um Gebrauchskunst handelt, hängt vom Rezipienten ab bzw. der Rezeptionsweise.

Wie rezipiert man Seife?

Man dürfte sich im Allgemeinen darüber einig werden, dass es (als ein Merkmal unter mehreren) zur Rezeptionsweise von Bildern gehört, dass sie, an die Wand gehängt, betrachtet werden. Plastiken werden umgangen und betrachtet.
Zur Verwendung von Seife gehört es, sie in die Hände zu nehmen und sich damit und Wasser zu waschen.
Wird nun eine Figur aus der Seife geschnitzt, ist es dann angemessener, sie zu betrachten oder sie als Stück Seife zu gebrauchen?
Verliert die Seife ein Teil ihrer Eigenheit, ihre Seifigkeit, wenn sie von Rezipienten, die in ihr das geschnitzte Kunstwerk sehen, nicht als Seife verwendet werden? Wenn sie nicht mehr das Material sehen wollen, sondern die Idee des künstlerischen Entwurfs und die Gestaltung und Ausführung, vielleicht sogar eine Bedeutung, die dem Objekt zugesprochen wird? Sie werden dazu neigen, die Seife unantastbar zu machen, einem Merkmal, das für die meisten Kunstwerke gilt: Sie sind nur für eure Augen bestimmt. Damit werden sie der unmittelbaren Erfahrung durch jegliche Rezipienten entzogen. Eine Ausnahme gibt es nur für wenige Auserwählte, die die Stücke zu ihrem Platz tragen, Geschichten darüber vortragen und andere davon abhalten, sich zu nähern.
Das Kunstwerk wird heilig.

Wenn ich den Seifenkopf einem Händewäscher schenke und er sich damit wäscht, beschwert sich der Rezipient, der darin Kunst sieht, dass das Kunstwerk entweiht würde.
Wenn der Rezipient und Freund von Seifenkunst, die Stücke sammelte und ausstellte,  würde sich der Händewäscher ärgern, dass er sie nicht benutzen dürfte.
Mich als Künstler interessiert es auch,  die Rezeption dieser Seifenkunst zu beobachten: Wie geht denn ein Händewäscher im inszenierten alltäglichen Kontext einer Museumstoilette mit der Seifenkunst um? 

Vielleicht erschreckt sich manch ein Rezipient und Bewahrer von Seifenkunst und fürchtet um die Stücke.

Aber keine Angst.

Die Realität weist uns nüchtern darauf hin, dass Seife auf Museumstoiletten sowieso nicht gebraucht wird. Schon gar keine Seifenstücke und zwar deshalb:
Weil die Toilettengänger keine Seife verwenden wollen, die schon durch die dreckigen Hände unzähliger anderer Besucher gegangen ist.

Seifenkunst wird also nirgendwo so sicher als unantastbare Kunst rezipiert, wie in ihrem alltäglichen Kontext - auf einer öffentlichen Toilette.

Vielleicht sollte ich ein Projekt daraus machen. Auftragsarbeiten auf Anfrage.

*Natürlich ist das alles Quatsch. Niemand interessiert sich für Seifenkunst, es gibt keine auserwählten Bewahrer heiliger Seifenstücke und Seife wird selbstverständlich auch auf öffentlichen Toiletten und Toiletten von FastFood-Restaurants verwendet. Merkt man ja daran, dass sie immer fehlt.